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Das Duell im Alten Reich

Transformation und Variationen frühneuzeitlicher Ehrkonflikte.. Habilitationsschrift

Historische Forschungen Band 112

Am Beginn der Habilitationsschrift von Ulrike Ludwig steht die Frage: Was ist ein Duell? Die irritierende Antwort lautet: Ein Duell war im Alten Reich bis ins 18. Jahrhundert keineswegs jener verabredete, regelhafte und mit tödlichen Waffen ausgefochtene Ehrenzweikampf unter Männern der »besseren Gesellschaft«, der uns aus der Lektüre von Effi Briest oder den Mantel- und Degenfilmen der Kindheit vertraut ist. Als Duell wurde vielmehr ein recht unspezifisches Spektrum an gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet. Dieser Befund überrascht und führt zu neuen Fragen: Wieso tauchte der neue Begriff Duell im frühen 17. Jahrhundert im Deutschen überhaupt auf, wenn damit nichts Neues bezeichnet wurde? Welche Konflikttypen und -logiken sind in diesen frühneuzeitlichen »Duellen« auszumachen? Wer kämpfte da eigentlich mit wem und warum? Und wie bildete sich schließlich doch noch jener hochformalisierte Ehrenkampf heraus, als den wir das Duell heute begreifen? Die Antworten auf diese Fragen führen zu einer »neuen« Geschichte des Duells; sie zeigen, wie sich mit einem begriffsgeschichtlichen Zugriff die Sicht auf scheinbar Altbekanntes verändern kann.

Rezension
"'Das Duell im Alten Reich' dürfte für die einschlägige Forschung künftighin Referenzcharakter gewinnen und darüber hinaus auch weiteren Themenfeldern - etwa der Rechtsgeschichte oder der Adelsforschung - wertvolle neue Impulse vermitteln." Dr. Florian Schönfuß, in: Francia recensio, 1/2018 "Ludwig gelingt es sehr gut zu zeigen, dass das Duell der Frühen Neuzeit nicht jener formalisierte Kampf war, wie er uns heute als Endpunkt einer Bild- und Erzähltradition bekannt ist und in Lexika und Handbücher Eingang gefunden hat. Vielmehr ist es als ein vielschichtiger Transformationsprozess anzusehen, in dem sich aus dem breiten und unübersichtlichen Feld der Ehrkonflikte, für die immer auch nicht wenige andere Lösungsmöglichkeiten bestanden und praktiziert wurden, das 'moderne' Duell heraus entwickelte." Dr. Wolfgang Seidenspinner, in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde 2017
Portrait

Ulrike Ludwig ist seit 2015 DFG-Heisenbergstipendiatin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Promoviert wurde sie an der Technischen Universität Dresden mit einer Arbeit über Gestaltungspotentiale territorialer Herrschaft in der Strafrechts- und Gnadenpraxis am Beispiel Kursachsens (2006). Habilitiert hat sie sich ebenfalls in Dresden mit der Arbeit »Das Duell im Alten Reich« (2014). Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen neben der Geschichte frühneuzeitlicher Gewalt- und Ehrkulturen sowie Fragen einer Kulturgeschichte der Verwaltung auch die Kriminalitäts- und Rechtsgeschichte und seit Neuestem die Erforschung von Hellseherei und Magie in der frühneuzeitlichen Administration.

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  • I. Ausgangspunkte

    Was ist ein Duell? – Perspektiven und Anlage der Arbeit – Technische Bemerkungen zum Sample

    II. Vor- und Mitläufer: Rahmungen für ein neues Phänomen

    Vorläufer – Mitläufer – Repräsentationen von Ehre im Duell und andernorts

    III. Das Duell im Alten Reich

    Am Anfang war das Wort! – Rechtliche Etablierungsprozesse – Duelle zwischen Strafe und Gnade. Der Umgang mit Duellen als Ausdruck von Normenkonkurrenz

    IV. Akteursgruppen

    Vertraute Akteure: Adel und Militärs – Vermisste Bekannte: Zur geringen Bedeutung studentischer Duelle – Unerwartete Protagonisten: Handwerker und ihre Duelle

    V. Konflikttypen und Konfliktlogiken

    Die Kunst des Beleidigens – Von Stellvertreterkonflikten, Wettkampfspielen und Entgleisungen – Klagen vor Gericht als Strategie in Ehrkämpfen

    VI. Die Historisierung eines Phänomens: Zur Erfindung der Geschichte des Duells

    Von Teufeln, Barbaren und biblischen Helden – Neuordnungen

    VII. Acht Thesen zum Duell im Alten Reich – eine Bilanz

    VIII. Anhänge

    Literaturverzeichnis

    Personen-, Orts- und Sachregister
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 390
Erscheinungsdatum 22.06.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-428-14673-4
Verlag Duncker & Humblot
Maße (L/B/H) 23,6/16,1/2,7 cm
Gewicht 705 g
Abbildungen 6 Schwarz-Weiß- und 10 farbige Abbildungen, 8 Schwarz-Weiß- Tabellen, 8 Tabellen, 16 Abbildungen (darunter 10 farbige )
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