Aufbruch ins Unbekannte

Legendäre Forschungsreisen von Humboldt bis Hedin

Imre Josef Demhardt

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Beschreibung

Im Übergang zwischen den weithin unsystematischen Entdeckungsreisen des 15. bis 18. Jahrhunderts und der gegenwärtigen hoch spezialisierten Gruppenforschung steht forschungsgeschichtlich die über einhundert Jahre andauernde Phase der vor allem von herausragenden Einzelforschern getragenen und zunehmend systematischen wissenschaftlichen Entdeckung der Erdoberfläche und ihrer Phänomene. In mehrfacher Hinsicht können Alexander von Humboldts Amerikareise (1799–1804) und Sven Hedins vierte Hochasien-Expedition (1927–1935) als Antipoden dieser Etappe der Erderforschung betrachtet werden. Der vorliegende Band beschreibt diese Zeit anhand von ausgewählten Forschern aus dem deutschsprachigen Raum mit zahlreichen Originaldokumenten und großartigen Wiedergaben von originalem Kartenmaterial.

"Demhardts Werk besticht nicht nur durch die fundierten Kenntnisse und die klare Sprache des Verfassers. Mindestens ebenso groß ist der Anteil, den die zahlreichen Fotos und Karten zum Lesegenuss beisteuern. Insgesamt ein sehr gelungenes Buch über einen faszinierenden Abschnitt in der Geschichte der Entdeckung unseres Planeten." spektrumdirekt.de

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 168
Erscheinungsdatum 01.08.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-534-21726-7
Verlag Wbg Academic in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG)
Maße (L/B/H) 29,7/22,5/2,1 cm
Gewicht 1114 g
Auflage 1. Auflage 2011

Kundenbewertungen

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Absolut empfehlenswert für den historisch interessierten Laien!
von einer Kundin/einem Kunden aus Naumburg am 10.01.2016
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Norman Davies war nach Angaben der verlegenden Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Professor für Geschichte an den Universitäten London, Harvard, Stanford und New York (Columbia). In seinem 2011 im Original auf Englisch und 2013 erstmals auf deutsch erschienenen Werk „Verschwundene Reiche“ will Davies „die Geschichte des vergess... Norman Davies war nach Angaben der verlegenden Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Professor für Geschichte an den Universitäten London, Harvard, Stanford und New York (Columbia). In seinem 2011 im Original auf Englisch und 2013 erstmals auf deutsch erschienenen Werk „Verschwundene Reiche“ will Davies „die Geschichte des vergessenen Europa“ erzählen. Der Textteil umfasst ca. 820 Seiten, ergänzt durch ca. 70 Seiten Anmerkungen/ Nachweise, ein umfangreiches Register sowie einige (Übersichts-) Karten, Stammtafeln und Bilder. Der Textteil gliedert sich in eine Einführung, 15 historische Länder-Darstellungen (Tolosa, Alt Clud, Burgund, Aragon, Litauen, Byzanz, Borussia, Savoyen, Galizien, Etrurien, Rosenau, Montenegro, Ruthenien, Eire, UdSSR) und eine Schlussfolgerung („Wie Staaten sterben“). Als Motivation dieses Buch zu schreiben, führt Davies an, Historiker konzentrierten sich „zumeist auf die Vergangenheit von Ländern, die es noch gibt. […] Kleinere oder schwächere Länder haben Schwierigkeiten, wahrgenommen zu werden, und tote Reiche finden selten überhaupt Fürsprecher.“ Solch ein Fürsprecher will Davies offenbar sein – und wohl in erster Linie Geschichte(n) erzählen, als sie zu deuten: „Dieses Buch fühlt sich wohl in der Kategorie historischer Bergungsversuche. Es sammelt die Spuren gesunkener Staatsschiffe und lädt den Leser ein, freudig mitzuerleben, wie die angeschlagenen Galeonen zumindest auf dem Papier ihre umgestürzten Masten wieder aufrichten, die Anker lichten, die Segel füllen und in der Dünung des Ozeans erneut auf Kurs gehen.“ Davies‘ Stil ist populärwissenschaftlich und liest sich flüssig – wäre nur die deutsche Übersetzung auch in der „2., durchgesehene[n] Auflage 2015“ nicht so lausig (besonders die von Helmut Dierlamm übersetzten Kapitel wimmeln nur so von den Lesefluss hemmenden Fehlern; das Ingermanland wird zum Inge_manland verballhornt und die Slowakei und Slowenien geraten schnell mal durcheinander). Davies geht der Geschichte „seiner“ verschwundenen Reiche – er ist sich des willkürlichen Charakters seiner Auswahl bewusst – jeweils in drei Teilen nach: Darstellung eines historisch symbolhaften (Erinnerungs-) Ortes, Darstellung der Historie des verschwundenen Reiches, Darstellung der Geschichte der Region nach ihrem „Verschwinden“ und ihr Fortleben in der (menschheitsgeschichtlichen) Erinnerung. Davies‘ Vorliebe zu Mittel- und Osteuropa lässt sich nicht verleugnen: Mit Litauen, Borussia (d. h. Preußen), Galizien, Rosenau, Montenegro, Ruthenien, der UdSSR (geschildert am Bsp. Estlands) und auch – je nach Geschmack – Byzanz, liegen 8 der 15 verschwundenen Reiche in dieser Region. Tolosa, Burgund, Aragon, Savoyen und Etrurien (sowie, nach Geschmack: Byzanz) waren ‚mittelmeerische‘ Staaten. Alt Clud liegt im heutigen Großbritannien und bei Eire handelt es sich bekanntlich um das heutige Irland. Davies‘ Erzählweise ist äußerst eingängig und packend. Er entführt den Leser leichtfüßig in fremde Länder und Epochen. Mitunter kommt ihm das didaktische Geschick abhanden, so z. B. wenn er im Borussia-Kapitel zunächst den Vorstoß der Roten Armee auf Berlin 1945 schildert, und dann erst auf die Geschehnisse in seinem Erinnerungsort Königsberg 1944 zu sprechen kommt, oder wenn er die Geschichte der UdSSR nach dem 2. Weltkrieg leider allzu eilig und geradezu platt abhandelt, oder wenn das Kapitel über Galizien (War das überhaupt ein Staat? Oder doch nur ein Teilstaat?) streckenweise ins Anekdotische verfällt. Davies stellt mitunter einfache aber verblüffende Fragen, so z. B. warum wir Deutschen uns bei „Preußen“ in der Regel nur an Brandenburg und Ostpreußen, aber nie an das lange Zeit unter polnischer Hoheit und polnischem Kultureinfluss stehende Westpreußen erinnern und warum preußische Geschichte bei uns frühestens mit dem Großen Kurfürsten beginnt und nicht beim Stamm der baltischen Prussen. Andere Fragen stellt Davies nicht, so z. B. warum sich Polen und Litauer heute gegenseitig so sehr verabscheuen, wo doch ihr beider Goldenes Zeitalter das war, in dem sie eine staatliche Liaison führten und – der Fläche nach – zeitweilig Europas größten (und nach Davies‘ Ansicht auch aufgeklärtesten) Staat bildeten. Immerhin skizzenhaft deutet der Autor an, was die Gründe für das Verschwinden von Staaten sein könnten: Implosion, Eroberung, Zusammenschluss, Abwicklung und „Kindstod“ – nicht ohne zuvor die Theoretiker der „failed states“-Schule kritisiert zu haben, aber andererseits auch ohne die ähnlichen, frühen Ansätze von Thomas Hobbes („Leviathan“) weiter zu verfolgen und auszubauen. Überdies handelt es sich bei genauerer Betrachtung wiederum nur um Beschreibungen von Vorgängen, nicht von Ursachen. (Diesbezügliche Deutungen bleiben wohl weiterhin der Politikwissenschaft vorbehalten; die Geschichtswissenschaft scheint hierzu immer noch keine Analysemethoden entwickelt zu haben – schade.) Was am Ende eines jeden Kapitels aber immer deutlich wird: warum die betrachtete Landschaft heute so ist, wie sie ist – nämlich ein Produkt der historischen Bewegungen, die über sie hinweggingen. Trotz aller methodischen Schlagseiten, die manche der von Davies‘ aufgetakelten „Galeonen“ hat: Insgesamt für mich eine fesselnde (Urlaubs-) Lektüre – oder auch ein prima reisevorbereitender Wälzer. Absolut empfehlenswert für den historisch interessierten Laien! (Und der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt empfehle ich, einfach mal zu lesen, was sie da in den Druck geben! „Durchgesehene Auflage“ – dass ich nicht lache! Mit minus 15 Dioptrien, oder was?)


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