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Die Ästhetik des Widerstands

Roman


Der Roman Die Ästhetik des Widerstands ist zu einem Kultbuch geworden.

Was erzählt der Roman? Er berichtet von jungen Arbeitern, die 1937 in Berlin ihren Standort umreißen. Über die Tschechoslowakei gelangt der Erzähler nach Spanien und nimmt teil am Bürgerkrieg. Der zweite Teil schildert die Vielschichtigkeit der Erlebnisse im Stockholmer Exil. Der Autor verfolgt die Wege der Personen: Endstation für viele sind die Hinrichtungsstätten des »Dritten Reichs«. Dennoch bleibt der Widerstand ihr Vermächtnis.

Rezension
"Wie ein Koloß auf drei Säulen ragt Peter Weiss' Roman-Essay Die Ästhetik des Widerstands aus der deutschen Literatur. Eine monumentale Arbeit an den Zügen des Menschlichen, die es für die Generationen der Nachgeborenen neu zu entdecken gilt."
Herbert Debes, glanzundelend.de 31.10.2016
Portrait
Peter Weiss wurde am 8. November 1916 in Nowawes bei Berlin geboren und starb am 10. Mai 1982 in Stockholm. Zwischen 1918 und 1929 lebte er in Bremen, wo er das Gymnasium besuchte. 1929 kehrte die Familie Weiss nach Berlin zurück, musste jedoch 1934 emigrieren. Die erste Station bildete London, darauf folgte 1936 die SR. In diesen Jahren widmete sich Peter Weiss vorwiegend der Malerei – 1937/1938 studierte er Malerei an der Kunstakademie in Prag. In dieser Zeit besuchte er Hermann Hesse während zweier längerer Aufenthalte in der Schweiz. Die dritte und letzte Emigrationsstation bildete 1939 Schweden, wo Peter Weiss zunächst in Alingsås, ab 1940 in Stockholm wohnte. Hier setzte er seine Tätigkeit als Maler fort. 1947 hielt er sich als Korrespondent einer schwedischen Tagesszeitung in Berlin auf. Seine Artikel versammelte er 1948 zu seiner ersten Buchpublikation. Der Band erschien posthum 1985 unter dem Titel Die Besiegten. Ab diesem Zeitraum entstanden, in schwedischer Sprache, die ersten Prosaarbeiten, Gedichte, und Dramen. Zu den wichtigsten Erzählungen aus dieser Schaffensperiode zählen Die Situation aus dem Jahre 1956 sowie das 1980 unter dem Autorenpseudonym Sinclair veröffentlichte Buch Der Fremde. Keines seiner Manuskripte wurde jedoch von einem schwedischen Verlag zur Publikation angenommen. Mitte der fünfziger Jahre begann Peter Weiss in deutscher Sprache zu schreiben. 1960 erschien sein erstes Prosabuch Der Schatten des Körpers des Kutschers. Zu Beginn der siebziger Jahre wand sich Peter Weiss wieder der Prosa zu. Zwischen 1975 und 1981 erschien der dreibändige Roman Die Ästhetik des Widerstands, deren letzter Band begleitet wird von Notizbücher 1971 – 1980. Ihm wurde posthum der Georg-Büchner-Preis für das Jahr 1982 zuerkannt.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 1195
Erscheinungsdatum 25.04.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-45688-0
Verlag Suhrkamp
Maße (L/B/H) 19/11,6/6 cm
Gewicht 721 g
Auflage 4
Buch (Taschenbuch)
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22,70
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Kundenbewertungen

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Übersicht
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Wie wäre es, ein solches Hörspiel über die heutige Zeit zu machen?
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 18.02.2016
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Ich höre diese 12 CDs im Abstand von 2 oder 3 Jahren immer wieder. Und ich bin jedes Mal verblüfft, wie dieser "sperrige" Textkoloss plötzlich ganz klar und durchsichtig, ganz verständlich wird. Im Moment beschäftigt mich besonders die Frage, wie würde Peter Weiss die politischen Verhältnisse heute darstellen? Welche Kunstwerke ... Ich höre diese 12 CDs im Abstand von 2 oder 3 Jahren immer wieder. Und ich bin jedes Mal verblüfft, wie dieser "sperrige" Textkoloss plötzlich ganz klar und durchsichtig, ganz verständlich wird. Im Moment beschäftigt mich besonders die Frage, wie würde Peter Weiss die politischen Verhältnisse heute darstellen? Welche Kunstwerke wären heute seine Grundlagen zur Reflexion? Welche Bücher würde er jetzt erwähnen? Ich halte dieses Hörspiel für den idealen Einstieg zu dem umfangreichen Roman.

O Herakles. Wie kalt sind deine Wangen...
von Zitronenblau am 25.12.2011

Walter Jens beschreibt die Ästhetik des Widerstands als "gelungenen Gegen-Entwurf zum Joyceschen Kompendium" und meint, Weiss' Epopöe fordere dessen Ulysses in die Schranken der Poesie. Mit Verlaub, dieser Kommentar ist so haltlos wie der klägliche Vergleich mit Joyce überhaupt. Weiss inthronisiert ein historisches Denkmal für... Walter Jens beschreibt die Ästhetik des Widerstands als "gelungenen Gegen-Entwurf zum Joyceschen Kompendium" und meint, Weiss' Epopöe fordere dessen Ulysses in die Schranken der Poesie. Mit Verlaub, dieser Kommentar ist so haltlos wie der klägliche Vergleich mit Joyce überhaupt. Weiss inthronisiert ein historisches Denkmal für die vor allem marxistische Widerstandsbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Buch endet mit dem Ende des 2. Weltkriegs. Der Roman ist dabei ganz und gar unpoetisch. Im Grunde lesen wir über fast 1200 Seiten einen mehr aufzeichnungsartigen Text eines namenlosen Ich. Dieses Ich ist so flach wie das Spektrum dieses "Epos" - und dies ist nicht abwertend gemeint, nicht der Horizont dieser Chronik soll in uns eingehen, sondern die Tiefe der antifaschistischen und antikapitalistischen Widerstandsbewegung in einer gewissen Korrelation. Daher ist die Handlung weniger Ich-bezogen. Vielmehr kommt der Erzähler, der natürlich ein Arbeiter ist, aus Deutschland (eig. Tschechoslowakei), schließt sich der Bewegung im spanischen Bürgerkrieg an und zieht weiter nach Schweden, um von dort aus zu operieren. Dabei ist Weiss/der Erzähler erstaunlich nah an der historischen Realität. Die einzelnen geschichtlich wirksamen Personen und Ereignisse (ohne diese an dieser Stelle aufzuzählen) werden genannt und also in die Epopöe gemeißelt. Das Ich fungiert somit auf den ersten Blick als bloßes Sprachrohr, Beschreibender und Berichtender dieser Handlungen, Personen und Ereignisse (Denkmalsetzungsfunktion). Doch ist diese Reduktion des Erzählers nicht symbolisch, sondern programmatisch. Weiss versucht hier einen Entwurf der Ästhetisierung auf einer subtileren Ebene. Das Ich will nicht Revolutionär sein, es will uns nicht überzeugen, es ist rot und macht keinen Hehl um seinen Hass auf das Bürgertum. Das Ich ist aber intellektuell und will schreiben, sich künstlerisch verwirklichen, die Synthese aus "Arbeit und Kunst": "Wir fragten uns, was das wahre in der Kunst sei, und fanden, es müsse das Material sein, das durch die eignen Sinne und Nerven gegangen sei." Die Weisssche Technik hierbei ist das Suchen nach historischen wie fiktiven (künstlerischen, literarischen) Vergleichen (z.B. Kafkas Schloss als Proletarierroman). Dabei fließen diese Reflexionen in den Raum der "realen" Aufzeichnungen des Ich fließend über. Diese Technik bringt in den Roman partiell forminnovative essayistische Elemente ein, drückt inhaltlich natürlich (nicht zuletzt auch durch seine Länge!) den ständigen, ewigen Prozess der Dialektik zwischen Unterdrückung und Widerstand aus. Weiss monumentalisiert also durch Gehalt wie Gestalt: das Buch sublimiert sich SELBST zu einer gattungsbezogenen Form des ästhetischen Widerstands!!! - Das ist brillant! Und doch sind mir die heraklidischen Referenzen zu dünn. In der Mutterdarstellung erkenne ich keine Alkeme. "Trotzdem [...] gebe ich Herakles noch nicht auf." Sein Weg als "Arbeiter" zeigt sich in der Dialektik die sich inhaltlich durch das ständige Nachvorn und Nachhinten, den Wechsel der Operationsorte (Kommunismus ist nationslos) und der vielen Reaktionäre auszeichnet. Der Roman bedeutet Indifferenz, Verharren, ja, am Ende beinahe Niederlage. Und so geht es dem Ich. Seine Entwicklung ist -wenn überhaupt- künstlersich zu begreifen, doch es entwickelt sich praktisch kaum, es speist seine intellektuelle Kraft aus jener Dialektik. Und darüber konstituiert sich wiederum der Titel: Ein kolossaler "Arbeiterroman", aber sicher kein Gegen-Entwurf zum Odysseus...

Ein wahres Meisterwerk
von Alexandra Zander aus Köln am 22.08.2010

Peter Weiss wohl wichtigstes Werk berichtet mittels ekphrasischer Mittel über leidvolle Lebensgeschichten, die ihr Ende im KZ nahmen. Ein herausragendes und sehr wichtiges Buch, das jeder gelesen haben sollte!