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Sonst knallt's!

Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen

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Unsere Wirtschaftsordnung, aber auch unsere politische Landschaft sind völlig aus dem Lot geraten. Immer mehr Menschen haben das Gefühl, nur noch für den Staat zu schuften und fühlen sich benachteiligt. Die Steuern sprudeln, aber die Infrastruktur verfällt. Unser Bildungssystem: eine chaotische Dauerbaustelle. Eine winzige globale Finanzelite produziert derweil gigantische Blasen illusionären Reichtums. Die Bestsellerautoren erklären, warum wir künftig nicht Leistung, sondern den Konsum besteuern müssen. Warum ein bedingungsloses Grundeinkommen, Gemeingüter und eine strikte Finanzregulierung sozial gerecht und ökonomisch vernünftig sind. Handeln wir jetzt, bevor es zu spät ist!
Portrait
Götz W. Werner, Jahrgang 1944, ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der dm-Drogeriemärkte mit Sitz in Karlsruhe, 1.600 Filialen in neun europäischen Ländern, die 2005 einen Umsatz von 3,3 Mrd. Euro erwirtschaftet haben. Sein Unternehmen führt er nach Prinzipien, die Mitarbeiter und Kunden ganz in den Mittelpunkt stellen. Seit 2003 ist Werner Professor am Institut für Entrepreneurship der Universität Karlsruhe. Außerdem fördert er aktiv verschiedenste soziale und kulturelle Projekte. Werner ist in zweiter Ehe verheiratet und hat sieben Kinder.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Seitenzahl 160 (Printausgabe)
Altersempfehlung 16 - 99
Erscheinungsdatum 24.04.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783732539949
Verlag Bastei Entertainment
Dateigröße 1277 KB
eBook
8,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„Sonst knallt's!“

Hans Wilhelm Schmölzer, Thalia-Buchhandlung Atrio, Villach

Es wird richtig knallen - außer unser Wirtschafts-, Sozial- und Finanzsystem wird grundlegend reformiert und an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts angepasst - so die These der renommierten Autoren Weik/Friedrich und des dm-Gründers Götz Werner. Die Autoren verstehen ihr Buch als Weckruf und skizzieren Lösungen in den Bereichen Steuerpolitik, Geld- und Finanzwirtschaft, Sozialpolitik und Arbeitsmarkt. Es wird richtig knallen - außer unser Wirtschafts-, Sozial- und Finanzsystem wird grundlegend reformiert und an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts angepasst - so die These der renommierten Autoren Weik/Friedrich und des dm-Gründers Götz Werner. Die Autoren verstehen ihr Buch als Weckruf und skizzieren Lösungen in den Bereichen Steuerpolitik, Geld- und Finanzwirtschaft, Sozialpolitik und Arbeitsmarkt.

Kundenbewertungen

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Warum man an diesem Buch bedingungslos scheitern kann
von Dr. M. am 26.06.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Schon beim Lesen der Einleitung kommt man sich vor wie in einer Talkshow. Es wird viel und heftig geredet, aber wenig Substanzielles gesagt, fast alles wird nur angerissen, in Halbsätzen oder flapsigen Bemerkungen abgehandelt oder schwammig und nicht wirklich fassbar erläutert. Entsprechend schwer fällt es, eine wirkliche Kritik zu... Schon beim Lesen der Einleitung kommt man sich vor wie in einer Talkshow. Es wird viel und heftig geredet, aber wenig Substanzielles gesagt, fast alles wird nur angerissen, in Halbsätzen oder flapsigen Bemerkungen abgehandelt oder schwammig und nicht wirklich fassbar erläutert. Entsprechend schwer fällt es, eine wirkliche Kritik zu formulieren, denn man weiß gar nicht, wo man anfangen soll oder ob es sich wirklich lohnt, auf Einzelheiten einzugehen, weil es einfach zu viele sind. "Warum wir Wirtschaft und Politik neu denken müssen", weil es sonst knallt, lautet die Drohung im Buchtitel. Mit Knallen meinen die Autoren eine Revolution, denn am Ende warnen sie mit Jahreszahlen: 1789, 1848, 1989. Sie wollen also, dass man etwas anders macht, weil es sonst zur Revolution kommt. Das wiederum klingt so, als stünden sie auf der Seite des Establishments, das natürlich an revolutionären Veränderungen kein Interesse besitzt. Tatsächlich aber geht es in diesem Buch um erstens das "bedingungslose Grundeinkommen" (BGE), eine Idee von Götz W. Werner und zweitens um die nicht gelöste, sondern nur verschleppte Finanzkrise, das Thema der beiden anderen Autoren. Nun hat man noch nichts davon gehört, dass revolutionäre Umschwünge drohen, weil den aufbegehrenden Volksmassen das bedingungslose Grundeinkommen fehlen würde. Und was die tatsächlich unter der Decke weiter heftig schwelende Finanzkrise anbelangt, wählen die Deutschen immer noch mit großen Mehrheiten diejenigen, die dafür politisch verantwortlich sind. Auf die sogenannte Flüchtlingskrise gehen die Autoren zwar mit wenigen Sätzen zu Beginn dieses Buches ein, doch auch da wählen sie die offizielle Linie. Den Hauptteil des Textes nehmen Erläuterungen zum BGE ein. In der Hoffnung, endlich einmal verstehen zu können, was damit tatsächlich gemeint ist, habe ich dieses Buch überhaupt gelesen. Der Grundgedanke hinter dem BGE mag richtig sein, denn es leuchtet ein, dass es besser wäre, nicht die ökonomische Leistung zu besteuern, sondern eine Entnahme derselben. Soll heißen: Nicht das Einkommen, sondern ausschließlich der Konsum sollte vom Fiskus belangt werden. Folglich gäbe es nur noch eine einzige Steuer, nämlich die Mehrwertsteuer, die dann wahrscheinlich drastisch steigen würde. An einer viel einfacheren Steuerreform ist schon einmal eine ambitionierte Partei gescheitert, denn sie hatte zwei mächtige Feinde, die auch beim BGE sofort losschlagen werden: alle diejenigen, die an der Komplexität und Undurchschaubarkeit des deutschen Steuersystems verdienen und auf der anderen Seite die unermüdlichen Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, die es nicht hinnehmen werden können, dass Reiche dieselben Steuersätze zahlen sollen wie alle anderen. Den Kampf gegen diese beiden Titanen wird keine Regierung aufnehmen wollen, weshalb wir es beim BGE wahrscheinlich nur mit einem Phantom zu tun haben werden, zumal eine entsprechende Steuerreform in nur einem Land zu unzähligen Problemen mit der Außenwelt führen würde. Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Alleine nur mit der Mehrwertsteuer kann man nichts mehr steuern, was Politiker doch so gerne machen. Auch deshalb ist es fraglich, ob sie auf all ihre gewohnten Lieblingsspielzeuge einfach so verzichten werden wollen. Die Autoren begründen zunächst die Höhe des BGE sehr interessant. Im jetzigen Steuersystem würde es einen Freibetrag, nämlich das Existenzminimum, geben, der nicht besteuert wird. Folglich müsse man das auch bei nur einer verbleibenden Steuer tun und diesen Freibetrag jedem Bürger aufs Konto überweisen. Das wäre dann das BGE. Bei mir sammeln sich damit aber sofort unzählige Fragen. Wer bekommt das BGE? Jeder Bürger mit deutschem Pass, jeder, der mal auch nur einen Fuß auf deutschen Boden gesetzt hat und Ansprüche anmeldet? Jeder, der in Deutschland einkauft und Mehrwertsteuer bezahlt? Und wenn ja, ab welchem Alter? Darauf gibt der Text keine wirkliche Antwort. Wenn man nun hofft, dass die Autoren wenigstens einmal auch nur an einem Beispiel erklären, wie sich dann die Einkommen ändern würden, der sieht sich enttäuscht. Mitten drin steht dann auch noch eine Bemerkung, dass sich für die meisten gar nichts ändern würde. Das hat mich dann völlig verblüfft. Kurzum: Die Autoren drücken sich um jede Art von Konkretheit, was sie allerdings auch schwer fassbar macht. Es gibt zahlreiche Gegner des BGE, deren Argumente irgendwie nachvollziehbar sind. Die Autoren versuchen, diese Argumentationsketten zu durchbrechen. Doch leider bleiben ihre Gegenargumente seltsam vage und dünn. Nichts ist wirklich fassbar oder konkret. Ideen, die davon ausgehen, in einem komplexen System irgendwo eine Schraube drehen zu können, die etwas Gewünschtes erzeugt, aber alles andere so belassen soll wie vorher, scheitern in der Regel bei ihrer Durchführung an Konsequenzen, die bei ihrer Geburt im Kopf eines Menschen nicht auftraten. Kann man eigentlich mit 1000 Euro noch auskommen, wenn die Mehrwertsteuer nicht 19, sondern einheitlich 50 oder 70% beträgt? Nur mal so nebenbei praktisch gefragt. Sollte man dann noch hinzuverdienen müssen, dann wird die Arbeitskraft für Drogeriekettenbesitzer viel billiger als im alten System, weil die Sozialabgaben entfallen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Komisch wird es dann am Ende. Im letzten Kapitel wiederholen Weik und Friedrich den Inhalt ihres letzten Buches in einer Kurzfassung. Das ist sicher ihr gutes Recht. Nur fordern sie dort (und somit auch hier) die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (S. 146). Oben hatten wir doch gelernt, dass es nur noch eine Steuer geben soll. Und weiter vorne im Text (S. 54 und 60) steht eine einfache Erkenntnis, nämlich dass "ausnahmslos alle Steuern und Sozialabgaben in den Endpreisen landen". Beim Volk also. Weik und Friedrich wollen das offenbar nicht begreifen, denn auch eine Finanztransaktionssteuer erreicht nicht ihr angebliches Ziel. Sie dient lediglich dazu, dass der Staat an dem, was er vorgibt kritisieren und umsteuern zu müssen, heftig mitverdient. Und zwar nur formal bei den Finanzakteuren, die das selbstverständlich ans Ende der Kette weitergeben, wo der Bankkunde wartet. Eine Heuchelei der ganz besonderen Art, die Weik und Friedrich gerne mitmachen. Der sogenannte Hochfrequenzhandel, den die Autoren zu recht kritisieren, da er schon deshalb kriminell ist, weil gewissen Marktteilnehmern von den Börsen Zeitvorteile eingeräumt werden, kann man viel einfacher verhindern. Beispielsweise indem man eine Haltedauer von Positionen vorschreiben. Es gäbe noch vieles mehr an diesem nicht sehr umfangreichen Buch zu kritisieren. Mir jedenfalls hat es nicht geholfen. Es wirft viele Fragen auf und gibt leider insbesondere beim BGE nur wenig wirklich nachvollziehbare Antworten.