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Der Mann, der Verlorenes wiederfindet

Novelle

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Taschenbuch
gebundene Ausgabe
Antonius liegt auf dem Platz vor der Kirche. Er hatte die Schmerzen nicht mehr ertragen, die Straße nach Padua war gepflastert und der Wagen hart gefedert. Jetzt liegt er da und sieht den italienischen Himmel. Und er erinnert sich an alles, was ihn hierhergebracht hat, von der Kindheit in Portugal bis in den Orden des heiligen Franziskus. – Michael Köhlmeier erzählt, wie nur er es kann, von einer sehr fernen Zeit, doch er macht uns den Bruder Antonius zum Zeitgenossen. In einer Epoche voller Gewalt fragt sich Antonius, wie kommt das Böse in die Welt? Habe ich etwas dagegen bewirkt mit meinen Reden? Köhlmeier erzählt von dem Menschen Antonius, und der geht uns alle an.
Portrait
Michael Köhlmeier, 1949 in Hard am Bodensee geboren, lebt in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Bei Hanser erschienen die Romane Abendland (2007), Madalyn (2010), Die Abenteuer des Joel Spazierer (2013), Spielplatz der Helden (2014, Erstausgabe 1988), Zwei Herren am Strand (2014), Das Mädchen mit dem Fingerhut (2016) und Bruder und Schwester Lenobel (2018), außerdem die Gedichtbände Der Liebhaber bald nach dem Frühstück (Edition Lyrik Kabinett 2012) und Ein Vorbild für die Tiere (Gedichte, 2017) sowie die Novelle Der Mann, der Verlorenes wiederfindet (2017). Michael Köhlmeier wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2017 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie dem Marie Luise Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk und 2019 mit dem Ferdinand-Berger-Preis.

 
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 160
Erscheinungsdatum 24.07.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-25645-3
Verlag Hanser
Maße (L/B/H) 21,1/13,4/2 cm
Gewicht 275 g
Buch (gebundene Ausgabe)
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20,60
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Eine vielschichtige Novelle
von einer Kundin/einem Kunden am 27.03.2018

Diese vielschichtige Novelle um die Sterbestunden des heiligen Antonius beinhaltet theologische Fragen, zeichnet Kirchengeschichte und zugleich ein kleines Sittenbild des 13. Jahrhunderts, bevölkert mit zeitlosen menschlichen Charakteren, hier zumeist als Ordensbrüder auftretend. In einer sehr schönen Sprache erzählt, ist sie ei... Diese vielschichtige Novelle um die Sterbestunden des heiligen Antonius beinhaltet theologische Fragen, zeichnet Kirchengeschichte und zugleich ein kleines Sittenbild des 13. Jahrhunderts, bevölkert mit zeitlosen menschlichen Charakteren, hier zumeist als Ordensbrüder auftretend. In einer sehr schönen Sprache erzählt, ist sie ein angenehm zu lesendes Gegenstück zu so manch nur oberflächlich orientierter Erzählung.

Habe ich etwas bewirkt?
von einer Kundin/einem Kunden am 01.08.2017

Antonius liegt auf dem Platz vor dem Kloster und schaut zum Himmel auf. Er ist erschöpft, krank, hat Schmerzen und wird auch nicht mehr lange leben. Viele sind gekommen, um dem Heiligen beim Sterben zuzusehen. In seinen letzten Lebenszügen erinnert sich Antonius an alles, was ihn hierher gebracht hat... Michael Köhlmeier schrei... Antonius liegt auf dem Platz vor dem Kloster und schaut zum Himmel auf. Er ist erschöpft, krank, hat Schmerzen und wird auch nicht mehr lange leben. Viele sind gekommen, um dem Heiligen beim Sterben zuzusehen. In seinen letzten Lebenszügen erinnert sich Antonius an alles, was ihn hierher gebracht hat... Michael Köhlmeier schreibt eine fiktive Biografie über den Heiligen Antonius, zumeist erzählt durch die eigenen Erinnerungen und Visionen des Heiligen. Man muss garantiert nicht gläubig sein, um dieses Werk zu schätzen, denn auch wenn es von Bibelzitaten nur so gespickt ist, spürt man vielmehr die philosophische Betrachtungsweise und auch die kaum bemerkbaren Ansätze leiser Kritik. Und am Ende zählt auch vielmehr die Frage: Was habe ich bewirkt? Und diese Frage stellt sich Antonius und diese Frage stellt sich irgendwann auch jeder von uns. Was habe ich in dieser Welt vollbracht? Sprachlich absolut traumhaft erzählt und weil ich so begeistert war, hier nur ein kleines Beispiel: "Und das war für den Moment so dermaßen lustig, dass allesamt sich mit auf diesen Wagen reißen ließen, der nun ungehindert über die wohlbestellten Gärten des Anstands ratterte und die zarten Blumen des Mitleids, der Treue, der Freundschaft niedermachte. - Aber auf einmal war die Welt starr und still." (S. 124) Das ist wirklich große Erzählkunst, eingebettet zwischen zwei Buchdeckel. Ein leises, nachdenkliches, wunderschönes Werk und eine absolute Empfehlung!