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Fremd in ihrem Land

Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten

(3)
Rezension
"Arlie Russell Hochschild hört hin, wenn die Abgehängten der USA schimpfen und klagen. [...] Sie ist von Empathie geleitet, sie will verstehen, abwägen, begreifen, was schiefgelaufen ist." Rüdiger Schaper (Der Tagesspiegel, 07.09.2017)

"Mit ihrem Buch gelingt Arlie Hochschild ein verständnisvolles und zugleich kritisches Psychogramm einer Welt im permanenten Widerspruch, und wer es liest, wird die Wähler Trumps ein wenig besser verstehen, unter anderem auch, weil sie auf Augenhöhe mit ihnen und nicht nur über sie spricht." Daniel Windheuser (der Freitag, 07.09.2017)

"Was das Buch auszeichnet, ist der Ton: neugierig, beobachtend, unmittelbar und mitfühlend, aber niemals herablassend. Vor allem kommt das Buch ganz ohne strenge Belehrungen aus. Auch das macht es so lesenswert, besonders in Deutschland." Katja Ridderbusch (Deutschlandfunk Andruck, 11.09.2017)

"Es sind diese paradoxen Geschichten, die Widersprüche, die Hochschild aufspürt. Sie begegnet ihren Gesprächspartnern auf Augenhöhe, redet mit ihnen, nicht über sie. Sie will verstehen, nicht bewerten. Sie will begreifen und nicht belehren." Gabi Biesinger (NDR Info, 20.09.2017)

"Ein Buch, das sich [...] leicht liest und spannend ist wie ein Krimi." Susanne Mayer (DIE ZEIT, 21.09.2017)

"Die Leute folgten einer, wie Hochschild es nennt, Tiefengeschichte. Sie liefert die Muster für ihre Deutung der Informationen und Ereignisse. Nicht Interessen und Argumente begründeten ihre Urteilsfindung, sondern ein Wahrheitsgefühl." Nils Minkmar (Der Spiegel, 23.09.2017)

"[Hochschild] gelingt die 'Skizzierung einer emotionalen Landkarte' in einer gespaltenen Gesellschaft und ein erster Schritt, die Mauern, die den politischen Diskurs in den USA bestimmen, zu überwinden." (Buchreport, 28.09.2017)

"Als Trump gewählt wurde, packten sich viele an den Kopf: Wer sind die Leute, die diesen Verrückten an die Macht brachten? Die Soziologin Arlie Russell Hochschild hat bei ihnen im brutal armen Louisisiana gelebt, zugehört, beobachtet. Klug." Susanne Kippenberger (Der Tagesspiegel, 01.10.2017)

"Wie versteht man Trump-Fans, die Arme verhungern lassen würden und Umweltschutz nervig finden, obwohl im Garten das Giftgas blubbert? Eine Übrung in Empathie." (DIE ZEIT, 05.10.2017)

"Ein ungewöhnlich mutiges und aufrichtiges Buch." Reiner Oschmann (Neues Deutschland, 10.10.2017)

"Es ist eine toxische Mischung, die uns Hochschild nahebringt. Wo die Möglichkeit des ökologischen Untergangs auf den Zorn derer trifft, die sich selbst im Untergang wähnen. Und die auf den Bedeutungsverlust und das Schwinden des weißen Seins mit einer Wahl reagieren, die die Welt und alle anderen mit in ihren Abgrund reißen könnte." Eva Berger (die tageszeitung, 14.10.2017)

"Eine Reportage, die zeigt: Mit Trump-Wählern beim Hechte-Angeln zu diskutieren überwindet nicht die gesellschaftliche Spannung. Aber es hilft, sie zu verstehen." (Deutschlandfunk Kultur, 01.11.2017)
Portrait
Arlie Russell Hochschild ist eine der bedeutendsten Soziologinnen der Gegenwart und emeritierte Professorin an der University of California, Berkeley. »Strangers in Their Own Land« stand auf der Shortlist für den National Book Award 2016.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 429
Erscheinungsdatum 07.09.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-593-50766-8
Verlag Campus Verlag
Maße (L/B/H) 22,1/14,1/3,5 cm
Gewicht 689 g
Originaltitel Strangers in Their Own Land. Anger and Mourning on the American Right
Auflage 1
Übersetzer Ulrike Bischoff
Verkaufsrang 10.855
Buch (gebundene Ausgabe)
30,80
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 11.08.2018
Bewertet: anderes Format

Warum haben so viele Amerikaner Donald Trump gewählt? Mit viel Empathie zeigt die Autorin am Beispiel von Louisiana Gründe auf, die verblüffend simpel und verwirrend paradox sind.

Starke Milieu-Studie, schwaches Problembewusstsein
von Dr. M. am 14.06.2018

Louisiana ist ein kleiner und sehr armer Bundesstaat, der in letzter Zeit von Katastrophen heimgesucht wurde, die zu einem sehr großen Teil selbstverschuldet waren. Dorthin reiste die angesehene US-Soziologin Arlie Russel Hochschild, um sich ein Bild über die Denkmuster der Tea-Party-Anhänger zu machen. Die Autorin impliziert sowohl mit ihrer... Louisiana ist ein kleiner und sehr armer Bundesstaat, der in letzter Zeit von Katastrophen heimgesucht wurde, die zu einem sehr großen Teil selbstverschuldet waren. Dorthin reiste die angesehene US-Soziologin Arlie Russel Hochschild, um sich ein Bild über die Denkmuster der Tea-Party-Anhänger zu machen. Die Autorin impliziert sowohl mit ihrer Wortwahl als auch mit ihren Schlussfolgerungen, dass die Menschen in Louisiana typisch (das Herz) für "die Rechten" in den USA wären. Einen Beleg dafür kann sie nicht vorbringen. Auch im liberalen Kalifornien oder an der Ostküste der USA gab es zahlreiche Trump-Wähler. In diesem Buch das Erklärungsmuster für den Wahlerfolg von Trump zu suchen, was am Ende dann auch geschieht, muss schon allein deshalb scheitern, weil das viel zu einseitig wäre. Ihre oben genannte selbstgestellte Aufgabe erfüllte die Autorin hingegen mit Bravour. Sie zeichnet mit sehr viel Respekt und Empathie ein Bild von Tea-Party-Anhängern in Louisiana. Dieser Respekt scheint erst vor Ort entstanden zu sein, denn Frau Hochschild reiste mit falschen Vorstellungen zu diesen vermeintlich schrecklich rückständigen Menschen, um dort dann überrascht festzustellen, dass die Realität ganz anders aussieht. Nun wird das Buch vom medialen Establishment nicht nur für diesen Respekt gelobt, der eigentlich selbstverständlich sein sollte und nur für Leute überraschend sein kann, die ihn nicht mehr besitzen, sondern man äußert sich auch begeistert über den fesselnden Stil und die gute Lesbarkeit des Buches. Dem kann ich mich nicht völlig anschließen. Zwar ist der Text leicht lesbar, gleichzeitig aber dehnt die Autorin ihn mit einer nicht enden wollenden Spirale epischer Wiederholungen schrecklich in die Länge. Ich hatte zunehmend den Eindruck, dass sie ihrer offenbar riesigen Materialsammlung mehr entgegenkommen wollte als dem Leser, der ziemlich schnell merken wird, dass sich irgendwann alles nur noch im Kreis dreht. Fast jeder ihrer ehemaligen Interviewpartner aus Louisiana musste wohl in diesem Buch irgendwo vorkommen, obwohl schon schnell klar wird, dass Aussagen und Erfahrungen dieser Menschen sich im Grunde immer gleichen, selbst wenn ihre Lebensumstände recht verschieden sind. Kurz gesagt: Man hätte diesen Text mit Leichtigkeit auf die Hälfte schrumpfen können, ohne dass seine Grundaussagen verlorengegangen wären. Zwischen all diesen in erzählerischer Form vorgetragenen Erlebnissen in Louisiana steht plötzlich die sogenannte "Tiefengeschichte", in der es die Autorin erstmals wirklich (nach mehr als der Hälfte ihres Textes) schafft, auf den Punkt zu kommen und die Denkmuster ihrer Interviewpartner in einem etwas höheren Abstraktionsgrad so zusammenzufassen, dass man ein gemeinsames Muster erkennen kann, was dann anschließend von den Befragten mit großer Zustimmung abgesegnet wurde. Sie benutzt dazu das Bild einer Warteschlange für ein besseres Leben, in die sich diese Leute (selbstverständlich alles Weiße mit einem durchschnittlichen Leben und normalen sexuellen Ausprägungen) fair eingereiht haben. Sie müssen nun zusehen, wie sie ständig unfair überholt werden und zwar von irgendwelchen Gruppen, die nicht ihre Ausprägungen besitzen, die aber der Staat fördert. Das frustriert sie, weil sie noch den amerikanischen Traum leben wollen und damit wohl aus der Zeit gefallen sind. Und deshalb bekennen sie sich zur Tea-Party-Bewegung, welche diese Prozesse rückgängig machen möchte. Das Buch beginnt mit der Schilderung des "großen Paradoxes". Louisiana ist ein Bundesstaat mit einer erheblichen Umweltverschmutzung, die Öl- und Chemiekonzerne dort angerichtet haben. Das Paradox besteht nun darin, dass die von der Autorin interviewten Tea-Party-Anhänger einerseits persönlich extrem unter dieser Verschmutzung leiden, es aber andererseits ablehnen, wenn sich der Staat regulierend einmischt, was daran liegt, dass sie generell etwas gegen staatliche Bevormundungen haben. In ihrem Gedankengut spiegeln sich noch die Ideen aus der Gründerzeit der Vereinigten Staaten, die inzwischen aber für die anderen nur noch leere Floskeln sind. Die von der Autorin interviewten Menschen werden also von zwei Seiten in die Zange genommen, vom Staat, der sie ihrer Meinung nach unfair behandelt und von Konzernen, die schon lange nicht mehr Teil des amerikanischen Traums sind. Auch amerikanische Aktiengesellschaften und mit ihnen ein großer Teil der US-Wirtschaft besitzen eine "Tiefengeschichte". Leider kommt sie in diesem Buch gar nicht vor. Verwundert muss man darüber nicht sein, weil dieser Teil des Bildes außerhalb des soziologischen Horizonts liegt. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts setzte sich in den USA das sogenannte Shareholder-Value-Prinzip durch, das klare Prioritäten setzt: Zuerst kommt der Gewinn der Eigentümer und erst danach eine auf lange Sicht durchdachte Unternehmensstrategie oder das Gemeinwohl. Die amerikanischen Aktiengesellschaften sind durch ein unfassbar dummes, aber wegweisendes Gerichtsurteil (damals Ford betreffend) zu diesem Unsinn gezwungen. Dieses jämmerliche Prinzip führt dazu, dass immer nur der kurzfristige Gewinn angestrebt wird und die Folgen eines solchen Handelns oft (beispielsweise in Form von Umweltverseuchungen oder finanziellen Rettungsaktionen) auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Dass auch Konzerne daran zugrunde gehen können, ist übrigens auch ein Fakt, den man beispielsweise beim Niedergang von General Electric oder der US-Automobilindustrie detailliert verfolgen kann. Die Autorin hingegen glaubt, dass mehr staatliche Eingriffe (hier: bessere Umweltgesetze usw.) die Folgen dieser Denk- und Handlungsweise lösen werden. Das ist ebenso naiv wie es die Ansichten ihrer Interviewpartner sind. Mit diesem leider sehr langen Text wird man in die Lage versetzt, das Denken und Fühlen derjenigen Amerikaner zu verstehen, die sich in der Tat fremd in den USA fühlen, obwohl sie die ursprünglichen Ideale dieses Landes hochhalten. Dem amerikanischen Establishment ist schon seit wenigstens einem Jahrhundert zu großen Teilen der Gemeinsinn und das Verantwortungsbewusstsein für das Ganze abhandengekommen. Die offenkundige Spaltung der US-Gesellschaft ist nur eine Folge dieses Verlustes. Wer also Amerika wieder groß machen möchte, der muss erst einmal die wirklichen Ursachen des Niedergangs begreifen. Insofern sind die Beschreibungen in diesem Buch nur ein Ausfluss einer weit größeren Problemlage, die aber offensichtlich der Autorin nicht wirklich bewusst ist. Sicher sah sie ihre Aufgabe nicht in dieser Dimension, und es wäre auch nicht ihr Fachgebiet. Ihre Beschreibungen sind (mal abgesehen von deren Überlänge) jedoch hervorragend.

von einer Kundin/einem Kunden am 08.11.2017
Bewertet: anderes Format

Mit aufrichtigem Interesse und großer Neugier blickt Hochschild über die Mauer, die die politischen Lager trennt. Hochspannend geschrieben, frei von Herablassung, ein Augenöffner!