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Das Leben ist ein merkwürdiger Ort

Roman

(4)

Über das Weggehen, das Ankommen und das Leben dazwischen


Für einen Neuanfang in San Francisco kündigt Aaron Englund seinen Job und verlässt seinen langjährigen Partner Walter. Doch Aaron holen Erinnerungen ein: an die Jahre als Außenseiter in einem kleinen Provinznest, an den Tod des Vaters, an seine Mutter, die eines Nachts mit dem Dorfpfarrer durchgebrannt und nicht mehr zurückgekommen ist. Aber auch an besondere Begegnungen mit seiner fanatischen Tante Jean, dem Griesgram Clarence oder der dicken Bäckerin Bernice – allesamt fremd in einer Welt, in der Anderssein nicht erwünscht ist ...

Rezension
»Eine anregende, interessante, im Ton ungewöhnliche und existenzialistisch treffende Lektüre.«
M. Lehmann-Pape, buchtips.net 21.09.2016
Portrait
Lori Ostlund wuchs in Minnesota auf. Nach ihrem Studium in Minnesota und New Mexico arbeitete sie als Antiquitätenhändlerin und Englischlehrerin, u. a. in New Mexico, Spanien und Malaysia. Ihr Erzählungsband ›The Bigness of the World‹ erschien 2009 bei University of Georgia Press und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Flannery O'Connor Award for Short Fiction. ›Das Leben ist ein merkwürdiger Ort‹ ist ihr erster Roman. Lori Ostlund lebt und schreibt in San Francisco.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 26.08.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783423429825
Dateigröße 997 KB
Übersetzer Pieke Biermann
eBook
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Das Leben ist ein merkwürdiger Ort
von einer Kundin/einem Kunden aus Liebefeld am 04.08.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Selten, bzw. lange, habe ich kein so schönes Buch gelesen. Die feine Art, mit welcher die Autorin das Leben von Aaron beschreibt ist wundervoll. Keine Zeile, die ich nicht mit Andacht gelesen habe. Oft habe ich zurückgeblättert um Abschnitte wieder zu lesen. Ich wage es, Lori Ostlund ein klein... Selten, bzw. lange, habe ich kein so schönes Buch gelesen. Die feine Art, mit welcher die Autorin das Leben von Aaron beschreibt ist wundervoll. Keine Zeile, die ich nicht mit Andacht gelesen habe. Oft habe ich zurückgeblättert um Abschnitte wieder zu lesen. Ich wage es, Lori Ostlund ein klein wenig mit Hermann Hesse zu vergleichen. Ihre Sprache, ihr Aufbau der Geschichte, die Zartheit, mit der sie Gefühle beschreibt, das Leben, wie es nun mal ist, egal ob Hetero oder Homosexuell. "Also gehen wir los?", fragte George. " Ja", sagte Aaron, und sie gingen los. So einfach, so simpel und so beeindruckend die letzten zwei Sätze der Geschichte. Ich verschenke das Buch weiter und habe es mir in der Originalsprache gekauft.

Die Suche nach dem eigenen Leben
von Sandra Matteotti aus Zürich am 02.12.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Aaron Englund ist 42 und er fängt ein neues Leben an. Er reist nach San Francisco, wo er eine Stelle als Sprachehrer für Fremdsprachige hat. Es ist das erste Mal, dass er einen Weg alleine geht, dass er tut, was er tun will, ohne sich von anderen leiten zu... Aaron Englund ist 42 und er fängt ein neues Leben an. Er reist nach San Francisco, wo er eine Stelle als Sprachehrer für Fremdsprachige hat. Es ist das erste Mal, dass er einen Weg alleine geht, dass er tut, was er tun will, ohne sich von anderen leiten zu lassen oder sich denen anzupassen. Als Kind waren da sein cholerischer Vater und seine labile Mutter, denen er es recht machen wollte, später dann Walter. Walter lernte er kennen, als er noch ein Teenager war, und er lebte über 20 Jahre mit ihm zusammen. Aaron war dankbar für alles, was Walter für ihn gemacht hatte. Walter hatte ihn gerettet, aber in dieser Rettung lag auch eine Verpflichtung. Diese prägt die Rollen in einer Beziehung. Aaron musste diese Ketten sprengen. "…dankbar zu sein und Dankbarkeit abverlangt zu bekommen, waren zwei Paar Schuhe." Das Leben ist ein merkwürdiger Ort ist die Geschichte eines Mannes, der sich auf die Suche nach sich selber macht. Er lässt sein ganzes Leben hinter sich, wobei sich mit der Zeit die Frage stellt, was genau SEIN Leben war. In Rückblicken erfährt man mehr über seine Vergangenheit: Eine trostlose Kindheit geprägt von einem Vater, welcher mit seiner cholerischen Art mehr Schrecken als Halt war und geprägt von einer Mutter, welche ihn eher als Last denn als Freude sah und irgendwann einfach weg war. Später dann ein Leben geprägt von Walter, der ihn gerettet hatte und fortan sein Leben bestimmte. Er tat dies nicht dominant oder gar bösartig, es waren einfach die Rollen, in welche die beiden gewachsen waren. Aaron ist ein stiller, eher passiver Charakter, der die Menschen zwar mag, sie aber kaum an sich ranlässt. Trotzdem trifft er immer wieder auf welche, die sich ihm annehmen und ihm helfen. Aarons Leben richtet sich immer wieder in gefestigten Bahnen ein, denen er dann getreu folgt, das ändert auch nach seinem Ausbruch in eine eigene Welt nicht. In vielen Rückblicken erfährt man als Leser, was Aaron in seinem Leben schon alles erlebt hat – und es ist viel. Fast ein wenig zuviel in der Summe. Fast mutet es an, als ob man sämtliche menschlichen Schwierigkeiten in Aarons Geschichte vereint habe: ein überdominanter Vater, eine labile Mutter, fanatisch religiöse Verwandte, körperliche Strafen, Sinn- und Selbstsuche, der Umgang mit der eigenen Homosexualität und einiges mehr. Lori Ostlund hat eine tiefgründige, philosophisch und psychologisch dichte Geschichte in eine klare, leise und flüssig lesbare Sprache gepackt. Es ist ihr gelungen, vor allem den Protagonisten fass- und erlebbar darzustellen. Mitunter ist die Geschichte etwas langatmig, auch geschieht der Wechsel zwischen den Zeiten oft gar abrupt, indem einfach ein Satz aus einer anderen Zeit in die aktuelle Erzählzeit eingebaut wird. Trotzdem ist es ein sehr eingängiges Buch, eines, das tief geht und nachhallt. Fazit Die tiefgründig und einfühlsam geschriebene Geschichte eines Mannes, der sich aufmacht, sein eigenes Leben zu suchen. Sehr empfehlenswert.

Ein Buch der leisen Töne.
von einer Kundin/einem Kunden aus Hahnenbach am 07.10.2016
Bewertet: gebundene Ausgabe

Angesprochen wurde ich durch das Cover, mit diesem typischen Foto der Golden Gate in San Francisco im Nebel. Was mich als Roman erwartete, war jedoch ganz anders als erwartet. Es ist ein Buch der leisen Töne. Wunderschön. Kein Highlight jagt das nächste und die üblichen Protagonisten zeitgenössischer Romane, die sich... Angesprochen wurde ich durch das Cover, mit diesem typischen Foto der Golden Gate in San Francisco im Nebel. Was mich als Roman erwartete, war jedoch ganz anders als erwartet. Es ist ein Buch der leisen Töne. Wunderschön. Kein Highlight jagt das nächste und die üblichen Protagonisten zeitgenössischer Romane, die sich in ihrem Ruhm und Reichtum sonnen, die sucht man hier vergebens. Im Mittelpunkt dieses Buches steht Aaron. Es beginnt damit, dass Aaron seinen langjährigen Lebensgefährten Walter verlässt. Auf der Fahrt von Albuquerque (New Mexico) nach San Francisco (Kalifornien) lässt er sein Leben Revue passieren. Wir lernen dieses Kind Aaron kenne, voller Vertrauen in die Welt der Erwachsenen und brav - um nicht zu sagen unterwürfig. Ein cholerischer Vater und eine schwache Mutter, die ihn immer dann im Stich lässt, wenn er sie dringend bräuchte. Den Vater verliert Aaron schon sehr früh durch einen Unfall und verlässt danach mit seiner Mutter die Stadt und sein Lebensumfeld. Der erste Weggang und Neuanfang. Seine Mutter übernimmt ein Café, in dem er schon als Kind mitarbeiten muss. Später überlässt sie ihren Sohn den unterschiedlichsten Menschen in dem neuen Wohnort, die Hilfe brauchen. Doch die Motivation seiner Mutter ist eine ganz eigene. Sie will Zeit für sich alleine, da auch sie von diesem Leben überfordert ist. Aaron, ein feinfühliger Junge merkt sofort, dass sie Distanz zu ihm sucht. Ihr Wunsch nach Abstand geht später so weit, dass sie ihren Sohn ohne ein Wort des Abschieds verlässt. Die Köchin des Cafés nimmt Aaron mit zu sich nach Hause, weil er nicht weiß wohin. Er hat das Glück, im richtigen Moment die richtigen Menschen zu treffen. So auch Walter, einen viel älteren Mann, der Aaron später bei sich aufnimmt und ihm die Ausbildung zum Lehrer bezahlt. Zwischen ihnen entwickelt sich eine berührungslose Liebe. Erst nach einigen Jahren werden sie ein schwules Liebespaar und bleiben über 20 Jahre zusammen. Walters sanftes Wesen und seine tiefe Liebe bewirken, dass Aaron, dieser verletzte, in seinem Inneren noch immer kleine Junge, heil wird. Doch irgendwann wird Aaron diese Liebe zu eng, verflüchtigt sich. Zurück bleibt lediglich Dankbarkeit, zu wenig für ein gemeinsames Leben. Er kommt zu der Erkenntnis, das Walter ihm die Wünsche von den Augen abgelesen habe um ihn an sich zu binden, von sich abhängig zu machen. Ist die Liebe nicht oftmals so, dass der Partner zum Besitz wird? Viele solcher Lebensweisheiten sind immer wieder in diesen Roman eingeflochten. Wie auch auf Seite 212: "... Eines jedenfalls hatte er gelernt, wenn er sich anhörte, was seine Schüler alles wissen wollten: Gar nichts würde je besser werden in diesem Land, wenn die Menschen nicht endlich lernten, all die Fragen zu stellen, die nie zu stellen man ihnen beigebracht hatte." Im Hinblick auf die Rezi markierte ich jede Seite, die eine erwähnenswerte Stelle enthielt mit einem Stück Papier, bis ich feststellte, dass ich laufend solche Markierungen angebracht hatte und sich der Deckel anfing zu biegen. Danach ließ ich es sein und fand mich damit ab, dass dieses Buch davon überfloss und ich all diese Stellen in der Rezi gar nicht ansprechen kann. Es sind einfach zu viele. An der Schule in San Francisco gibt Aaron die Menschenfreundlichkeit, die Walter ihm vorlebte, an seine erwachsenen Schüler, die aus aller Welt hierher kamen und ein gutes Leben in den USA erhoffen, weiter. Am Ende sagt Aaron "Danke" zu Walter, "du hast mich gerettet". Im Alter von 42 Jahren lässt er die Schatten seiner Kindheit und Jugend hinter sich. Er ist bereit, ein neues Leben anzugehen. Wie ich schon eingangs erwähnte, es ist ein Buch der leisen Töne in einer wunderschönen Sprache geschrieben. Dieser Roman zog mich von der ersten Seite an in seinen Bann.