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Ida

(52)
Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der ‹petite hystérie› und einer äußerst verschlungenen Familiengeschichte. Dora, die kaum achtzehn war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, «um die Befriedigung [brachte], sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien».
Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die – nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung – zu Nachruhm kam und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. «Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild von ihr zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Ich wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Eine Frau mit vielen Stärken und auch einigen Schwächen, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt.»
Von ihr, von «Ida», handelt dieser mitreißende Roman. Mit großem gestalterischem Weitblick und scharfem Auge für jedes Detail erzählt Katharina Adler die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Geschichte, in die sich ein halbes Jahrhundert mit seinen Verwerfungen eingeschrieben hat. «Ida» ist ein Plädoyer für die Wahrheit der Empfindung und die Vielfalt ihrer Versionen. Der Roman eines weitreichenden Lebens, das – mit Freuds Praxistür im Rücken – erst seinen Anfang nahm.
Rezension
Aus Literatur wiederum Literatur zu machen ist eine große Kunst. Und die junge Autorin Katharina Adler schafft genau das. Ihre Urgroßmutter ist als Patientin von Sigmund Freud weltberühmt geworden. Als 'Der Fall Dora' beschreibt Freud sie in seinen Hysterie-Studien, eine junge Frau, die wegen Stimmverlust, Weltverlust, schlechten Benehmens in seine Behandlung kommt. Und sie zum Ärger des großen Meisters eigenständig abbricht ... Die sturköpfige Heldin ist schwer auszuhalten, aber am Ende des Buches leicht zu lieben. Hier ist ein zarter, kluger Debütroman, der satt ist an Geschichte und Geschichten.
Portrait
Katharina Adler

Katharina Adler wurde 1980 in München geboren, wo sie nach Stationen in Leipzig und Berlin heute wieder lebt. Bereits für das Manuskript ihres ersten Romans, 'Ida', erhielt sie das Literaturstipendium des Freistaats Bayern und wurde 2015 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert. 2018, nach Erscheinen des Buches, folgte die Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis und den ZDF-aspekte-Literaturpreis.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 512 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 24.07.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783644047112
Verlag Rowohlt E-Book
Dateigröße 1237 KB
Verkaufsrang 5.791
eBook
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Entfesselt“

Dr. Ralf ROTHER, Thalia-Buchhandlung Wien

Der Fall Dora ging als ein prominenter Fall in die Geschichte der Psychoanalyse ein. Nachzulesen ist Freuds Fallgeschichte in seinem Buch „Bruchstücke einer Hysterie-Analyse“. Auch nach Freud, wurde diese Fallgeschichte zu eine der wichtigsten Fallgeschichte der Psychoanalyse.: z.B. bei Jacques Lacan und Cathy Caruth.
Das Anliegen, das sich die Autorin Katharina Adler mit ihrem Roman über ihre Urgroßmutter stellte, war gewiss keine Freud-Auseinandersetzung, auch wenn Freuds Fallanalyse für den Roman eine zentrale Rolle spielt. Aber der Roman holt biografisch viel weiter aus, und greift historisch weiter zurück und vor, obwohl die Geschichte immer wieder auf die Sitzungen in Freuds Praxis in der Berggasse zurückkommt.
In dem Roman vermengt die Autorin historische und psychologische Elemente mit den fiktiven Entwürfen eines Lebens, das das Leben ihrer Urgroßmutter gewesen sein könnte.
Mein Fazit zum Roman lautet leider, dass der Roman für eine (kritische) Freud-Lektüre nicht ausreicht, was bestimmt auch nie Absicht der Autorin war, jedoch reicht die Schreibweise der Autorin auch nicht, mich mit ihrer historischen und biografischen Erzählung zu fesseln.
Der Fall Dora ging als ein prominenter Fall in die Geschichte der Psychoanalyse ein. Nachzulesen ist Freuds Fallgeschichte in seinem Buch „Bruchstücke einer Hysterie-Analyse“. Auch nach Freud, wurde diese Fallgeschichte zu eine der wichtigsten Fallgeschichte der Psychoanalyse.: z.B. bei Jacques Lacan und Cathy Caruth.
Das Anliegen, das sich die Autorin Katharina Adler mit ihrem Roman über ihre Urgroßmutter stellte, war gewiss keine Freud-Auseinandersetzung, auch wenn Freuds Fallanalyse für den Roman eine zentrale Rolle spielt. Aber der Roman holt biografisch viel weiter aus, und greift historisch weiter zurück und vor, obwohl die Geschichte immer wieder auf die Sitzungen in Freuds Praxis in der Berggasse zurückkommt.
In dem Roman vermengt die Autorin historische und psychologische Elemente mit den fiktiven Entwürfen eines Lebens, das das Leben ihrer Urgroßmutter gewesen sein könnte.
Mein Fazit zum Roman lautet leider, dass der Roman für eine (kritische) Freud-Lektüre nicht ausreicht, was bestimmt auch nie Absicht der Autorin war, jedoch reicht die Schreibweise der Autorin auch nicht, mich mit ihrer historischen und biografischen Erzählung zu fesseln.

„großes, fesselndes Lesevergnügen“

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

Aus Wien von den Nazis vertrieben, führt Ida Adlers Flucht in ein bereits besetztes Frankreich. Ihrer jüdischen Herkunft wegen verfolgt und mit dem Tod bedroht, gelangt sie im allerletzten Moment per Schiffspassage nach Amerika. Eine unvorstellbare Strapaze, die Ida an ihre gesundheitlichen Grenzen bringt. Sie ist eine stolze, nicht gerade einfache Person. Mit ihren, meist undiplomatischen Bemerkungen macht sie sich bei ihrer Familie nicht gerade beliebt. Ihre große Ablehnung gilt vor allem ihrer Schwiegertochter.
Ida Adler ist als Dora, das jüdische Mädchen mit der "petite hystérie" eine der bekanntesten Patientinnen von Siegmund Freud. Sie ist noch nicht 18 Jahre alt, als sie es wagt, ihre Behandlung bei dem weltberühmten Arzt abzubrechen.
Aus Wien von den Nazis vertrieben, führt Ida Adlers Flucht in ein bereits besetztes Frankreich. Ihrer jüdischen Herkunft wegen verfolgt und mit dem Tod bedroht, gelangt sie im allerletzten Moment per Schiffspassage nach Amerika. Eine unvorstellbare Strapaze, die Ida an ihre gesundheitlichen Grenzen bringt. Sie ist eine stolze, nicht gerade einfache Person. Mit ihren, meist undiplomatischen Bemerkungen macht sie sich bei ihrer Familie nicht gerade beliebt. Ihre große Ablehnung gilt vor allem ihrer Schwiegertochter.
Ida Adler ist als Dora, das jüdische Mädchen mit der "petite hystérie" eine der bekanntesten Patientinnen von Siegmund Freud. Sie ist noch nicht 18 Jahre alt, als sie es wagt, ihre Behandlung bei dem weltberühmten Arzt abzubrechen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
52 Bewertungen
Übersicht
18
21
9
3
1

von einer Kundin/einem Kunden am 15.11.2018
Bewertet: anderes Format

Katharina Adler erzählt die Geschichte ihrer Urgroßmutter. Dies geschieht nicht chronologisch, man gewöhnt sich aber schnell daran. Eine spannende Lebens- und Familiengeschichte.

Die Wogen einer neuen Zeit.
von Inge Weis aus Pirmasens am 02.11.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Was für eine Familiengeschichte. Die Geschichte der Ida Bauer. Man liest fasziniert diese Lebensgeschichte. Ida Adler, geborene Bauer sorgte einst für Furore: Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts, sie wird von ihrem Vater, einem Lebemann en... Was für eine Familiengeschichte. Die Geschichte der Ida Bauer. Man liest fasziniert diese Lebensgeschichte. Ida Adler, geborene Bauer sorgte einst für Furore: Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts, sie wird von ihrem Vater, einem Lebemann en gros, zu dessen Freund Sigmund Freud geschickt. Dora, das jüdische Mädchen mit der 'petite hystérie', die es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, "um die Befriedigung brachte, sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien. Die Wiener Jüdin war um die Jahrhundertwende eine Hysterie Patientin von Sigmund Freund, der Psychoanalytik-Begründer machte sie als "Fall Dora" weltberühmt. Ihre Urenkelin, die Münchner Autorin Katharina Adler, hat aus Ida Adlers Lebensgeschichte einen spannenden Roman gemacht, der den Bogen von der selbstbewusst-trotzigen 18-Jährigen, die sich sogar Freud widersetzte, bis zur Emigrantin in New York spannt. Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familienanekdote, ihre Urgroßmutter, die - nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung - zu Nachruhm kam. Ida, die als der 'Fall Dora' von der Nachwelt mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. Nach und nach wuchs in ihr der Wunsch, dieses Bild von Ida zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen. Sie wollte eine Frau zeigen, die man nicht als lebenslängliche Hysterikerin abtun oder pauschal als Heldin instrumentalisieren kann. Doch die Familiengeschichte umfasst weitaus mehr. Wir erfahren einiges über ihre politische Aktivitäten in der österreichischen Sozialdemokratie, aus der Ehe mit dem eher unglücklichen Komponisten Ernst Adler und später über ihr Exil als Jüdin in der neuen Heimat Amerika. Von ihr, von "Ida", handelt dieser mitreißende Roman: die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Frau mit vielen Stärken und auch einigen Schwächen, die trotz aller Widrigkeiten bis zuletzt um ein selbstbestimmtes Leben ringt. Mit großem gestalterischem Weitblick und scharfem Auge für jedes Detail erzählt Katharina Adler die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Geschichte, in die sich ein halbes Jahrhundert mit seinen Verwerfungen eingeschrieben hat. Ida ist ein Plädoyer für die Wahrheit der Empfindung und die Vielfalt ihrer Versionen. Der Roman eines weitreichenden Lebens, das ? mit Freuds Praxistür im Rücken ? erst seinen Anfang nahm. Ein beeindruckendes und ganz besonderes Werk, außerdem ist es ein bemerkenswerter Ausschnitt des 20. Jahrhunderts. Es besticht durch die knappe, lakonische Sprache - es ist nie ein Wort zuviel. Ausdrucksvoll geschrieben von der Autorin, entwickelt die Geschichte einen ganz eigenen Sog, dem der Leser sich nicht entziehen kann. Eine spannende und ansprechende Geschichte. Wer interessante Roman-Biografien mag, der ist hier richtig.

Zeitreise
von KrimiElse am 08.10.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Wenn ein Buch schon alleine wegen des Namens der Autorin und dem der Romanheldin so viele Vorschusslorbeeren erntet, ist es schwer, dieses ohne hohe Erwartungshaltung zu lesen. Thematisch höchst interessant, bereits mit Preisen ausgezeichnet und von der Kritik viel gelobt kommt der Roman ?Ida? als Debüt der Autorin Katharina... Wenn ein Buch schon alleine wegen des Namens der Autorin und dem der Romanheldin so viele Vorschusslorbeeren erntet, ist es schwer, dieses ohne hohe Erwartungshaltung zu lesen. Thematisch höchst interessant, bereits mit Preisen ausgezeichnet und von der Kritik viel gelobt kommt der Roman ?Ida? als Debüt der Autorin Katharina Adler daher. Die Geschichte der Ida Adler, erzählt von ihrer Urenkelin Katharina Adler, beginnt, wenn auch nicht chronologisch berichtet, am Ende des 19.Jahrhunderts und endet 1945. Die Krankheitsgeschichte der berühmten Patientin Sigmund Freuds, als Hysterikerin eingestuft und durch sich selbst aus dessen Behandlung entlassen, ist geschickt verknüpft mit Idas Familiengeschichte. Höchst interessant mit wenigen eingestreuten Notizen Freuds, löst sich der Roman jedoch weit von Der Hysteriegeschichte und verleiht Ida Adler mit ihrem unglaublichen Überlebenswillen trotz der zeitgeschichtlichen Widrigkeiten und Wirrnisse eine starke Stimme. Nicht minder interessant ist der Werdegang des Österreichischen Sozialdemokraten Otto Bauer, Idas Bruders, und seines Umfeldes, wozu zum Beispiel Friedrich Adler, der den kaiserlichen Ministerpräsidenten Stürgkh erschoss, gehört. Entspannt, mit Liebe zu Details des Wiener Lebens ist die Familiengeschichte erzählt, und obwohl manche Passagen bemüht und angestrengt wirken ergibt sich ein rundes Bild vom Leben der Jüdin, die bei Kriegsausbruch gezwungen war, ihre Heimat zu verlassen und mit Hilfe der Sozialdemokraten eine wahre Odyssee bis zur Ankunft in den USA hinter sich bringen musste. Halb fiktional als Romanbiografie erzählt ist das Buch eine Mischung aus wenigen hinterlassenen Materialien der Ida Adler, viel zeitgeschichtlicher Recherche und mit Fantasie der Autorin gefüllten Lücken. Stilistisch wirkt auf mich sehr störend, dass man diese Übergänge ziemlich deutlich mitbekommt. Das Buch hätte sehr gut funktionieren können, aber vielleicht fehlt der Autorin die Schreiberfahrung, und so entstehen trotz der durchaus gewollten zeitlichen und inhaltlichen Sprünge und der Unterschiedlichkeit der Geschichte zu viele Versatzstücke, die für mich einfach nicht gut zusammenpassen wollen. Sprachlich holprig und etwas mühsam zu lesen wird der Roman dadurch. Es ist dennoch ein lesenswertes und interessantes Buch, wenn man darüber hinwegsehen kann und sich vordergründig faktisch auf Ida Adlers Geschichte einlässt.