Meine Filiale

Havana

Fest der Farben und Faszination des Verfalls

Bernhard Hartmann

(1)
Buch (gebundene Ausgabe)
Buch (gebundene Ausgabe)
51,30
51,30
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Versandfertig in 1 - 2 Wochen Versandkostenfrei
Versandfertig in 1 - 2 Wochen
Versandkostenfrei

Weitere Formate

Beschreibung


- Ein Porträt Havannas vor dem kommenden Wandel
- Ein einmaliger Einblick in die Herrenhäuser der kubanischen Hauptstadt
- Brillante, detailreiche Fotografien, an denen man sich nicht sattsehen kann

Havanna, allein die Nennung des Namens lässt schon das Kopfkino anlaufen, Soundtrack inklusive: karibische Farbenpracht, amerikanische Straßenkreuzer aus den 1950er Jahren und einstmals prächtige Gebäude im ruinösen Zustand. Dieses Bild dürfte sich bald ändern, mit der Öffnung des Landes ist der Wandel des sozialistischen Inselstaates absehbar. Der richtige Zeitpunkt, um innezuhalten und sich die kubanische Hauptstadt genauer anzusehen. Bernhard Hartmann nimmt uns nicht nur mit auf die Straßen der Stadt, in Cafés, Läden und Boxvereine. Besonders beeindruckend sind die Blicke hinter die Fassaden alter Herrenhäuser, deren abgenutzter Charme uns gleich in seinen Bann zieht. Bröckelnder Putz, rissige Wände, ausgetretene Treppenstufen, all das finden wir in den Bildern. Und doch, es sind belebte Orte. Spuren bürgerlichen Wohnens, würde- und stilvoll trotz aller Widrigkeiten, meisterhaft eingefangen in brillanten Fotografien.

Bernhard Hartmann, geboren 1972, studierte Slawistik / Polonistik und Germanistik in Mainz und Potsdam. Danach arbeitete er als Lehrbeauftragter und wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Slawistischen Instituten in Potsdam, Berlin (HU), Erfurt, Wien und Bochum. Seit 2001 ist er Übersetzer von literarischen und geisteswissenschaftlichen Texten aus dem Polnischen, seit 2011 als freiberuflicher Übersetzer tätig. Hartmann übersetzt Lyrik, zudem Prosawerke von Hanna Krall und Lidia Amejko, Essays und Theaterstücke. Der Jury imponierten seine philologisch exakten und zugleich ausdrucks- wie stilsicheren Übersetzungen. In allen seinen Arbeiten erfülle er dabei den an sich selbst gestellten Anspruch, dass eine gute literarische Übersetzung ein Kunstwerk sein sollte, das für sich selbst bestehen muss. 2013 wurde Bernhard Hartmann mit dem Karl-Dedecius-Übersetzer-Preis ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 29.07.2016
Sprache Deutsch, Englisch, Französisch
ISBN 978-3-8327-3432-9
Verlag TeNeues Verlag
Maße (L/B/H) 32,7/26,4/2,2 cm
Gewicht 1680 g
Abbildungen 100 farbige Abbildungen

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertungen
Übersicht
1
0
0
0
0

Der morbide Charme des untergehenden karibischen Sozialismus
von Dr. M. am 08.07.2018

Von einem bekannten Ökonomen stammt der Satz, dass der Sozialismus nur so lange überleben kann wie die von ihm einst übernommenen Gebäude. Dieses auf den ersten Blick merkwürdige Gesetz kann man auf Kuba in seiner ganzen Wirksamkeit beobachten. Der Bildband von Bernhard Hartmann dokumentiert das in einer seltenen Eindringlichkei... Von einem bekannten Ökonomen stammt der Satz, dass der Sozialismus nur so lange überleben kann wie die von ihm einst übernommenen Gebäude. Dieses auf den ersten Blick merkwürdige Gesetz kann man auf Kuba in seiner ganzen Wirksamkeit beobachten. Der Bildband von Bernhard Hartmann dokumentiert das in einer seltenen Eindringlichkeit. Mit der Verbannung des Bürgerlichen stirbt auch die bürgerliche Kultur. Verfall und Elend bestimmen zunehmend das Bild. Es ist weder der Wille, noch das Kapital für den Erhalt von Gebäuden vorhanden, die aus einer Zeit stammen, mit der sozialistische Diktaturen nichts mehr zu tun haben wollen. Aber die Gebäude sind nur ein Indikator für den ökonomischen Verfall. Auf welche Weise die sozialistische Führung im Angesicht einer solchen Situation kapituliert, ist der jeweiligen Situation geschuldet. Die kubanischen Kommunisten wollen das Land für ausländische Investoren öffnen, immer noch hoffend, dass ihre heruntergewirtschaftete Insel dennoch so bleiben wird, wie sie es wollen. Aber das wird erfahrungsgemäß nicht passieren. Und genau deshalb ist es wichtig, dass Fotografen wie Bernhard Hartmann den Zustand dokumentieren, der vom Verfall einstmaligen Glanzes zeugt. Zwar heißt dieser Bildband "Havana", aber in Wirklichkeit sieht man nur Ruinen von außen und von innen. Faszinierend finde ich immer wieder, dass die wirklichen Zusammenhänge auch in diesem Band nicht genannt werden. Vielleicht liegt es am karibischen Flair dieser Insel, dass man den Duft des Todes nicht so spürt wie anderswo in Ruinen.


  • Artikelbild-0
  • Artikelbild-1