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In der Sache J. Robert Oppenheimer - Schauspiel

Text und Kommentar

Suhrkamp BasisBibliothek Band 58

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Text und Kommentar in einem Band. In der Suhrkamp BasisBibliothek erscheinen literarische Hauptwerke aller Epochen und Gattungen als Arbeitstexte für Schule und Studium. Der vollständige Text wird ergänzt durch anschaulich geschriebene Kommentare.
Portrait

Heinar Kipphardt, geboren 1922 in Heidersdorf, studierte Medizin mit dem Schwerpunkt Psychiatrie in Bonn. Bereits zu Beginn seiner medizinischen Karriere hatte er jedoch den Plan, schriftstellerisch tätig zu werden. Seinen ersten großen Erfolg erzielte er mit dem Schauspiel In der Sache J. Robert Oppenheimer. Heinar Kipphardt verstarb 1982 in München.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 190
Erscheinungsdatum 25.04.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-18858-3
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,7/11,3/1,7 cm
Gewicht 129 g
Auflage 4. Auflage
Unterrichtsfächer Deutsch
Schulbuch (Taschenbuch)
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8,30
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Nuklearer Spielplatz der Giganten? – Im Erlebensfalle …
von Buechermaxe aus München am 15.02.2006

Kipphardts Theaterstück dokumentiert in hoher sprachlicher Klarheit und Einfachheit die an sich politisch motivierte Gesinnungsuntersuchung gegen den Physiker J. Robert Oppenheimer, auf deren Hintergrund die Frage nach der ethischen Verantwortung, den Skrupeln und dem Realisierungswahn technischer Machbarkeiten bei der Herstellu... Kipphardts Theaterstück dokumentiert in hoher sprachlicher Klarheit und Einfachheit die an sich politisch motivierte Gesinnungsuntersuchung gegen den Physiker J. Robert Oppenheimer, auf deren Hintergrund die Frage nach der ethischen Verantwortung, den Skrupeln und dem Realisierungswahn technischer Machbarkeiten bei der Herstellung der Atombombe von Hiroshima und Nagasaki zum Thema wird. Frage an Dr. Bethe: „Welche Wirkung hatte Hiroshima auf die Physiker in Los Alamos?“ Dr. Bethe: „Wir hatten einige Jahre unter harten militärischen Bedingungen gearbeitet, und niemand von uns hatte die Folgen wirklich bedacht. Hiroshima konfrontierte uns mit diesen Folgen, und niemand konnte fernerhin an diesen Waffen arbeiten ohne zu bedenken, dass sie auch verwendet würden.“ Frage an Dr. Bethe: „Gingen Sie später nach Los Alamos zurück?“ Dr. Bethe: „Ja. Als der Krieg in Korea ausgebrochen war. Ich arbeitete dort, bis wir die (Wasserstoffbombe) getestet hatten.“ Frage: „Hatten Sie in dieser Zeit moralische Skrupel, an der Wasserstoffbombe zu arbeiten?“ Dr. Bethe: „Sehr starke. Ich habe sie noch. Ich habe geholfen sie zu machen, und ich weiß nicht, ob es nicht ganz falsch war, das zu tun. (…) Ich ging in der Hoffnung, dass sie sich als nicht herstellbar erweisen möge.“(S. 114f). Es ist eine Diskussion und bleibt eine, die uns noch heute in Atem hält, die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaftler und den ethischen Skrupeln der Menschheit gegenüber sich selbst und ihrem Jahrhunderte währenden Projekt der Aufklärung, die auf tödliche oder heilsame Art und Weise die Antwort geben muss und wird: was Wissenschaft erforschen darf oder muss und was technisch für den Fortschritt nutzbar gemacht werden soll - ja, was Fortschritt überhaupt ist. Dazu Dr. Teller: „Ich meine, dass Entdeckungen weder gut noch böse sind, weder moralisch noch unmoralisch, sondern nur tatsächlich. Man kann sie gebrauchen oder missbrauchen. Den Verbrennungsmotor wie die Atomenergie. In schmerzhaften Entwicklungen haben es die Menschen schließlich immer gelernt, sie zu gebrauchen.“ (S. 108). Und wir stellen uns heute die aus dieser Ansicht sich ergebende Frage, die vielleicht nur eine vernichtende Antwort kennt: Gilt das auch angesichts der Gefahren der Schmutzigen Bombe in Terroristenhand oder den neuen, militärisch aufstrebenden Nuklearstaaten, also in Zusammenhang mit Ländern, in denen die Bevölkerung in politischer Unfreiheit, religiöser Intoleranz und Armut lebt? Dr. Teller dazu: „Wenn wir vor dem temporären Aspekt der Entdeckungen, ihrer Zerstörungskraft, zurückschrecken, (…) werden wir auf halbem Wege stecken bleiben und in den Schwierigkeiten versinken, die unsere Entdeckungen in die Welt gebracht haben.“ Und weiter: „(…) ich hoffe aber, es kommt die Zeit, da man in mir einen Friedenstreiber sehen wird, da der übergroße Schrecken unserer Vernichtungswaffen den Krieg als klassisches Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele definitiv disqualifiziert haben wird.“ Evans entgegnet ihm: „Im Erlebensfalle, Dr. Teller, wie es im Versicherungsgeschäft heißt. Wir sollten doch vielleicht bedenken, dass die Menschheit im Falle, dass Ihre Prognose nicht stimmt, keine Korrekturmöglichkeit hat. Das ist neu.“ (S. 110f). Also ein Buch, das nichts von seiner erschreckenden Aktualität eingebüßt hat!