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Gegen den Strich

(À rebours)

(1)
Joris-Karl Huysmans: Gegen den Strich. Mit einer Einführung von Jan ten Brink.
Joris-Karl Huysmans:
Aus dem Aufsatz »Moderne französische Romanschriftsteller« von Jan ten Brink. Erschienen 1889 in der »Zeitschrift für französische Sprache und Litteratur« Band 11, S. 41-64 im Verlag von Eugen Franck, Leipzig. Übersetzt von Lina Schneider, Köln.
Gegen den Strich:
Erstdruck: Paris (Charpentier) 1884. Originaltitel: A rebours. Hier in der Übers. v. M. Capsius
Vollständige Neuausgabe.
Herausgegeben von François Michel.
Berlin 2015.
Textgrundlage ist die Ausgabe:
Huysmans, J[oris-] K[arl]: Gegen den Strich. Übers. v. M. Capsius, Berlin, Leipzig: Magazin- Verlag Jaques Hegner [o. J.].
Die Paginierung obiger Ausgabe wird in dieser Neuausgabe als Marginalie zeilengenau mitgeführt.
Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: James Tissot, Ein Dandy, 1873.
Gesetzt aus Minion Pro, 11 pt.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 144 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.06.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783843055338
Verlag Hofenberg
Dateigröße 327 KB
eBook
0,49
inkl. gesetzl. MwSt.
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Des Esseintes und die Vermessung der Sinne
von Zitronenblau am 18.01.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Huysmans Roman "Gegen den Strich" richtete sich gegen einen naturalistischen Zola und machte den Protagonisten, den Helden (?) wieder zum differenten Herrn über sich selbst. So verabscheut und ekelt sich Des Esseintes vor der Gesellschaft und ihrer vulgären, langweiligen Dummheit, und zieht, da vermögend (immer eine Voraussetzung!) in sein... Huysmans Roman "Gegen den Strich" richtete sich gegen einen naturalistischen Zola und machte den Protagonisten, den Helden (?) wieder zum differenten Herrn über sich selbst. So verabscheut und ekelt sich Des Esseintes vor der Gesellschaft und ihrer vulgären, langweiligen Dummheit, und zieht, da vermögend (immer eine Voraussetzung!) in sein Haus und sich damit zurück von den Menschen. Nun sucht er mit einem übersteigerten Ästhetizismus und auch Intellektualismus die Grenzen seiner Sinne zu erreichen und darüber hinaus zu gehen. Dabei werden alle Sinne "abgearbeitet" - ob Nase, Auge oder Ohr - bis der Geist selbst immer schnellere Gedankenkarussells entwickelt. Somit quellt vom schrulligen Spleen ein exzentrischer Wahn, ein evoziertes Perpetuum Mobile der Sinnlichkeit, dass sich in hedonistische Exzesse verirrt, bis sich dergestalt die neurotische Pathologie herauskristallisiert, die sämtliche Bestrebungen in eine selbstzerstörerische Dekadenz mündet. Letztlich bleibt Des Esseintes nur wieder das erschöpfte Zurück in die Gesellschaft, die Zerstreuung durch die Zerstreuungen der anderen, ja, der chistliche Glaube: "Herr, hab Mitleid mit dem Sträfling des Lebens, der sich nachts aufmacht, allein unter dem Firmament, das nicht mehr erleuchtet wird von den Trostfackeln der alten Hoffnung!" Huysmans Roman hat weltliterarischen Rang und die Besonderheiten sind ganz klar die Sinnesorgien und Rauschbilder, die der Autor zeichnet. Dabei werden mitunter synästhetische Experimente, tiefe geistige Diskurse und erstaunlich wenig frivole Elemente eingespielt (ein Sade wird nur nebenbei bemerkt), die Promiskuität richtet hier mehr auf die Möglichkeiten der Apperzeption. Manchmal wirken die Verknüpfungen und Aufzählungen (repetitio, Kumulation) etwas billig und zu sachlich; insgesamt wirkt der Verlauf zu kompakt, wodurch die protagonistische Entwicklung und die Bedingungen der Identifizierung erschwert werden, zumal mitunter ein Defizit an inneren Monologen hierzu förderlich ist. Stilistisch gesehen kommen noch weitere Faux-pas hinzu, auf die ich hier aber nicht weiter eingehen möchte. Das Buch ist unbedingt lebenswert, wenn auch nicht vollkommen wie ein Proust, denn es ist ein Signal vom Überdruss und der Bedrohung bei Isolation und Eskapismus!