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Der Vorgang Benario

Die Gestapo-Akte 1936-1942

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Am 29. April 2015 fand im Museum der Streitkräfte in Moskau ein spektakulärer Eröffnungsakt statt. Anlass war die Online-Publikation von bisher nicht zugänglichen Akten des Deutschen Reiches aus russischen Archiven. Darunter ein umfänglich einzigartiges Dossier über das international bekannte Holocaust-Opfer Olga Benario. Die Agentin der Komintern und Geliebte des brasilianischen Kommunisten Luis Carlos Prestes wurde im Frühjahr 1936 in Brasilien verhaftet und an Deutschland ausgeliefert.
Robert Cohen hat die zweitausend Blatt umfassende Gestapo-Akte zu Olga Benario studiert und daraus ein ergreifendes Buch gemacht. Unumwunden offenbart sich das Vorgehen der Nazis im Zusammenhang mit dem Schicksal ihrer in Gestapo-Haft geborenen Tochter, sind die Versuche, sich über Prestes' Vaterschaft Gewissheit zu verschaffen, oder die detektivische Überwachung von Frauendelegationen aus England und Frankreich, die sich in Berlin um die Freilassung Olga Benarios bemühten, bloßgelegt. Das erste Buch aus der 70 Jahre nach Kriegsende endlich zugänglichen Sammlung der »Trophäendokumente« gibt einen ungeheuerlichen Einblick in das Räderwerk der NS-Menschenvernichtung.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 176 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 21.10.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783958415270
Verlag Edition berolina
eBook
12,99
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Gegen das Vergessen
von Grüne Ronja aus Berlin am 04.10.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

„Der von der Gestapo sogenannte >Vorgang Benario< ist die vielleicht umfassendste Sammlung an Dokumenten zu einem einzelnen Opfer des Holocaust. Zugleich bilden diese Dokumente […] eine umfassende Selbstdarstellung der Täter und der Ideologien, Zwänge, Mechanismen, Organisationen und Strukturen, die sie leiten.“ (S.8) Jeder, der mich kennt, weiß, dass mir unsere... „Der von der Gestapo sogenannte >Vorgang Benario< ist die vielleicht umfassendste Sammlung an Dokumenten zu einem einzelnen Opfer des Holocaust. Zugleich bilden diese Dokumente […] eine umfassende Selbstdarstellung der Täter und der Ideologien, Zwänge, Mechanismen, Organisationen und Strukturen, die sie leiten.“ (S.8) Jeder, der mich kennt, weiß, dass mir unsere Geschichte sehr wichtig ist. Vor allem die Gräueltaten aus dem Dritten Reich sollten nicht vergessen werden. Und doch zeigt die heutige Politik, dass genau das passiert. Von allen Opfern berührt das Schicksal von Olga Benario-Prestes mich besonders. Und zwar so sehr, dass ich sie auf meinem linken Arm verewigt habe. In Herznähe. Umso „erfreulicher“ ist es für mich, dass dieses Buch erschienen ist. Vielen Dank an meine Seelenschwester, dass sie mir diesen Herzenswunsch nach diesem Buch erfüllt hat. Nach einem Vorwort von etwa 20 Seiten, in dem die Geschichte von Olga und ihrem Mann Luiz Carlos Prestes grob umrissen wird, werden die Mitteilungen aus der Gestapo-Akte mit Datum, Sender und Empfänger wiedergegeben. Es ist zum einen sehr spannend, wie die politischen Ansichten in diesen Vermerken der Gestapo deutlich werden. Zum Beispiel wird Leocádia Prestes immer als „angebliche Schwiegermutter“ von Olga bezeichnet, da die Ehe mit Luiz Carlos Prestes bis zum Ende nicht anerkannt wurde. Auch der Grund der Schutzhaft wechselt zwischen gefährlicher Kommunistin und Volljüdin hin und her. Auf der anderen Seite wird die Unterstützung aus dem Ausland genauso deutlich, wie die Angst vor „Hetzpresse“ über das Reich. Nicht nur die Verwandten und Freunde von Olga bemühen sich um Entlassung, sondern auch deren Bekannte und diverse öffentliche Organisationen. Das Schicksal von Olga, Sabo und Anita ging um die Welt. Und doch war keine Rettung für Olga und Sabo möglich. Es ist ein berührendes Schicksal. Und gerade Einzelschicksale bleiben uns eher im Gedächtnis als das Grauen als Ganzes, welches kaum zu begreifen ist. Dieses Buch lehrt uns also nicht nur, wie es Olga in Gefangenschaft ergangen ist, sonder auch welche Angst das Reich vor ihr eigentlich hatte. Ich schöpfe Kraft aus ihrem Mut und hoffe einfach, dass auch andere von ihr lernen.