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Maria Stuart

»Der Charakter Maria Stuarts gar nicht so geheimnisvoll: er ist uneinheitlich nur in seinen äußeren Entwicklungen, innerlich aber vom Anfang bis zum Ende einlinig und klar. Maria Stuart gehört zu jenem sehr seltenen und erregenden Typus von Frauen, deren wirkliche Erlebnisfähigkeit auf eine ganz knappe Frist zusammengedrängt ist, die eine kurze, aber heftige Blüte haben, die sich nicht ausleben in einem ganzen Leben, sondern nur in dem engen und glühenden Raum einer einzigen Leidenschaft. Bis zum dreiundzwanzigsten Jahre atmet ihr Gefühl still und flach, und ebenso wogt es vom fünfundzwanzigsten an nicht ein einziges Mal mehr stark empor, dazwischen aber tobt sich in zwei knappen Jahren ein Ausbruch von elementarer Großartigkeit orkanisch aus, und aus mittlerem Schicksal erhebt sich plötzlich eine Tragödie antikischen Maßes, groß und gewaltig gestuft wie die Orestie. Nur in diesen zwei Jahren ist Maria Stuart wahrhaft eine tragödische Gestalt, nur unter diesem Druck reißt sie sich über sich selbst empor, ihr Leben durch dieses Übermaß zerstörend und zugleich dem Ewigen bewahrend. Und nur dank dieser einen Leidenschaft, die sie menschlich vernichtete, lebt ihr Name noch heute in Dichtung und Deutung fort.«

Der Text folgt der Erstausgabe von 1935 (Reichner Verlag, Wien) und wurde komplett neu gesetzt und geprüft.

Portrait
Stefan Zweig (1881-1942), deutsch-jüdischer Abstammung, ist einer der bekanntesten österreichischen Schriftsteller und ein Klassiker der Moderne. 1934 floh er vor den Nazis über London nach Brasilien, blieb aber stets seiner alten Heimat gefühlsmäßig und sprachlich verbunden. Vor allem Zweigs Prosawerke und romanhafte Biografien (Joseph Fouché, Marie Antoinette) finden bis heute ein breites Publikum. Das Gesamtwerk zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Novellen (Schachnovelle, Der Amokläufer etc.) und historisch basierten Erzählungen aus. So finden historische Persönlichkeiten von Ferdinand Magellan, Lew Tolstoi, Fjodor Dostojewski, Napoléon Bonaparte, Georg Friedrich Händel, Joseph Fouché bis Marie Antoinette in einer stark subjektiv personalisierten Geschichte Eingang in Zweigs Werk.
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  • Inhalt:
    Einleitung | Dramatis personae | Königin in der Wiege | Jugend in Frankreich | Königin, Witwe und dennoch Königin | Heimkehr nach Schottland | Der Stein kommt ins Rollen | Großer politischer Heiratsmarkt | Die zweite Heirat | Die Schicksalsnacht von Holyrood | Die verratenen Verräter | Furchtbare Verstrickung | Tragödie einer Leidenschaft | Der Weg zum Mord | Quos deus perdere vult | Der Weg ohne Ausweg | Die Absetzung | Abschied von der Freiheit | Ein Netz wird gewoben | Das Netz zieht sich zusammen | Die Jahre im Schatten | Die letzte Runde | Es wird Schluß gemacht | Elisabeth gegen Elisabeth | »In meinem Ende ist mein Anbeginn« | Nachspiel
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 492
Erscheinungsdatum 16.08.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-946619-14-7
Verlag Books on Demand
Maße (L/B/H) 21,3/13,9/4,3 cm
Gewicht 727 g
Auflage Der Text folgt der Erstausgabe von 1935 (Reichner Verlag, Wien) und wurde komplett neu gesetzt und geprüft.
Buch (gebundene Ausgabe)
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37,10
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Einzigartig ausgefeilte, bildreiche Sprache und kribische Recherchen - eine Biografie, die sich liest wie ein Shakespeare Drama
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 05.04.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Stefan Zweig verfasste in seinem Leben einige biografische Werke, die auf ausführlichen, akribischen Recherchen gründen und unterschiedliche Darstellungen gegeneinander abwägen. Zweig versteht es, in wie ich finde außergewöhnlicher Weise, historische Zusammenhänge aufzudecken und darzustellen, ohne dass sie wie eine bloße Aneina... Stefan Zweig verfasste in seinem Leben einige biografische Werke, die auf ausführlichen, akribischen Recherchen gründen und unterschiedliche Darstellungen gegeneinander abwägen. Zweig versteht es, in wie ich finde außergewöhnlicher Weise, historische Zusammenhänge aufzudecken und darzustellen, ohne dass sie wie eine bloße Aneinanderreihung von Ereignissen wirken. Er beschreibt nie nur den Gegenstand einer Geschichte, sondern arbeitet tiefgreifende Charakterstudien heraus, die Kulturgeschichte und Persönlichkeiten zusammenführen. Auch die Lebens- und Leidensgeschichte, die er über die schottische Königin schreibt, ist eine psychologisch angelegte, romanhafte Biografie, deren Tragödie Zweig mit unübersehbarer Faszination zu einer abenteuerlichen Kriminalgeschichte wandelt, voller politischer Intrigen und eiskaltem Kalkül. Das von Reformation geprägte 16. Jahrhundert wird zum Schauplatz der Rivalität zweier starker Frauen – Maria Stuart und Elisabeth I. liefern sich einen erbitterten Machtkampf, der dramatischer nicht sein könnte. Die schottische Prinzessin Mary wird als kleines Mädchen nach Frankreich geschickt, wo sie, früh verlobt mit dem französischen Kronprinzen, auf ihre Rolle als Königin vorbereitet wird. Früh trennt der Tod das junge Paar und Maria Stuart kehrt in ihre Heimat Schottland zurück, wo sie dem Schönling Henry Darnsley leidenschaftlich verfällt und ihn später auch heiratet. Doch schnell flaut die Leidenschaft ab, schlägt in Verachtung um. Es kommt zu Intrigen und Verrat am Hofe, Darnsley kommt auf mysteriöse Weise ums Leben. Im Fokus steht die Auseinandersetzung mit England und seiner Königin Elisabeth I.. Maria Stuart will ihren Anspruch auf den englischen Thron geltend machen, denn sie ist eine legitime Nachfahrin Heinrichs des VII.. Elisabeth I. gilt oft nur als Bastard Heinrichs des VIII, wird in ihrem Krieg gegen den Katholizismus jedoch auch in Schottland von mächtigen Persönlichkeiten wie dem Protestanten John Knox unterstützt. Mit spitzen Worten und intriganter Psychologie liefern sich beide Frauen ein erbittertes Gefecht um Macht und Religion, das Elisabeth am Ende gewinnen wird. 1587 wird Maria Stuart nach 18 Jahren Haft von ihrer Rivalin hingerichtet. Stefan Zweig erzählt diese Geschichte wie eine Tragödie, die auch aus Shakespeares Feder stammen könnte – umso tragischer, dass sie tatsächlich so passiert ist. Er stellt Maria Stuart weder als Mörderin noch als Märtyrerin dar, sondern versucht durch psychologische Deutung und umfangreiche Quellenkritik, das Geheimnis ihres Charakters und dessen Einfluss auf die historischen Wendungen zu ergründen. Er fasst dabei verworrene Zusammenhänge in einem klaren Bild zusammen, das Spieler und Gegenspieler erkennt und die Poesie im Drama herausarbeitet. Diese Herangehensweise hat mich bereits in seinem „Bildnis eines mittleren Charakters“ über Marie Antoinette beeindruckt. Stefan Zweig geht für die Abhandlung über Maria Stuart erneut auf Wahrheitssuche in einer dunklen Epoche und zeichnet präzise das detailreiche Bild eines Mädchens, dem vieles in ihrem jungen Leben zufiel; einer leidenschaftlichen Frau voller Lebenslust und Energie, mit hoher Bildung und großem Stolz bis zu ihrer letzten Schlacht. Er zeigt dem Leser die Menschen hinter den politischen Rollen und die Gefühle hinter ihren Handlungen. Was ich dabei zusätzlich ganz besonders schätze, ist Zweigs einzigartig ausgefeilte, bildreiche Sprache; leidenschaftlich und unparteiisch zugleich, die ruhig ihre Bahn auf dem Fluss der Geschichte zieht und mich als Leserin dennoch packt und fesselt. Ich habe mitgefiebert, wenn das Schicksal den Protagonisten in die Hände spielte und im nächsten Moment daraus bereits wieder eine Schlinge drehte. Eine klare Empfehlung für jeden, der sich gern hintergründig mit Geschichte beschäftigt!

Aktuell.
von einer Kundin/einem Kunden am 14.01.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Lassen Sie sich hineinziehen, in eine Epoche der englischen Geschichte, die unenendlichen Stoff bietet. Stefan Zweig erzählt meisterlich das Leben dieser Frau, die so viele beschäftigt hat. Seine Art zu erzählen, lässt Sie Geschichte hautnah miterleben.

ein wunderschönes buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Witten am 08.05.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

von der ersten bis zur letzten seite spannung pur. die charactere von maria stuart und elisabeth werden beleuchtet. sehr empfehlenswert.