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Gegen die Welt, gegen das Leben.

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Michel Houellebecqs erstes Buch aus dem Jahr 1991 blieb in der französischen Öffentlichkeit fast unbemerkt – zu Unrecht. Hierin beschäftigt er sich mit dem amerikanischen Urvater der fantastischen Literatur: H. P. Lovecraft. Houellebecq setzt sich mit ihm als Romancier von visionärer Kraft, aber auch mit dem Menschen selbst auseinander. Bereits in dieser beinahe romanhaften Biografie entwickelt Houellebecq die Grundpfeiler einer Poetik, die für sein späteres Werk entscheidend sein werden. Dieses Buch ist ein Schlüssel zum literarischen Schaffen des wichtigsten französischen Autors der Gegenwart.

„Diesem Mann, dem es nicht gelungen ist zu leben, ist es schließlich gelungen zu schreiben."

„Gegen die Welt, gegen das Leben. H. P. Lovecraft" – ein kleines Juwel eines begnadeten Essayisten.

Das erste Buch des Kultautors Michel Houellebecq: ein literarisches Manifest.
Portrait
Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart. Für seine Bücher, die in über vierzig Ländern veröffentlicht werden, wurde er mit den wichtigsten Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Prix Goncourt. Auf Deutsch ist nahezu sein gesamtes Werk bei DuMont verlegt. 2015 erschien sein Roman ›Unterwerfung‹, der wochenlang auf der Bestsellerliste stand und ein großes Medienecho hervorrief.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 25.09.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-6401-0
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 18,8/12,3/1,5 cm
Gewicht 149 g
Originaltitel Contre le monde, contre la vie
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Ronald Voullie
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"Denn das Leben ist das Böse"
von Dr. M. am 28.06.2018

"Lovecraft gälte heute noch mehr als zu seiner Zeit als verhaltensgestört und als Sonderling", schreibt Michel Houellebecq in seinem Erstling über den Urvater der amerikanischen Horror- und Fantasyliteratur. Dieser Text blieb bisher von der Literaturkritik weitgehend unbeachtet. Dabei ist es kein Zufall, dass Houellebecq sich ausgerechnet mit diesem für... "Lovecraft gälte heute noch mehr als zu seiner Zeit als verhaltensgestört und als Sonderling", schreibt Michel Houellebecq in seinem Erstling über den Urvater der amerikanischen Horror- und Fantasyliteratur. Dieser Text blieb bisher von der Literaturkritik weitgehend unbeachtet. Dabei ist es kein Zufall, dass Houellebecq sich ausgerechnet mit diesem für die Allgemeinheit scheinbar unbedeutenden amerikanischen Schriftsteller zu Beginn seiner schriftstellerischen Karriere auseinandergesetzt hat. Wenn es auch auf den ersten Blick etwas weit hergeholt erscheint, so gibt es doch gewisse Ähnlichkeiten in gewissen Lebensabschnitten dieser beiden Männer. Darüber hinaus glauben einige Experten entdeckt zu haben, dass Houellebecqs Essay eine Art Schlüssel zu dessen späteren literarischen Schaffen sei. Wie dem auch sei, der Text ist schon allein deswegen interessant, weil er Lovecraft und seinem Schaffen ein Denkmal setzt, das heute wohl so nicht mehr ganz so einfach zu erschaffen wäre, weil der amerikanische Autor offenbar ein abgrundtiefer Rassist gewesen sein muss. Jedenfalls findet man entsprechende Erklärungen und Zitate in Houellebecqs Text, die man selbstverständlich historisch und aus Lovecrafts Leben heraus einordnen können sollte. Denn Lovecraft besaß weder gute Voraussetzungen, noch günstige Umstände für ein glückliches Leben. Vielleicht führte ihn das zu einem tiefsitzenden Hass auf die Welt und alle diejenigen, die lebensfroh und energiegeladen mit ihrer Existenz umgehen konnten. Er selbst lebte zurückgezogen, immer in Geldnot und ohne ein sich selbst eingestandenem Bedürfnis nach Liebe. Seine Energie ergoss sich in seine Schriftstellerei und seine weitreichenden und tiefgehenden Briefkontakte zur Außenwelt. In seinen Erzählungen schuf er dunkle Phantasiewelten und berauschte sich in einer Schwülstigkeit, die überhaupt nicht zu seiner angewiderten Ablehnung der realen Welt passen will. Man könnte so zu der Überzeugung kommen, dass Lovecraft die Welt mit seinem Ekel dafür bestrafen wollte, dass sie ihm nicht wohlwollend entgegengekommen war. Houellebecq schreibt: "Die gewöhnlichen Wahrnehmungen des Lebens in eine unversiegbare Quelle von Alpträumen zu verwandeln, genau das ist die kühne Herausforderung für jeden phantastischen Schriftsteller. Lovecraft gelingt das in hervorragender Weise, indem er seinen Beschreibungen einen Hauch von sabbernder Degeneration verleiht, die nur ihm eigen ist. " Zu einem glücklichen Leben unfähig, setzte er auch seine einzige Beziehung zu einer Frau in den Sand. Angewidert vom Leben und der Welt war Lovecrafts ohnehin geringe Lebensenergie schnell verbraucht. Zeit seines Lebens erlangte er wenig Ruhm, was wohl auch daran lag, dass er ihn nicht wollte und zum Teil dadurch verhinderte, dass er seine eigenen Texte in Mißkredit brachte. Lovecraft war ein Anhänger einer besonders in den letzten 200 Jahren immer latent vorhandenen, weil sicher nicht völlig unberechtigten Art von Kulturpessimismus, dem auch Houellebecq in diesem Text nicht ablehnend gegenübersteht. Insofern vermittelt dieser Essay nicht nur einen Eindruck von Lovecrafts Leben und Werk, sondern er zeigt auch Sympathien und Denkweisen Houellebecqs auf. Für Liebhaber von Lovecraft oder Houellebecq ist dieser Text in der Tat eine Quelle der Erkenntnis. So versteht sich dann auch meine Bewertung.