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Todesmuster

Kommissar Kirchenberg ermittelt 2 - Roman

Kommissar Kirchenberg ermittelt Band 2

Norbert Horst

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Beschreibung

Vor einer stillgelegten Erzmine in der Nähe des Dorfes Ingsen wurden Blutspuren gefunden. Reine Routine, denkt Kommissar Kirchenberg. Bis seine Kollegen von der Spurensicherung einen Raum in der alten Mine entdecken, in dem offensichtlich vor kurzem jemand gefangen gehalten, gefoltert und getötet wurde. Die Befragung der Dorfbewohner bringt zwar einige Geheimnisse ans Tageslicht, aber alle Spuren verlaufen im Nichts. Und auch von der Leiche fehlt jede Spur …



"Der Autor des Romans 'Todesmuster', Norbert Horst, ist von Beruf Kriminalhauptkommissar in Nordrhein-Westfalen, und man merkt seinem Buch auf jeder Seite an, dass hier einer wirklich Ahnung von der Sache hat. Selten habe ich ein so authentisches und realistisches Buch über die Arbeit der Polizei gelesen." WDR4
"Ein ehrlicher Krimi ohne Heldenpathos: So authentisch wie der Arbeitsalltag der Polizei wirkt auch die Figur des Konstantin Kirchenberg." krimi-couch

Norbert Horst ist im Hauptberuf Kriminalhauptkommissar und hat in zahlreichen Mordkommissionen ermittelt. Der Autor ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Kriminalromane wurden mit dem Friedrich Glauser Preis und dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet und standen wochenlang auf der KrimiBestenliste.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 285
Erscheinungsdatum 13.06.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-45912-4
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 18,8/12/2,2 cm
Gewicht 234 g

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Kundenbewertungen

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Übersicht
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Krimi im Protokollstil
von einer Kundin/einem Kunden aus Karlsruhe am 07.01.2011

Mit "Todesmuster" ist Norbert Horst mal wieder ein sehr spannender Krimi gelungen, bei dem kurioserweise zwar ein Tatort vorhanden ist, die dazugehörige Leiche jedoch fehlt. Doch Komissar Kirchenberg und sein Team haben zum Glück schon einige heiße Spuren. Zu Anfang ist dieser Krimi etwas gewöhnungsbedürftig, da er komplett ... Mit "Todesmuster" ist Norbert Horst mal wieder ein sehr spannender Krimi gelungen, bei dem kurioserweise zwar ein Tatort vorhanden ist, die dazugehörige Leiche jedoch fehlt. Doch Komissar Kirchenberg und sein Team haben zum Glück schon einige heiße Spuren. Zu Anfang ist dieser Krimi etwas gewöhnungsbedürftig, da er komplett wie eine Art Protokoll geschrieben ist. Aber an diesen Schreibstil gewöhnt man sich schnell. Außerdem finde ich solch einen Schreibstil einmal sehr interessant. Die niedergeschriebenen Gedanken des Komissars können einen durchaus des öfteren zum Schmunzeln bringen.

Roman? Nein: Protokoll
von Daniel Erni aus Basel am 11.06.2010

Ob ein Protokoll eine Form innerhalb der Literatur ist? In der Geschäftswelt sind Protokolle gang und gäbe, aber einen protokollartigen Krimi zu lesen, ist anstengend. Und Spannung mag da auch nicht richtig aufkommen.

Spannung garantiert!
von Dabis am 27.07.2006

"Todesmuster" von Norbert Horst ist ein gutes Buch, weil es so realistisch ist. Weil es einen mysteriösen Fall protokollartig im Polizeistil beschreibt und dadurch dem Leser Raum gibt, das Grauen und die Geschichte dahinter auf sich wirken zu lassen. Man wird mit den Tatsachen konfontiert und muss sich wie der Kommissar mit ihne... "Todesmuster" von Norbert Horst ist ein gutes Buch, weil es so realistisch ist. Weil es einen mysteriösen Fall protokollartig im Polizeistil beschreibt und dadurch dem Leser Raum gibt, das Grauen und die Geschichte dahinter auf sich wirken zu lassen. Man wird mit den Tatsachen konfontiert und muss sich wie der Kommissar mit ihnen auseinandersetzen. Zugegeben, der Schreibstil mit den kurzen, prägnanten Sätzen ist anfangs gewöhnungsbedürftig, aber die wendungsreiche und spannende Story macht diesen Punkt allemal wieder wett. Nicht selten muss man laut lachen über skurrile Sprüche, Gedanken und Situationen. Alles in allem ein empfehlenswerter Krimi.


  • Artikelbild-0
  • MONTAG
    11 Uhr 15

    ¿¿ warum ¿¿
    Die Kirchent¿r schmettert schwer ins Schloss, es hallt. Verdammt, aufpassen. Der Pfarrer stockt, sieht hoch. Die in den hinteren B¿en drehen sich um, ein Alter im schwarzen Anzug sch¿ttelt den Kopf. Die letzten Reihen sind frei, schnell rein und setzen.
    ¿¿ ist er gegangen, liebe Frau Peters, lieber Jan, liebe Sina, liebe Gemeinde? Von uns gegangen, pl¿tzlich, ohne Vorank¿ndigung, mitten aus dem Leben, wie man so sagt. Wir stehen hier vor seinem Sarg, dem Sarg des Mannes, der uns ein Ehemann war, ein Vater, ein Sohn, ein Kollege, der er uns so vieles war, was uns wertvoll ¿¿
    Ganz sch¿n viele Leute hier. Aber kein Wunder. Roberts Sarg vor dem Altar, rundherum wie im Gartencenter. Die T¿r ¿ffnet sich leise, der K¿ster schlurft vorsichtig, das Futter der rechten Jackentasche h¿t heraus, gl¿t. Mein Gott, ist ja das halbe Pr¿dium vertreten, sogar der Pr¿dent pers¿nlich. W¿ Robert wahrscheinlich gar nicht so angenehm. Wo sind denn unsere Leute? Da vorne, das k¿nnte Helmut sein. Und das sieht aus wie Ullas Kopf. Was hat die denn wieder f¿r Haare? Der K¿ster kommt zur¿ck, geb¿ckte Haltung.
    Der Pastor h¿rt auf zu reden. Orgel. Sch¿ne Melodie. Sie singen zur¿ckhaltend, einige kr¿ige Stimmen dazwischen.
    ¿Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; deine Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht.¿ Drei Strophen. Bei den letzten Takten geht der Pastor wieder hinter den Altar, versinkt im Gebet. Alle stehen auf. Stille.
    ¿Herr, himmlischer Vater. Du Sch¿pfer aller Dinge und Gebieter ¿ber Leben und Tod, wir bitten dich: Sei in dieser schweren Stunde bei uns. Schenke uns Trost, wenn wir ihn bei dir suchen, zeige uns den Weg aus der Verzweiflung, wenn wir dich darum bitten, und, Vater, gib uns Antworten, wo wir Fragen haben. Wenn nicht jetzt, dann vielleicht irgendeines Tages, wenn nicht heute, dann zu irgendeiner Zeit, denn neben aller Klarheit, mit der wir in unserer letzten Stunde vor dir, Vater, stehen, so bleiben wir, wenn wir gehen, einigen ¿ vielleicht auch ganz Nahestehenden ¿ ein R¿el. Denn auf den Grund unserer Seele siehst nur du, Gott. Auch auf den Grund der Seele von Robert Peters.
    Nimm sie zu dir. Amen.¿
    Noch mal Amen im Chor. Was redet der f¿r ein Zeug? Die Orgel setzt wieder ein. Keiner singt. Das kenne ich doch. A whiter shade of pale. Mann, das ist tats¿lich A whiter shade of pale. Donnerwetter, Pop in der Kirche. H¿e es bei uns fr¿her nicht gegeben. Hat sich wahrscheinlich Monika gew¿nscht. Unser Lied oder so. Eine Frau mit lila Fransenschal zwei Reihen voraus heult wie ein Schlosshund.
    ¿Lasst ihn uns nun auf seinem letzten Weg begleiten.¿
    Vorne r¿en sie die Kr¿e weg, der K¿ster ¿ffnet beide Fl¿gel der Eingangst¿r. Sie tragen den Sarg durch den Mittelgang, wei¿ Handschuhe, Gleichschritt. Der Pastor, Monika mit den Kindern dahinter. Eine Rosenbl¿te f¿t ab, rollt unter eine der B¿e. Hinter den vieren ist eine L¿cke, schnell durch und raus. Die Sonne blendet.
    Auf dem Kies vor der Kapelle der Leichenwagen. Opel Admiral. Ganz sch¿n altes Sch¿chen, lange nicht gesehen. Sie setzen den Sarg mit der Kante auf die Rollschiene. Beim Reinschieben hakt es, ein Ruck, Klappe zu. Sie setzen die Zylinder ab, der Fahrer steigt ein. Sattes Blubbern des Achtzylinders. Langsam, ganz langsam f¿t er die Allee hoch bis zum Tor. Einige winken, eine Frau sogar mit Taschentuch. Furchtbar, warum f¿t der so langsam. Blinker. Fast alle bleiben stehen, unbeweglich. Weg.
    Monika dreht sich als Erste um, die Arme um die Schultern der Kinder gelegt. Sie sieht auf, nickt stumm. Blo¿kein ¿herzliches Beileid¿. Komm, sag was Passendes, du kannst das.
    ¿Tag Monika.¿
    ¿Tag Konni.¿
    ¿Kein guter Tag heute, hmm? Ich habe erst heute Nacht davon erfahren. Tut mir sehr Leid f¿r euch. Wie ich ihn kannte, wart ihr der Mittelpunkt seines Lebens. Wahrscheinlich wart ihr auch sein letzter Gedanke.¿ Nicht schlecht.
    Ihre Kaumuskeln arbeiten, sie geht ohne Gru¿ Meine G¿te, ist die fertig. Kein Wunder. Von hinten eine Hand auf der Schulter. Helmut.
    ¿Na, du Weltreisender.¿
    ¿Tag, Helmut.¿
    ¿Wann bist du zur¿ckgekommen?¿
    ¿Heute Nacht, halb drei.¿
    ¿Und da bist du jetzt schon hier?¿
    ¿Ich habe die Post nur durchgesehen, den Totenbrief habe ich nat¿rlich ge¿ffnet.¿
    ¿Na, du Urlauber. H¿e dich fast nicht wiedererkannt nach so langer Zeit¿, Ulla, feste Umarmung, sie riecht angenehm nach Nikotin und Pfefferminz. ¿Und? Wie war¿s?¿
    ¿Ganz sch¿n hohe Berge haben die da.¿
    Pohlmann, Gerber und Grote kommen, rauchen, gr¿¿n, kr¿ige H¿e.
    ¿Was ist eigentlich passiert?¿
    ¿Was ist passiert¿, sie zieht die Stirn kraus, blickt aus den Augenwinkeln, ¿er hat wahrscheinlich einen Herzinfarkt gekriegt.¿
    ¿Herzinfarkt?! Mit f¿nfundvierzig? Die Einschl¿ kommen n¿r.¿
    ¿Sechsundvierzig.¿
    ¿Mann soll sich halt nicht ¿beranstrengen¿, Pohlmann mit vielsagender Miene.
    ¿Was soll das hei¿n?¿ Alle drucksen rum. ¿Kommt, macht hier jetzt kein Quiz, ja.¿
    ¿Er war in der Wohnung seiner Freundin. Robert hatte seit Jahren eine Geliebte¿, Ulla mit ged¿fter Stimme.
    ¿Was? Robert?¿
    ¿¿er fremdem Gebiet abgeschossen.¿ Pohlmann aus dem Hintergrund. Helmut zieht die Augenbrauen hoch.
    ¿Und in ihrer Wohnung ist das passiert? Wei¿Monika davon?¿
    ¿Jetzt ja. Der Notarzt hat keinen nat¿rlichen Tod bescheinigt und die Kollegen aus der PI S¿d hatten keine Ahnung, dass er Kollege ist. Die haben die Todesbenachrichtigung durchgef¿hrt wie immer.¿
    Robert! Der trockene Robert. Und ich Idiot hab eben noch was von Mittelpunkt des Lebens gefaselt. Letzter Gedanke. Schei¿.
    In einer Gruppe unter der Kastanie wird gelacht, die Sonne verschwindet hinter einer Wolke. Die meisten gehen langsam Richtung Ausgang.
    ¿Seit Jahren?¿ Ulla nickt.
    ¿Du kennst sie sogar. Es ist Frau Rother aus der Verwaltung.¿
    ¿Die Dunkle von den Reisekosten?¿
    ¿Genau.¿
    ¿Alte Beamtenregel. Hausfick bringt Ungl¿ck.¿ Pohlmann zieht den rechten Mundwinkel nach oben, macht eine Grimasse.
    ¿Verdammt noch mal, jetzt isses aber gut!¿ Helmut schnaubt mit gedr¿ckter Stimme. ¿Wir sind hier auf einer Beerdigung, auf seiner Beerdigung, genauer gesagt. So ein Rest Piet¿sollte doch wohl noch m¿glich sein.¿
    ¿Nun reg dich man nicht k¿nstlich auf. Bin ich fremdgegangen oder er?¿ Pohlmann leise und bissig.
    ¿Aber man muss an so einem Tag denjenigen nicht noch mit Schei¿ und H¿ bewerfen. Au¿rdem hast du doch wohl auch keinen Heiligenschein, oder?¿
    ¿Ich habe Lobhudeleien auf Trauerfeiern schon immer gehasst¿, er geht n¿r heran, ¿au¿rdem mochte ich ihn nicht besonders. Das ¿ert sich auch nach seinem Tod nicht.¿
    ¿Kommt, lasst gut sein.¿ Die sollen sich woanders streiten. ¿Lasst uns lieber irgendwo einen Kaffee trinken.¿
    Helmut atmet tief durch. ¿Ist doch wahr.¿
    ¿Gibt es keinen Beerdigungskaffee?¿
    ¿Ne¿, Ulla fingert an ihrer Handtasche, ¿hatte Monika wohl keinen Bock mehr drauf, von jedem noch einen warmen Spruch. Ich muss auch dringend zur Dienststelle. Wir haben n¿ich ¿ne Menge zu tun.¿
    ¿Wir haben zwei MKs laufen¿, Helmut nimmt den schwarzen Schlips ab, steckt ihn in die Jackentasche. ¿Ulla hat einen Taximord und Franz einen erstochenen Penner. Beide noch mit voller Mannschaft.¿
    ¿Hat¿s euch ja richtig getroffen in meiner Abwesenheit!¿
    ¿Das kannst du laut sagen. Deshalb waren auch nur sieben von uns heute hier, der Rest arbeitet. Wir sehen uns morgen?¿
    ¿In alter Frische.¿
    ¿Bis dann.¿
    Die anderen gehen zum Parkplatz. Eine alte Frau steht fast allein mitten vor der Kapelle und blickt die Allee entlang Richtung Tor. Sie sch¿ttelt ganz langsam den Kopf, unaufh¿rlich.
    Das mit Monika muss ich wieder gerade biegen.
    Junge, Junge. Robert.

    12 Uhr 40

    Auf den Klingelkn¿pfen mit Tesakrepp ein gelber Zettel. Altkleidersammlung, ¿bermorgen. Im Briefkasten Werbung und etwas von den Stadtwerken, wahrscheinlich eine Rechnung. Die Wohnungst¿r muss auch mal wieder geputzt werden, sind ja richtige Striemen drauf, sie schl¿ beim ¿fnen gegen die Reisetaschen. Auspacken nachher, erst mal Fenster auf, am besten Durchzug. Pah, ist hier eine Luft. Im Radio irgendeine Boygroup, auf WDR III ein Klavierkonzert, ist okay. Einkaufen. Im K¿hlschrank nur zwei Flaschen Wei¿ein, Riesling und Chardonnay, durch den milchigen Einlegeboden schimmert es dunkel in der Gem¿seschublade. Beim Aufziehen schwappt etwas gr¿nliche Fl¿ssigkeit hin und her, mit kleinen St¿ckchen drin, saurer Geruch. Das waren wahrscheinlich mal Paprikaschoten. Wohl ¿bersehen.
    Es schellt.
    Wer wei¿denn, dass ich wieder da bin? Harte Abs¿e auf den Flurfliesen, Carmens Kopf schiebt sich schr¿durch den T¿rspalt. Die dunklen Locken schwingen wie kleine Spiralfedern. Sie bleibt in der T¿r stehen.
    ¿Kennst du mich noch?¿
    ¿Frau Berg, welcher Glanz in diesen Mauern zu dieser fr¿hen Stunde.¿
    Sie kommt herein, schlie¿ die T¿r. Die Bluse raschelt sacht beim Armeheben, schweres Parfum, wie immer. Ihre H¿e am Hinterkopf.
    ¿Wusste fast schon nicht mehr, wie du dich anf¿hlst. Nach sieben Wochen.¿ Sanfter Kuss, ihre Finger bewegen sich im Haar. ¿Ich habe nur f¿nfzehn Minuten Zeit.¿
    ¿¿ne Viertelstunde? Nach sieben Wochen?¿
    ¿Bl¿dmann! Mein Mann hat ein Gesch¿sessen, da soll ich dabei sein.¿
    ¿Darum der Fummel?¿
    ¿Hmmh¿, noch ein Kuss. ¿Und? Wie war¿s?¿
    Tja. Wie war es? Gl¿ende Eisfelder, Wolkenh¿te, hinter Gipfeln immer wieder Gipfel.
    ¿Ich kann dir das kaum beschreiben. Faszinierend? ¿erw¿igend? Das trifft es nicht richtig. Es war anders, anders als alles, was ich bisher erlebt habe.¿
    Sie l¿st sich, l¿elt, ihre H¿e auf der Wange sind angenehm k¿hl. Parfum an ihren Handgelenken. Sie f¿t r¿ckw¿s in den Sessel, Beine ¿bereinander, der rechte Pumps l¿st sich an der Ferse vom Fu¿ Sieht heute wirklich aus wie aus der ¿Vogue¿.
    ¿Ich kann dir nicht mal Kaffee anbieten. Ich war noch gar nicht einkaufen. Was anderes? Wasser? Einen Wein?¿
    ¿Ne, lieber nicht, nachher komme ich noch mit einer Fahne da an ¿¿
    ¿Dann gehen die Gesch¿e bestimmt gleich leichter von der Hand.¿
    ¿Lass man. Ich wollte dich nur kurz sehen. Wusste gar nicht genau, ob du schon wieder da bist.¿ Beim Baumeln des Unterschenkels f¿t der Schuh vom Fu¿ dunkelrote N¿l.
    ¿Ich bin auch einen Tag fr¿her zur¿ck als geplant. Mit den Fl¿gen war es so g¿nstiger.¿
    Sie reibt mit der Hand auf der Sessellehne, hebt den Kopf, klarer Blick. ¿Komm, setz dich mal ¿ne Minute.¿ Ihre Hand warm auf dem Oberschenkel, die Bluse f¿t zwei Zentimeter auf, schwarzer Spitzenrand am BH.
    ¿Und? Was ist so in der Zwischenzeit passiert? Wichtiges? Klatsch? Tratsch?¿
    ¿Was soll hier schon passieren, die Tage kommen, die Tage gehen. Du hast bestimmt mehr erlebt.¿ Ihre Fingern¿l kraulen das Knie.
    ¿Kann schon sein. Ich erz¿¿s dir mal, wenn wir mehr Zeit haben.¿ Sie nickt. ¿Aber wir k¿nnen den Rest der Zeit ja nutzen f¿r eine kurze ekstatische Wiedersehensfeier. F¿nf Minuten? Wenn wir uns beeilen, reicht das.¿
    ¿Doofmann¿, sie boxt sacht in die Rippen, ¿du wei¿, ich mag keine Blitzfeten. Au¿rdem hat die Gastgeberin heute nur Blutwurst im Angebot, da muss die Fete ausfallen.¿ Schulterzucken mit gespielter Unschuldsmiene.
    ¿Dann sollte die Feier aber wenigstens anst¿ig abgeblasen werden.¿
    Sie boxt heftiger in die Rippen. Aua. Skeptischer Blick aus zusammengezogenen Augenlidern, l¿er. Schweigen.
    ¿Wir kennen uns jetzt ein halbes Jahr, nicht? Sag mal, was f¿hlst du eigentlich, wenn wir uns sehen?¿ Oh, Gott! Schwierige Fragen am Nachmittag. Durchatmen.
    ¿Wir haben uns jetzt sieben Wochen nicht gesehen, und da muss ich gleich so was Schweres beantworten?¿
    Sie steht auf, geht zum Fenster, kommt zur¿ck, ihre Hand im Haar, leise Schauer. ¿Hab ich mich in den letzten Wochen h¿iger gefragt. W¿rde mich einfach mal interessieren.¿
    Komm! Ehrlich sein! ¿Problemloser Sex ohne tiefere Gef¿hle, aber mit Sympathie! Wer von uns beiden hat das eigentlich am Anfang gesagt?¿
    ¿Ich wei¿ Aber was ist, wenn Dinge sich ¿ern?¿
    Kein Ausweichen. ¿Dann wird¿s problematisch.¿
    ¿F¿r wen?¿ Ihre Hand immer noch im Haar. Immer noch leise Schauer. Aufstehen. Das Klavierkonzert ist zu Ende, es quatscht jemand. Suchlauf, irgendwo die Stones.
    ¿F¿r beide.¿
    Sie h¿ dem Blick stand, Seufzer.
    ¿Ich muss los, Gl¿ckspilz¿, sie geht zur T¿r, ¿ffnet, z¿licher Kuss, ¿aber ich spreche dich noch mal darauf an¿, gestreckter Finger mit Herausforderung. Die Abs¿e hell auf den Fliesen. Das h¿rt man im ganzen Treppenhaus. Die T¿r schmettert ins Schloss. Ist der Stopper schon wieder kaputt. Der K¿hlschrank. Im Abflusssieb bleiben einige Paprikast¿ckchen h¿en. Mein Gott, stinkt das.
    Die Schelle. Was vergessen?
    Frau Gierths Gesicht zwischen zwei Benjaminis.
    ¿Die Pflanzenfl¿sterin bringt Ihre Kinder zur¿ck.¿ Mit eiligem Schritt in die K¿che, stellt beide auf den Tisch. ¿Mein Gott, hier riecht es aber sauer, Sie m¿ssen mal l¿ften.¿
    ¿Haben die sich bei Ihnen vermehrt? Ich hatte Ihnen doch nur einen zur Pflege gegeben.¿
    ¿Genau! Den Kr¿ppel hier. Ich habe es mit viel Liebe probiert, aber ein Prachtst¿ck wird das nicht mehr. Das liegt daran, dass er allein ist. Da habe ich Ihnen den hier dazugetan. Selbst gezogen. Pflanzen sind nicht gern allein. Wie Menschen.¿ Blick von unten nach oben, eine Augenbraue hochgezogen. Ja, ja.
    ¿Das kommt auf die Menschen an.¿
    ¿Bl¿dsinn. Stellen Sie die beiden mal zusammen, dann geht¿s denen auch besser.¿ Erhobener Zeigefinger. ¿Und, schon geh¿rt? Letzte Woche zwei T¿tungsdelikte ¿¿
    ¿¿ schon geh¿rt ¿¿
    ¿¿ und wissen Sie schon was N¿res?¿
    ¿Gar nichts. Morgen ist mein erster Arbeitstag. Heute war ich nur auf der Beerdigung eines Kollegen.¿
    ¿Ja¿, klagender Unterton, ¿habe ich gelesen. Tragische Geschichte. Klang etwas eigenartig in der Zeitung ¿¿
    ¿Ja, tragisch. 46 Jahre.¿
    ¿Ja, ja. Aber was soll ich sagen, mit 74¿, sie hebt die Arme, wendet sich zur T¿r.
    ¿Ach, Frau Gierth¿, sie dreht sich, bleibt stehen. ¿Augenblick noch.¿ Das m¿sste doch in der Reisetasche ganz unten sein. Ja, das ist die T¿te. ¿F¿rs Gie¿n und Pflanzenfl¿stern. Kleines Dankesch¿n.¿
    ¿Oh, Herr Kirchenberg, das w¿ ¿¿
    ¿¿ nicht n¿tig gewesen, ich wei¿ Trotzdem. Danke.¿
    Sie l¿t den bunten Stoff durch die Finger gleiten, legt sich den Schal um den Hals.
    ¿Wundersch¿n¿, fast etwas verlegen. Sie sieht hoch, l¿elt jugendlich.
    ¿Schon gut.¿
    ¿Wenn Sie mal wieder Hilfe brauchen ¿¿, sie zeigt auf wie in der Schule, geht, dreht sich in der T¿r, wieder ganz ernstes Gesicht, ¿wenn Sie etwas ¿ber die Morde wissen, also, ich will nicht unversch¿ sein.¿
    ¿Ich halte Sie auf dem Laufenden.¿ Die ¿ert sich nicht mehr. Sie t¿chelt den Oberarm.
    ¿Wir verstehen uns.¿ Die Treppe rauf, ohne das Gel¿er anzufassen, spielt mit den Schalenden.

    Bei Sener an den Plastiktischen unter den Sonnenschirmen zwei Jugendliche. Sener an der Theke st¿tzt sich auf beide Ellenbogen, liest Zeitung, wahrscheinlich Hurriyet. Die T¿r schnarrt, er sieht auf, ganz langsam ein Lachen, kommt mit ausgestreckten Armen. Er nimmt die Rechte, sch¿ttelt mit der Linken den Oberarm, vermeidet im letzten Augenblick eine Umarmung.
    ¿Wieder da?!¿
    ¿Ja, wieder da. Seit heute Nacht.¿
    Er l¿st den Griff, geht in die K¿che, kommt mit einer Flasche wieder. Die Fl¿ssigkeit in den Schnapsgl¿rn ist milchig.
    ¿Aus der Gegend, aus der ich komme. Ein Getr¿ f¿r Freunde. Gute Freunde.¿
    Schmeckt gut, bisschen s¿¿ und irgendein Gew¿rz, aber was?
    ¿Ich muss einkaufen, wollte eigentlich nur kurz Hallo sagen.¿
    ¿Sch¿n, siehst gut aus. Wie war es?¿
    ¿Erz¿ ich dir heute Abend. Muss mal wieder was essen, was ich kenne.¿
    ¿Was richtig Deutsches, verstehe.¿ Er lacht breit.
    ¿Genau. Kannst mir schon mal einen D¿ner warm halten. Und ein gro¿s Bier.¿
    ¿Alles klar.¿ Er stellt das Tablett auf den Tresen. ¿Bis dann.¿
    Die beiden Jungen am Tisch reden ¿ber eine Britta, lachen.

    DIENSTAG
    07 Uhr 36

    An der Innenseite der Fahrstuhlt¿r ein neues Graffiti. Hand mit Victory-Zeichen und ¿Der Sieg ist unser¿. Ist fast ein Siebziger-Jahre-Slogan. Der Boden im Flur gl¿t wie immer. Es riecht wie immer. Strunkem¿ller liest im Gehen eine Rotakte, kurzer Blick.
    ¿Schau an, der Abenteurer. Siehst ja aus wie¿n Bimbo. Pass auf, dass du nicht festgenommen wirst.¿ Er bleibt kurz stehen. ¿Kannst du dich ¿berhaupt wieder an Arbeit gew¿hnen nach dieser Zeit?¿
    ¿Wird schon klappen.¿
    Er schmettert im Weitergehen mit der flachen Hand auf den R¿cken, es brennt. Strunkem¿ller ist echt ein Kamel.
    ¿Dann h¿ dich mal rein. Wie war¿s ¿berhaupt?¿
    ¿Nachher beim Kaffee erz¿ ich es f¿r alle. Sonst muss ich zehnmal dasselbe runterbeten.¿ Er zeigt Verst¿nis, liest wieder im Gehen.
    Petra sitzt im Vorzimmer mit Knopf im Ohr hinter ihrem PC und tippt. Kurzes Aufblicken, sie stoppt, nimmt den Kopfh¿rer ab, dreht sich auf ihrem Stuhl.
    ¿Halloho.¿ Sie steht auf, fasst den Unterarm, langer Blick in die Augen. ¿Und? Bist du¿s?¿ Gespielt pr¿fender Blick, sie kommt ganz nah heran. ¿Muss doch mal sehen, ob nicht ein paar neue Falten dazugekommen sind unter der braunen T¿nche.¿ Feste Umarmung, sie l¿st sich langsam. ¿Sch¿n, dass du wieder da bist. Hatte ja niemanden mehr zum Quatschen, so zwischendurch.¿ Sie setzt sich, nimmt ihren Kopfh¿rer, noch ein L¿eln, tritt auf den Fu¿chalter, Tastengeklapper.
    Die Neonr¿hre im Durchgang zu Helmuts B¿ro kommt erst mit Verz¿gerung. Das Fach im Schrank ist bis an die Oberkante gef¿llt.
    ¿Das ist noch nicht alles.¿ Helmut aus dem Nebenzimmer, legt den Telefonh¿rer auf. ¿Der Rest passte nicht mehr rein.¿ Er klopft auf einen Stapel neben sich, zuckt mit den Schultern.
    ¿Ist ja fast wie bei den Einbrechern.¿
    ¿Au¿rdem¿, er steht auf, geht um den Schreibtisch herum, ¿muss ich noch die restlichen Vorg¿e von Thomas verteilen. Aber du bist ja ausgeruht.¿ G¿nnerhaftes L¿eln.
    ¿Jetzt wei¿ich auch, warum alle Chef werden wollen. Der muss die Arbeit halt nur noch verteilen. Toller Job.¿
    ¿Aber die Verantwortung ¿¿ Er geht wieder hinter seinen Schreibtisch, nimmt sich eine Akte und f¿elt sich Luft zu, grient. Helmut macht Scherze. Da scheint¿s ihm ja heute besonders gut zu gehen.
    Das Schloss in der B¿rot¿r hakt immer noch. Muss der Hausmeister mal nachsehen. Tja, hat sich ja wenig ver¿ert. Was auch? Der Kalender ist sechs Wochen im R¿ckstand, die Erde der fetten Henne ist feucht. Da kann man sich wirklich auf Petra verlassen.