NS-Verbrecher und Staatssicherheit

Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR

Analysen und Dokumente der BStU. Wissenschaftliche Reihe der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) Band 28

Henry Leide

This book reveals the hidden part of the Communist secret police Stasi in East Germany's dealing with the Nazi past: recruitment of Nazi perpetrators as Stasi informers, denial of legal assistance to foreign countries, obstruction of punishment against suspect East German citizens.>
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Beschreibung

Bis heute gilt die konsequente Verfolgung von NS-Tätern als »gute Seite« des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. Doch hinter der Fassade des antifaschistischen Musterstaats wurde ein sorgsam verhülltes, doppeltes Spiel gespielt: SED und Staatssicherheit prangerten die Bundesrepublik an und lieferten Fälle für Vorzeigeprozesse, aber zugleich stellten sie Ermittlungen gegen NS-Täter hintan, wenn sie dem Image der DDR zuwiderliefen. Henry Leide analysiert systematisch die Formen dieser Politik: Anwerbungen von früh amnestierten oder nie verurteilten NS-Verbrechern als Informanten und Agenten in Ost und West, mangelhafte Ermittlungen gegen Hunderte belastete DDR-Bürger, vereitelte Strafverfahren gegen angesehene DDR-Ärzte und verweigerte Rechtshilfe für die ausländische Justiz bei gleichzeitiger Monopolisierung vieler Akten durch die Geheimpolizei. In dieser Praxis entpuppt sich der DDR-Antifaschismus als instrumentelles Kampfprogramm in der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz.

Henry Leide ist Mitarbeiter in der Außenstelle Rostock der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 11.09.2007
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-525-35018-8
Verlag Vandenhoeck + Ruprecht
Maße (L/B/H) 24,1/16,7/3,7 cm
Gewicht 864 g
Abbildungen mit Abbildungen 24 cm
Auflage 3. Auflage

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  • Aus dem Inhalt:
    Einleitung
    Zeitrahmen und Aufbau
    Literatur und Quellen
    I. Die Rolle der Staatssicherheit im deutsch-deutschen und internationalen Kontext
    1 Vom Kriegsende bis zu den Waldheimer Prozessen - die Vorgeschichte bis 1950
    - Alliierte Strafverfolgung
    - Alliierte Rekrutierungen
    - Internierung und Entnazifizierung
    - Dezernate K5 und der Befehl 201
    - Die Waldheimer Prozesse
    2 Stille Integration und die Aktivitäten des MfS 1950 bis 1958
    - NSDAP-Mitglieder in der frühen DDR
    - Die Beteiligung des MfS an der Strafverfolgung 1950 bis 1956
    - Anfänge der IM-Werbung
    - Die Anwerbung von Amnestierten und Haftentlassenen
    - Die Perspektive der Opfer
    3 Kampagnen und Prozesse 1958 bis 1968
    -"Was Bonn verdeckte - die DDR deckte es auf"- Die Propaganda-Kampagnen
    - Wechselwirkungen: Westliche Rechtshilfeersuchen, das RSHA-Verfahren und die Verjährungsdebatte 1963 bis 1965
    - Aktion Konzentration 1965
    - Ausbau der MfS-Diensteinheiten
    - Absicherung des Rechtshilfeverkehrs
    4 Ermittlungen und Strafverfolgungspolitik der siebziger und achtziger Jahre
    -"Strukturverfahren"der HA XX/2/III
    - Behandlung von in Frankreich verurteilten Kriegsverbrechern
    - Der Fall Heinz Barth
    II. Das MfS als Aktensammler
    1 Anfänge ab 1945
    - Die Pressestelle II im Polizeipräsidium Berlin
    - Die Personalpolitische Abteilung beim SED-Parteivorstand
    - Die Aktensammlung der K 5
    2 Die Rolle der Sowjetunion
    - Die Beschlagnahme deutschen Archivguts durch die Rote Armee
    - Rückgabe der Archivalien durch die UdSSR an die DDR
    3 Systematischer Ausbau der Bestände seit den sechziger Jahren
    - Aufbau des Sonderspeichers der HA IX/11
    - Munitionslieferant für die geheime SED-Kirchenpolitik: Das Referat Familienforschung im Deutschen Zentralarchiv Potsdam
    - Erste Auswertungen und Übernahmen aus anderen Archiven