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Roman

Anne Canal

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Beschreibung

Was bleibt, wenn ein Mensch wortlos geht?

Es ist eine E-Mail mit nur einer Zeile, die Hannas Welt ins Wanken bringt:
Durch ihren Bruder Jan erfährt sie vom Tod ihrer besten Jugendfreundin Fido. Die Nachricht erreicht Hanna ausgerechnet während einer wichtigen Antarktisexpedition, von der die Glaziologin neue Erkenntnisse über das
Klima der Vergangenheit erwartet. Seit Fido vor zwanzig Jahren ohne Erklärung den Kontakt abbrach und damit
alle gemeinsamen Zukunftspläne verriet, hat Hanna versucht, die einst so Vertraute aus ihrem Kopf zu verbannen. Doch jetzt, in der endlosen Weite des
Eises, lassen die Erinnerungen und ungeklärten Fragen sie immer mehr die Kontrolle verlieren. Als die Spannungen in Hannas kleinem Forscherteam zunehmen und dann auch noch ein Schneesturm den Erfolg ihres Projektes gefährdet, wird die Zeit im Eis endgültig zur Zerreißprobe.

Anne von Canal, geboren 1973, war nach dem Studium
der Skandinavistik und Germanistik zehn Jahre lang im Verlagswesen und als Übersetzerin tätig, bevor sie sich selbst dem Schreiben widmete. Sie lebt an Mosel und Elbe. Ihr Roman »Der Grund« (mare 2014) war ein großer Erfolg bei Publikum und Presse.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 29.08.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86648-247-0
Verlag Mareverlag GmbH
Maße (L/B/H) 21,6/13,9/2,2 cm
Gewicht 318 g
Auflage 2. Auflage

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 28.01.2021
Bewertet: anderes Format

Eine kurzweilige Geschichte, die zwischen dem Jetzt in der weißen Weite der Antarktis und dem Damals des behüteten Heranwachsens wechselnd erzählt wird, die viele Fragen aufwirft, kaum Antworten gibt und nachdenklich stimmt.

von einer Kundin/einem Kunden am 01.11.2020
Bewertet: anderes Format

Eine Geschichte über die Erfüllung von Kindheitsträumen, Freundschaft und Verlust. Alles in der eisigen Kälte und der blendenden Helligkeit der Antarktis. Ich liebe es, wenn die exzessive Begeisterung und Leidenschaft der Protagonisten Besitz von einem ergreift.

Poetische gefühlvolle Geschichte in einer unwirtlichen Welt
von Xirxe aus Hannover am 03.02.2020

Hanna hat ihren Traum endlich wahr gemacht: Sie ist als Expeditionsleiterin in der Antarktis. Doch als sie von ihrem Bruder eine Mail erhält mit der Nachricht 'Scott ist tot.', bricht sie beinahe zusammen. Scott war ihre beste Jugendfreundin, die kurz vor ihrem gemeinsam geplanten Studium einfach verschwand und nie mehr auftauch... Hanna hat ihren Traum endlich wahr gemacht: Sie ist als Expeditionsleiterin in der Antarktis. Doch als sie von ihrem Bruder eine Mail erhält mit der Nachricht 'Scott ist tot.', bricht sie beinahe zusammen. Scott war ihre beste Jugendfreundin, die kurz vor ihrem gemeinsam geplanten Studium einfach verschwand und nie mehr auftauchte. Den Schmerz und die Enttäuschung darüber hat Hanna nie überwunden, nur tief in sich vergraben wie das Eis, nach dem sie und ihre KollegInnen suchen. Plötzlich stürzen all die Erinnerungen wieder über sie herein und Hanna ist kaum noch in der Lage, ihrer Aufgabe gerecht zu werden. Doch die Antarktis verzeiht keine Fehler. Es ist ein krasser Gegensatz zwischen der unwirtlichen und auch gefährlichen Umgebung, in der die Geschichte spielt und dem Stil, in dem Anne von Canal sie geschrieben hat. Voller Gefühl, Poesie und Sanftheit beschreibt sie das Vergangene, das so plötzlich Hannas Denken und Fühlen fast vollständig in Anspruch nimmt. Und das in einer Situation, in der sie sich als Expeditionsleiterin keine Fehler erlauben kann. Wunderschöne Sätze bringen einem die Lage, in der sich Hanna befindet, so nahe, dass man ihre Anspannung und Zerrissenheit förmlich mitfühlen kann. "Vielleicht findet der Schlaf mich vor den Gedanken, dann müssen sie sich ein anderes Opfer suchen." Oder "Am Morgen sitze ich in einem Haufen loser Knochen, die irgendjemand über mir ausgeschüttet hat. Die Arme und Beine, die ich finde, scheinen nicht zu mir zu passen, jedenfalls kann ich sie kaum bewegen. Das bin doch nicht ich." Erst im Nachhinein fiel mir zudem auf, wie sehr das Äussere (die Antarktis) mit dem Innenleben Hannas übereinstimmt. Zu Beginn ist im wahrsten Sinne des Wortes alles eitel Sonnenschein: traumhaftes Wetter, ideale Bedingungen für dieses Unternehmen und Hanna voller Vorfreude. Doch dann platzt diese Nachricht in ihr Leben und ein Sturm bricht los - draussen ebenso wie in ihr drinnen. Und auch das Ende ist entsprechend: Der Beginn von etwas Neuem setzt den Kontrapunkt zum Abschluss des Vergangenen mit Scott. Chronologisch erzählt wird nur die Expedition; die Erinnerungen an Scott sind hingegen zeitlich ungeordnet und springen stellenweise willkürlich auch innerhalb eines Rückblicks. Doch ich fand es weder störend noch verwirrend, sondern eher normal. Wer denkt schon an längst Vergangenes, das einem zudem wichtig war, in streng chronologischer Reihenfolge? Es ist ein Buch, das viele Fragen offen lässt. Während der ersten 20 bis 40 Seiten wollte ich diese unbedingt gelöst wissen, doch Hannas Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit ist so eindringlich geschildert, dass all meine Fragen weitestgehend in den Hintergrund rückten - wo sie auch geblieben sind ;-)


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