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Erinnerung und Exil - Gedichte

Mit einem Nachwort von Stefan Zweig

Stefan Zweig über den Autor:
Denn selten habe ich bei einem Menschen soviel seelische Tapferkeit der Gesinnung gesehen wie bei diesem kleinen schwachen Mann, der zerbrechlich schien vor einem Hauch des Winds und doch moralisch diesem furchtbarsten Orkan der Geschichte unerschütterlich durch seinen Glauben an die dichterische Mission standgehalten hat.
Schon vorher hatten Max Herrmann-Neisses Gedichte den Wissenden mit zu den wertvollsten der Generation nach Rilke gegolten. Aber niemals hat er schönere geschrieben als jene im Exil. Jene der ersten Emigrationsjahre sind mit einer rühmenden Einleitung Thomas Manns noch unter dem Titel »Um uns die Fremde« im Verlag Oprecht in Zürich erschienen. In ihnen ist alle Trauer, aller Schmerz, alle Sehnsucht, alle Ungewißheit und Selbstentfremdung der Emigration unvergeßbar ausgesagt. Aber noch großartiger gestalteten sich jene der Kriegszeit. In ihnen hat Erbitterung, Wehrlosigkeit und Verzweiflung erschütternde Akzente erreicht, die er nie gefunden hätte ohne jene äußerste Prüfung. Zur Stunde bewahren diese seine letzten Verse nur seine Witwe und einige seiner Freunde als kostbares Vermächtnis. Erst wenn sie öffentlich erscheinen, wird in vollem Ausmaß erkennbar sein, wer Max Herrmann-Neiße gewesen und wieviel wir an ihm verloren.
Der Text folgt der Ausgabe von 1946, erschienen im Verlag Oprecht, Zürich.
Portrait
Max Herrmann-Neisse (1886-1941), geboren in der schlesischen Stadt Neiße, war ein bedeutender Schriftsteller und Lyriker. Von 1905 bis 1909 studierte er in München und Breslau Literatur- und Kunstgeschichte. 1909 ging er zurück nach Neiße, um als freier Schriftsteller zu leben. Ab 1911 erschienen Gedichte Herrmann-Neisses in der von Franz Pfemfert herausgegebenen Zeitschrift »Die Aktion« und bald darauf auch in dem von Alfred Kerr herausgegebenen »Pan«, den beiden führenden Zeitschriften der modernen Literatur. Für seinen 1914 im S. Fischer Verlag erschienenen ersten größeren Gedichtband erhielt er 1924 den Eichendorff-Preis. 1917 zog er mit seiner Frau nach Berlin, wo er in sozialistischen und anarchistischen Kreisen verkehrte. Allein 1919 erschienen vier Bücher Herrmann-Neisse, die von der Kritik und Autoren wie Else Lasker-Schüler oder Oskar Loerke begeistert aufgenommen wurden. Nebenbei verdiente er den Lebensunterhalt durch journalistische Arbeiten und als Korrektor bei S. Fischer. In den 1920er Jahren begann Herrmann-Neiße neben Gedichten verstärkt erzählende Prosa zu schreiben. 1920 erschien der autobiografische Roman Cajetan Schaltermann. Die meisten Texte dieser Zeit sind noch stark vom Expressionismus geprägt. 1927 erhielt Herrmann-Neiße den Gerhart-Hauptmann-Preis. In den späten 1920er Jahren war Herrmann-Neisse einer der bekanntesten Berliner Literaten, wozu neben seinen Texten auch die auffällige Gestalt und Erscheinung beitrugen. Kurz nach dem Reichstagsbrand 1933 floh Herrmann-Neisse gemeinsam mit seiner Frau zunächst in die Schweiz, dann über die Niederlande und Frankreich nach London, wo er sich im September 1933 niederließ. Herrmann-Neisse gründete Ende 1933 gemeinsam mit Lion Feuchtwanger, Rudolf Olden und Ernst Toller den
Exil-PEN, doch blieb er in England ansonsten weitgehend isoliert. Im April 1941 starb er in London an den Folgen eines Herzinfarkts.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 148
Erscheinungsdatum 2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-946619-33-8
Verlag Boer
Maße (L/B/H) 21,3/14,6/1,8 cm
Gewicht 296 g
Auflage Der Text folgt der Ausgabe von 1946, erschienen im Verlag Oprecht, Zürich.
Buch (gebundene Ausgabe)
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