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Der Buchhändler aus Kabul

Eine Familiengeschichte

List bei Ullstein Band 60430

Åsne Seierstad

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Beschreibung

Fünf Monate verbrachte Åsne Seierstad bei der Familie des Buchhändlers Sultan Khan in Kabul, lebte ihren Alltag und sammelte ihre Geschichten: von arrangierten Ehen und wertvollen Büchern, von der Freiheit des Geistes und der zaghaften Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Sie zeichnet das Porträt eines Buchhändlers mit Charisma, der Bücher über alles liebt - und dabei doch das klassische Oberhaupt einer islamischen Familie bleibt

Asne Seierstad, geboren 1970 in Oslo, arbeitete als Korrespondentin für verschiedene skandinavische Zeitungen. Für »Der Buchhändler aus Kabul« wurde sie mit dem renommierten Preis der norwegischen Buchhändler ausgezeichnet. Anfang 2003 war sie in Bagdad als Kriegsberichterstatterin vor Ort und schrieb für neun große europäische Tageszeitungen.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 304
Erscheinungsdatum 01.02.2004
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-548-60430-5
Verlag Ullstein Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 18,8/12,6/2,8 cm
Gewicht 298 g
Originaltitel Bokhandleren i Kabul
Auflage 12. Auflage
Übersetzer Holger Wolandt
Verkaufsrang 33598

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Kundenbewertungen

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Interessanter und informativer Blick in eine fremde Kultur.
von Susanne Probst aus Ulm am 23.11.2020
Bewertet: Taschenbuch

Das auf Tatsachen beruhende Reportagebuch „Der Buchhändler aus Kabul“ von der norwegischen Schriftstellerin Åsne Seierstad erschien bereits 2002 erstmals im norwegischen Original. Es geht in diesem Werk um ihren mehrmonatigen Aufenthalt in Afghanistan nach dem Sturz des Talibanregimes. Sie verbrachte diese Zeit in der in... Das auf Tatsachen beruhende Reportagebuch „Der Buchhändler aus Kabul“ von der norwegischen Schriftstellerin Åsne Seierstad erschien bereits 2002 erstmals im norwegischen Original. Es geht in diesem Werk um ihren mehrmonatigen Aufenthalt in Afghanistan nach dem Sturz des Talibanregimes. Sie verbrachte diese Zeit in der in Kabul lebenden Familie des eleganten 56-jährigen Buchhändlers Shah Mohammad Rais, im Buch genannt Sultan Khan, und schildert in diesem Werk aus verschiedenen Perspektiven das für westliche Leser rückständig anmutende Leben dieser afghanischen Großfamilie. Manches von dem sie berichtet, hat sie selbst erlebt, manche Geschichten, Gedanken oder Emotionen wurden ihr erzählt und anvertraut. Abwechselnd kommen der Buchhändler, der neben offiziellen Büchern auch „verbotene Literatur“ verkauft, seine Frauen oder Kinder zu Wort. Dabei erfahren wir in 19 locker miteinander verknüpften Episoden viel über den Lebensalltag in Afghanistan, die Sorgen, Nöte und Hoffnungen der Menschen sowie über die Rolle, die Situation und den Zwiespalt der afghanischen Frauen, die seit Generationen dermaßen von den zementierten und gewachsenen Strukturen geprägt wurden, dass sie ihr Los oft als unumstößlich bzw. selbstverständlich ansehen. Wir erfahren so manches über den Buchhändler und seinen Laden, über sein hartes Regiment als Familienoberhaupt, über teilweise befremdliche Rituale und häufig diskriminierende Traditionen, das Tragen der Burkha, Brautwerbung, Hochzeiten, Zwangsverheiratungen, Mehrehe, Bildungssystem, Moralvorstellungen, die Schreckensherrschaft der Taliban, und vieles mehr. Wir lesen von einem Besuch im Hammam, von einer religiösen Pilgerfahrt und von einem Marktbesuch. Aus vielen Puzzleteilen entsteht so ein buntes, lebendiges, atmosphärisches und facettenreiches Bild. Das Buch hat eine umstrittene und bewegte Vergangenheit hinter sich. Es hat sehr kontroverse Debatten ausgelöst, da es von der Buchhändlerfamilie nach der Veröffentlichung angefochten wurde. Die Familie fühlte sich in ihrer Ehre gekränkt und zog gegen Autorin und Verlag vor Gericht. Ein 13 Jahre andauernder Prozess folgte. Eine der Frauen des Buchhändlers warf der Autorin vor, Gerüchte verbreitet zu haben und der Buchhändler selbst klagte sie wegen Verleumdung an. In späteren Übersetzungen strich Åsne Seierstad einige Passagen. Nach der Lektüre des am 1.9.2020 im Kein & Aber Verlag erschienenen Taschenbuchs kann ich unschwer nachvollziehen, dass die 1970 geborene Kriegsreporterin Åsne Seierstad für ihr meines Erachtens sachliches und informatives Werk, das eher Bericht als Roman ist, mehrere Auszeichnungen erhielt. Ich empfehle es sehr gerne weiter! Es regt zum Nachdenken an, ist intensiv, unterhaltsam und kurzweilig, gleichermaßen fesselnd wie beklemmend und hallt nach. Es brachte mich in Berührung mit einer fremden Kultur, gestattete mir Einblicke in eine andere Welt und erlaubte mir einen Blick über den Tellerrand. Neben all dem Lob möchte ich aber auch betonen, dass dieses Buch kritisch gelesen werden muss, obwohl die Autorin nicht wertet oder urteilt. Der Leser kann selbst seine Schlüsse ziehen, sollte aber die Geschichte und Hintergründe des Buches nicht außer acht lassen. Wo endet die Wahrheit, wo beginnt die Fiktion? Was wurde in den Geschichten, die man ihr erzählte beschönigt, was war real? Was konnte die Autorin aufgrund der Sprachbarriere vielleicht nicht richtig interpretieren oder nachvollziehen?

Alltag in Afghanistan
von Asti am 26.11.2011

Die Autorin verbrachte Ende 2001/Anfang 2002 einige Monate bei der Familie des Buchhändlers Sultan Khan in Kabul, und begleitete die Familienmitglieder in ihrem Alltag. Ihr Buch zeigt nun das Leben dieser großen Familie aus der afghanischen Mittelschicht in brillanter, fesselnder Weise. Sie zeigt das Leben der Großfamilie, die u... Die Autorin verbrachte Ende 2001/Anfang 2002 einige Monate bei der Familie des Buchhändlers Sultan Khan in Kabul, und begleitete die Familienmitglieder in ihrem Alltag. Ihr Buch zeigt nun das Leben dieser großen Familie aus der afghanischen Mittelschicht in brillanter, fesselnder Weise. Sie zeigt das Leben der Großfamilie, die unter dem absoluten Patriarchat des Familienoberhauptes Sultan stehen, dessen Entscheidungen immerzu respektiert werden müssen, und der, der afghanischen Tradition folgend absolute Gefolgschaft verlangt. Gleichzeitig ist Sultan jedoch teilweise auch ein liberaler Vater, der froh über das Ende der Talibanherrschaft ist - nicht zuletzt, weil er in allererster Linie wirtschaftlich denkt, und seine Buchläden nun wieder besser florieren. Mitreißende Schicksale werden von Seierstad packend erzählt - nicht immer mit Happy End, aber unglaublich spannend.

Alltag in Afghanistan
von einer Kundin/einem Kunden aus Ulm am 02.02.2010

Eine junge Journalistin lebt einige Monate in einer afghanischen Familie mit. Es ist der Frühling nach Zerschlagung der Talibanherrschaft und die Menschen in Afghanistan versuchen, wieder in ein ganz normales Alltagsleben zurückzufinden.Eine wahre Geschichte, die aber wie ein authentischer Familienroman geschrieben ist, bei dem ... Eine junge Journalistin lebt einige Monate in einer afghanischen Familie mit. Es ist der Frühling nach Zerschlagung der Talibanherrschaft und die Menschen in Afghanistan versuchen, wieder in ein ganz normales Alltagsleben zurückzufinden.Eine wahre Geschichte, die aber wie ein authentischer Familienroman geschrieben ist, bei dem man nebenbei viel über die afghanische Kultur mitbekommt.


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