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Du hättest gehen sollen

Erzählung

(13)
Ein einsam gelegenes Ferienhaus. Tief unten das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst – es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann - ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichsten Komödie erwartet - schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes - eheliche Spannungen, Zwistigkeiten, vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht.
Daniel Kehlmanns phantastische Erzählung ist im doppelten Wortsinn unheimlich, die Spirale in den Abgrund entwickelt einen starken Sog – umso mehr, als dem Schrecken etwas zur Seite gestellt wird: die wechselnden Stimmungen in der Familie, das Nebeneinander von Liebe und Gereiztheit, die Sorge um das Kind. 'Das Geheimnis ist, dass man sich ja doch liebt.' Ist es so? Allmählich verschwimmen die Konturen, und der Boden beginnt zu wanken.
Portrait

Daniel Kehlmann, 1975 in München geboren, lebt in Berlin. Sein Werk wurde u. a. mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem WELT-Literaturpreis, dem Per-Olov-Enquist-Preis, dem Kleist-Preis und dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Der Roman «Die Vermessung der Welt», in bisher 46 Sprachen übersetzt und von Detlev Buck verfilmt, wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Romane der Nachkriegszeit. Daniel Kehlmann ist Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur sowie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Zuletzt veröffentlichte er den Roman «F» und seine Frankfurter Poetikvorlesungen, "Kommt, Geister".

Weitere Veröffentlichungen:

Beerholms Vorstellung. Roman. 1997

Unter der Sonne. Erzählungen. 1998

Mahlers Zeit. Roman. 1999

Der fernste Ort. Novelle. 2001

Ich und Kaminski. Roman. 2003

Die Vermessung der Welt. Roman. 2005

Wo ist Carlos Montúfar? Über Bücher. 2005

Requiem für einen Hund. Ein Gespräch mit Sebastian Kleinschmidt. 2008

Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten. 2009

Lob. Über Literatur. 2010

Die Geister in Princeton. Theaterstück. 2011

Der Mentor. Theaterstück. 2012

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 96
Erscheinungsdatum 21.10.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-03573-0
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 19,6/12,1/1,5 cm
Gewicht 164 g
Auflage 2
Verkaufsrang 25.367
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„Urlaub in den Bergen“

Pia Lemberger, Thalia-Buchhandlung Wien

Daniel Kehlmann versucht sich gerne an verschiedenen Genres. Es ist schwierig "Du hättest gehen sollen" überhaupt einem Genre zuzuordnen. Man könnte es unter Thriller genauso gut einordnen wie unter Fantasy, aber eigentlich lässt sich das Buch trotzdem ganz gut in einem Satz beschreiben: "Du hättest gehen sollen" könnte problemlos die Vorlage für eine Akte-X-Folge sein. Ein wenig mystisch, ein bisschen gruselig aber insgesamt einfach sehr vage. Irgendwie passend, dass der Protagonist Drehbuchautor ist.

Ich habe ein großes Faible für Romane, die in den Bergen spielen und ich mag Krimis. "Ein einsam gelegenes Ferienhaus in den Bergen. Aber etwas stimmt nicht." hat mich sofort angesprochen. Nach dem Lesen bleibt zusammenfassend folgendes zu sagen: unbefriedigend, aber trotzdem ach so meisterhaft! Mit nur 90 Seiten die perfekte Lektüre für alle, die wenig Zeit zum Lesen haben und trotzdem nicht auf gute Literatur verzichten wollen.
Daniel Kehlmann versucht sich gerne an verschiedenen Genres. Es ist schwierig "Du hättest gehen sollen" überhaupt einem Genre zuzuordnen. Man könnte es unter Thriller genauso gut einordnen wie unter Fantasy, aber eigentlich lässt sich das Buch trotzdem ganz gut in einem Satz beschreiben: "Du hättest gehen sollen" könnte problemlos die Vorlage für eine Akte-X-Folge sein. Ein wenig mystisch, ein bisschen gruselig aber insgesamt einfach sehr vage. Irgendwie passend, dass der Protagonist Drehbuchautor ist.

Ich habe ein großes Faible für Romane, die in den Bergen spielen und ich mag Krimis. "Ein einsam gelegenes Ferienhaus in den Bergen. Aber etwas stimmt nicht." hat mich sofort angesprochen. Nach dem Lesen bleibt zusammenfassend folgendes zu sagen: unbefriedigend, aber trotzdem ach so meisterhaft! Mit nur 90 Seiten die perfekte Lektüre für alle, die wenig Zeit zum Lesen haben und trotzdem nicht auf gute Literatur verzichten wollen.

„Heimsuchung“

Christa Felser, Thalia-Buchhandlung Wien

In dem Haus spukt es. Oder doch nicht? Ein Paar mit Kind mietet sich im Winter in einem einsamen Ferienhaus in den Bergen ein. Doch niemand in der Familie findet hier die geplante Ruhe. In der Ehe gibt es Spannungen und in dem Haus geschehen seltsame Dinge. Oder passiert das alles nur in der Fantasie? In Daniel Kehlmanns phantastischer Erzählung gerät ins Wanken, was bislang verlässlich erschien. In dem Haus spukt es. Oder doch nicht? Ein Paar mit Kind mietet sich im Winter in einem einsamen Ferienhaus in den Bergen ein. Doch niemand in der Familie findet hier die geplante Ruhe. In der Ehe gibt es Spannungen und in dem Haus geschehen seltsame Dinge. Oder passiert das alles nur in der Fantasie? In Daniel Kehlmanns phantastischer Erzählung gerät ins Wanken, was bislang verlässlich erschien.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
6
6
1
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 23.01.2018
Bewertet: anderes Format

Auch wenn man es nicht vermuten würde, wird man hier von Daniel Kehlmann in eine wunderbar gruselige Atmosphäre entführt. Leider etwas kurz, aber dafür umso faszinierender.

Unheimlich, spannend und sprachintensiv
von Circlestones Books Blog am 14.01.2018

„Schnell, sagte sie. Schnell, geht weg.“ (Zitat Seite 32) Es ist der zweite Dezember und die junge Familie freut sich auf ein paar ruhige Urlaubstage in dem gemieteten Haus in den Bergen. Der Mann, Drehbuchautor, schreibt unter Termindruck an einem neuen Drehbuch. Seien Frau Susanna ist Schauspielerin und die gemeinsame... „Schnell, sagte sie. Schnell, geht weg.“ (Zitat Seite 32) Es ist der zweite Dezember und die junge Familie freut sich auf ein paar ruhige Urlaubstage in dem gemieteten Haus in den Bergen. Der Mann, Drehbuchautor, schreibt unter Termindruck an einem neuen Drehbuch. Seien Frau Susanna ist Schauspielerin und die gemeinsame Tochtr Esther ist gerade vier Jahre alt geworden. In der Abgeschiedenheit zeigen sich deutlich die Spannungen zwischen dem Ehepaar, immer wieder führen Dialoge zum Streit. Gleichzeitig scheint sich jedoch für den Autor immer wieder die Gegenwart unerklärlich in andere Dimmensionen zu verschieben. Im Dorf warnt man ihn: Geht weg! und auch Susanna und Esther wollen den Urlaub abbrechen. Sie packen … Erzähler dieser Geschichte ist der Drehbuchautor, die Ich-Form wechselt nur dort, wo er über seine Drehbuchfiguren Jana, Ella und Martin schreibt. Die Geschehnisse entwickeln sich um den kleinen Personenkreis der Familie. Hauptprotagonist ist jedoch der erzählende Drehbuchautor, man hofft mit ihm, dass dieser Urlaub, seine Ehe und auch sein Drehbuch ein positives Ende nehmen. Daniel Kehlmann kommt mit nicht mal 100 Seiten und fünf Tagen aus, um eine phantastische Schauergeschichte von packender Dichte zu entwickeln. Vorrangig geht es zu Beginn um die bekannten Fragen vieler Paare, warum man kaum bemerkt hat, wie der Alltag immer mehr Risse in die Beziehung gebracht hat. Doch bald erfährt man, dass es wohl größere Probleme gibt, denn seine Wahrnehmungen des Hauses und später auch der Umgebung verändern sich, überlagern sich und was sich anfangs mit Träumen und Sinnestäuschungen erklären lässt, entzieht sich langsam jeder Logik. Irgendwie ist alles einerseits überdeutlich, andererseits vage – auch manche der niedergeschriebenen Gedanken verschwinden irgendwie, indem die Sätze in der Mitte einfach aufhören. Kehlmann spielt mit Elementen aus der Mystik und dem absolut Unerklärbaren. Er braucht keine Todesfälle, um diese verhältnismäßig kurze Erzählung spannend und unangenehm bedrohlich zu gestalten. Schnell zu lesen, klingt diese Geschichte noch lange in den Gedanken des Lesers nach.

von einer Kundin/einem Kunden am 11.11.2017
Bewertet: anderes Format

Sehr gut geschrieben, sehr dunkel. Leider auch sehr kurz - dafür kann man es aber direkt nochmal lesen.