Die Unruhe der Kultur - Potentiale des Utopischen

Jörn Rüsen, Michael Fehr, Annelie Ramsbrock

Buch (Taschenbuch)
Buch (Taschenbuch)
29,90
29,90
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
zzgl. Versandkosten
Versandfertig in 1 - 2 Wochen,  Kostenlose Lieferung ab 30  € Einkaufswert ,  Versandkostenfrei für Bonuscard-Kunden
Versandfertig in 1 - 2 Wochen
Kostenlose Lieferung ab 30  € Einkaufswert
Versandkostenfrei für Bonuscard-Kunden

Weitere Formate

Beschreibung

Diesem Buch liegt die Absicht zugrunde, ein neues Verständnis der Eigenart und Funktion des Utopischen zu finden – nach dem sogenannten ›Ende der Utopie‹, das an der Epochenschwelle 1989 verkündet wurde.

Utopien als programmatische Handlungsanweisungen sind gescheitert und haben sich als höchst problematisch, letztlich in Terror mündend, herausgestellt. Die Frage ist aber, ob mit dieser negativen historischen Erfahrung von ›Realutopien‹ die Eigenart des Utopischen historisch schon hinreichend ausgemacht worden ist. Alles menschliche Handeln erfolgt in Orientierungen, und man wird in allen kulturellen Orientierungen immer auch Elemente des Überschwenglichen identifizieren. Überschwenglich in dem Sinne, daß die Absichten der Menschen über die gegebenen Umstände und Bedingungen ihres Handelns radikal hinausgehen und ein ganz Anderes von Welt und Mensch entworfen wird. Diese Überschwenglichkeit ist ein fundamentales und vermutlich anthropologisch universelles Element der Stimulation menschlicher Daseinsorientierung.

Es geht darum, das an dieser Überschwenglichkeit anzusprechen und auszulegen, was an ihr als spezifisch utopisch qualifiziert werden kann, sowie die Möglichkeit zu eruieren, utopisches Denken aus den Zwängen und Restriktionen der Handlungsanweisung oder des Realutopischen zu befreien und ihm eine Ursprünglichkeit wiederzugeben, mit der es auf neue Weise handlungsstimulierend wirken kann, ohne desaströs zu werden.

Michael Fehr, geb. 1949, von 1987 bis 2005 Direktor des Karl Ernst Osthaus-Museum der Stadt Hagen; 1998 Lehrbeauftragter für Museologie am Kunsthistorischen Institut der Universität Bonn.

Jörn Rüsen, geb. 1938. Von April 1997 bis 2007 war er Präsident des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen und seit WS 1996/97 Lehrstuhlinhaber der Professur für Allgemeine Geschichte und Geschichtskultur an der Universität Witten/Herdecke.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Jörn Rüsen, Michael Fehr
Seitenzahl 332
Erscheinungsdatum 01.06.2004
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-934730-77-9
Verlag Velbrück
Maße (L/B/H) 22,5/14,4/2,7 cm
Gewicht 437 g
Auflage 1. Auflage

Kundenbewertungen

Es wurden noch keine Bewertungen geschrieben.
  • Artikelbild-0
  • Inhalt

    Jörn Rüsen
    Einleitung

    I. ESSAYS

    Claus Offe
    Nach dem Ende der Utopien – 'Zivilgesellschaft' als Fortschrittsidee? Metamorphosen des utopischen Denkens

    Hayden White
    Die Zukunft der Utopie in der Geschichte und die Zukunft der Geschichte in der Utopie

    Jan Philipp Reemtsma
    Keine Lust will Ewigkeit. Das utopische Bewußtsein als objektive Grille betrachtet

    II. ZUKUNFT DURCH UTOPIE?
    VERHEISSUNG UND SCHRECKEN DES VISIONÄREN

    Wilhelm Voßkamp
    Einleitung

    David Kettler
    Utopie als Entdeckungsprozess

    Inge Münz-Koenen
    Utopisches Denken in Zeiten der Globalisierung

    Richard Saage
    Vertragsdenken und Utopie nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus

    Lyman Tower Sargent
    Utopische Literatur und die Schaffung nationaler und personaler Identitäten

    III. PRAGMATISMUS VERSUS FUNDAMENTALISMUS UND SONST NICHTS?
    VISIONÄRES IN POLITIK UND GESELLSCHAFT

    Gregors Claeys
    Nach dem ›Fortschritt‹: Die Geschichte des politischen Denkens und die Schaffung einer grünen Utopie

    Luisa Passerini
    Der Beitrag der Erinnerung zur Utopie

    Michael Thompson
    Konkretisierte Zukunftsvisionen

    IV. REFUGIUM FÜR UTOPIEN?
    DAS MUSEUM

    Barbara Kirshenblatt-Gimblett
    Einleitung

    Michael Fehr
    Kurze Beschreibung eines Museums, das ich mir wünsche

    Donald Preziosi
    Haunted by Things. Utopias and their consequences

    V. AUSLAUFMODELL MENSCH? PHANTASIEN ÜBER DEN NEUEN MENSCHEN

    Matthias Kettner
    Einleitung

    Micha Brumlik
    Die Republik der Cybizens – wie sich die Politik vom Menschen löst

    Detlef B. Linke
    Der neue Mensch und die künstliche Ethik

    Eva M. Neumann-Held
    Vom 'alten' zum 'Neuen Menschen'? Ein Plädoyer für eine erweiterte Perspektive

    VI. Erlösung durch Wissenschaft und Technik?
    Die Versprechen des Fortschritts

    Peter Hennicke
    Das Beispiel Energie

    Claus Pias
    Unruhe und Steuerung. Zum utopischen Potential der Kybernetik

    Nico Stehr
    Fragile Utopien