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Der Nebel von gestern

Mario Conde ermittelt in Havanna. Roman

Not macht erfinderisch. Auch Mario Conde, der sich als Antiquar durchs Leben schlägt - kein schlechtes Geschäft in Zeiten, in denen viele Kubaner ihre Bücher zu Geld machen müssen. Eines Tages stößt Conde auf eine außerordentlich wertvolle, seit vierzig Jahren vergessene Bibliothek. All seine Geldsorgen scheinen mit einem Schlag gelöst. Doch dann entdeckt er zwischen den bibliophilen Kostbarkeiten eine Zeitschrift aus den Fünfzigerjahren mit dem Porträt der Bolerosängerin Violeta del Río. Ihr Bild und die einzige Schallplatte, die sie vor ihrem rätselhaften Tod aufgenommen hat, verzaubern ihn. Er macht sich auf die Suche nach ihr und dringt vor in das Havanna von gestern, in die wilden Jahre der Boleros und der Mafia, aber auch in das zerfallende, melancholische Havanna der Gegenwart.
Portrait
Leonardo Padura, geboren 1955 in Havanna, zählt zu den meistgelesenen kubanischen Autoren. Sein Werk umfasst Romane, Erzählbände, literaturwissenschaftliche Studien sowie Reportagen. International bekannt wurde er mit seinem Kriminalromanzyklus Das Havanna-Quartett. Im Jahr 2012 wurde ihm der kubanische Nationalpreis für Literatur zugesprochen und im Juni 2015 erhielt er den spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur. Leonardo Padura lebt in Havanna.
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 368 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 06.11.2015
Sprache Deutsch, Spanisch
EAN 9783293304840
Verlag Unionsverlag
Dateigröße 3312 KB
Übersetzer Hans-Joachim Hartstein
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Buchhändler-Empfehlungen

Eine vergehende Generation!

Franziska Himmelstorfer, Thalia-Buchhandlung Linz

Mario Conde schlägt sich als Antiquar durchs Leben. Als er auf einen bibliophilen Schatz stößt, wird er sehr schleichend in eine Geschichte der 50er Jahre gezogen, die auch seinen eigenen Vater gestreift hat. Wer hier einen rasanten Kriminalroman erwartet, wird auf das bitterlichste enttäuscht. Wer sich auf die subtile Stimme einer verbrauchten Generation einlässt, kann sich in ein vielfältiges Havanna entführen lassen. Leonardo Padura versteht es mühelos zwischen dem wilden Havanna unserer Vorstellung und dem Havanna von Heute zu pendeln. Ich muss zugeben, ich hatte gewisse Probleme herauszufinden, wo genau der Roman hinführen sollte, da sich Padura durchaus Zeit lässt die Geschichte zu erzählen. Aber wenn man sich auf die melancholisch anmutende Stimmung des Romans einlässt, spürt man die Stimme einer kubanischen Generation. Einer Generation, der viel versprochen wurde, aber nichts davon wurde eingehalten. Einer Generation, die viel durchgemacht und ertragen hat in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Zum besseren Einstig empfehle ich das erste Buch des Havanna Quartetts „Ein perfektes Leben“ oder einen Titel außerhalb der Mario Conde Reihe. Abschließend kann ich sagen, dass mich dieser Abstecher in Paduras Havanna sehr neugierig gemacht hat. Sowohl auf andere Romane von ihm als auch auf Havanna.

Mario Conde – der Antiquar mit dem detektivischen Spürsinn

Gregor Schwarzenbrunner, Thalia-Buchhandlung Linz, Zentrale

Leonardo Padura ist wohl der Kuba-Literat schlechthin und mit seinen Krimis weitbekannt. Seinen Stil ist ausschweifend. Selbst die Dialoge der Charaktere sind oft sehr lange und pathetischer Natur. Manchmal würde ein simples Ja oder Nein reichen. Der erste Tote, der geneigte Leser verzeiht mir, dass ich ein wenig vom Inhalt verrate, findet sich erst bei der Hälfte des Romans. Die Spannung baut sich erst allmählich auf. Leonardo Padura hat bewusst die Krimi-Elemente eher im Hintergrund gehalten. Das muss man schon mögen und nebenbei liest man dieses Buch nicht. „Der Nebel von gestern“ gehört zum sogenannten „Havanna Quartett“, wobei dieses Buch bereits Band 6 ist. Der Erfolg und die große Beliebtheit des Hauptcharakters Mario Conde ist es zu verdanken, dass aus den geplanten vier Romanen mehr geworden sind. Der Roman ist in sich abgeschlossen und vermutlich sind es die vorigen Teile ebenfalls. Um der eigentlichen Handlung zu folgen kann das natürlich reichen. Die feinen und vielgepriesenen Nuancen der Charaktere und die Beschreibungen des kubanischen Lebensgefühls, werden sich wohl erst dann voll entfalten, wenn man die Reihe von vorne beginnt. Im Interview mit der Krimi-Zeitschrift Kaliber 38 sagt der Autor, dass er eben die Formen und Strukturen des Kriminalromans verwendet, um auch das was das Leben und die Gesellschaft von Kuba gekennzeichnet hat widerzuspiegeln. Der Auftakt der Reihe ist das Buch „Ein perfektes Leben“, dass bereits 1991 erschienen ist. Ich empfehle auch mit jenem zu beginnen.

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