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Charlotte

Roman

(26)
»Das ist mein ganzes Leben« - mit diesen Worten übergibt Charlotte einem Vertrauten 1942 einen Koffer voller Bilder. Sie erzählen ihre viel zu kurze Geschichte: von der Kindheit im Berlin der 20 Jahre, dem frühen Tod der Mutter, dem Zugang zu Berlins Künstlerkreisen durch die neue Frau des Vaters, dem Studium an der Kunstakademie, dem Leben als Malerin. Und dann: Flucht vor den Nationalsozialisten nach Südfrankreich, Leben im Exil, aber auch Liebe und Hochzeit. Nur ihre Bilder überleben - und damit ihre Geschichte, die David Foenkinos anrührend erzählt. Charlotte ist das Porträt eines verheißungsvollen Lebens, das viel zu früh beendet wurde.
Portrait
David Foenkinos, 1974 geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in Paris. Seit 2002 veröffentlicht er Romane, darunter den Millionenbestseller „Nathalie küsst“. Seine Bücher werden in rund vierzig Sprachen übersetzt. „Charlotte“, wurde 2014 mit dem Prix Renaudot und dem Prix Goncourt des lycéens ausgezeichnet und hat sich allein in Frankreich rund eine halbe Million Mal verkauft.

Christian Kolb wurde 1970 geboren und studierte französische Literatur und Filmwissenschaft in Berlin und Paris. Neben den Romanen von David Foenkinos übersetzte er u. a. auch Nicolas Fargues „Die Rolle meines Lebens“. Er lebt in Berlin.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 14.11.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-328-10022-5
Verlag Penguin Verlag München
Maße (L/B/H) 18,5/11,8/2 cm
Gewicht 225 g
Übersetzer Christian Kolb
Buch (Taschenbuch)
10,30
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Kundenbewertungen

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Charlotte Salomon - ein fast ungelebtes Künstlerleben
von Kaffeeelse am 10.10.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Charlotte Salomon, deren Leben wird in diesem biographischen Roman beleuchtet. Geboren am 16. April 1917, wächst sie in einem liberalen jüdischen Haushalt in Berlin Charlottenburg auf, der Vater ist Albert Salomon, ein jüdischer Arzt und die Mutter Franziska, geborene Grunwald, eine ehemalige Krankenschwester. In ihrer Kindheit muss Charlotte den... Charlotte Salomon, deren Leben wird in diesem biographischen Roman beleuchtet. Geboren am 16. April 1917, wächst sie in einem liberalen jüdischen Haushalt in Berlin Charlottenburg auf, der Vater ist Albert Salomon, ein jüdischer Arzt und die Mutter Franziska, geborene Grunwald, eine ehemalige Krankenschwester. In ihrer Kindheit muss Charlotte den Verlust der Mutter verkraften, ihr wird gesagt sie verstarb an einer Grippe, aber eigentlich hat sie sich 1926 umgebracht. Nun wird Charlotte von Kindermädchen großgezogen, was sich bei dem etwas wilden Charakter von Charlotte etwas schwierig gestaltet. Erst 1930 heiratet Albert Salomon erneut, Paula Lindberg, eine Sängerin, und mit dieser zieht wieder so etwas wie eine Mutterfigur in das Leben Charlottes ein. Wobei die Beziehung der beiden immer etwas wechselt. Ins Gymnasium geht sie bis 1933, bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten, sie beendet das Gymnasium frühzeitiger wegen beginnender Schikanen jüdischen Mitbürgern gegenüber. 1935/1936 geht sie an die Schule für bildende Kunst und erkennt wofür sie brennt, für die Malerei. Etwas später tritt auch Alfred Wolfsohn in ihr Leben, eigentlich der Gesangslehrer von Paula Lindberg, bei ihm erkennt Charlotte, das sie neben der Malerei auch noch für etwas anderes brennen kann. Das Ganze hier nur als eine kurze Zusammenfassung einiger wichtiger Daten von Charlotte Salomon. Gefallen hat mir die sehr empathische Beschreibung der Person Charlotte. Dem Roman zufolge und auch meiner anderen Recherchen im Netz muss Charlotte eine recht strahlende Person gewesen sein, definitiv eine Ausnahmekünstlerin, deren weiteres Künstlerleben uns sicher noch einiges beschert hätte, aber durch ein menschenverachtendes Regime frühzeitig beendet wurde. Ich habe die Künstlerin vorher nicht gekannt, also vielen Dank an den Verfasser, die Recherche und das Betrachten der Bilder hat mir viele Empfindungen gebracht und Neues für mein/e/n Hirn/Geist/Seele. Gut dargestellt finde ich die Einblicke, die dem Leser gewährt werden, durch die Schilderung der familiär gehäuften Depressionen der Familie Grunwald. Es macht sehr betroffen, wenn man sieht, dass eine nicht erfolgte medikamentöse Therapie solche Folgen hat. Und gleichzeitig können wir heute sehr froh sein, dass der Stand der heutigen Medizin ein anderer ist. Den Schreibstil des Herrn Foenkinos fand ich interessant und gekonnt. Kurze Sätze in fast versartiger Struktur. Am Anfang des Buches habe ich mich gefragt ob da meine Emotionen nicht zu kurz kommen. Nein, ganz gewiss nicht. Trotz dieser Struktur sprudelten meine Gefühle regelrecht. Danke dafür. Auch die immer wieder eingestreuten Informationen des Herrn Foenkinos zu seinem Schaffensprozess/Recherchen fand ich großartig. Am Ende möchte ich noch eine Fußnote erwähnen. "Die Optimisten kamen nach Auschwitz, die Pessimisten nach Beverly Hills" nach Billy Wilder S. 55 Und noch etwas, dieses Buch wäre eine perfekte Lektüre für Schulklassen oder Lehrlinge. Damit allen klar wird. So etwas darf nie wieder geschehen!

von einer Kundin/einem Kunden am 06.09.2017
Bewertet: anderes Format

Eine sehr lesenswertes Buch, das nicht nur die zeitgeschichtlichen Hintergründe, sondern auch das Seelenleben der Malerin Charlotte Salomon auf eindrucksvolle Weise erforscht.

Die Geschichte der Charlotte Salomon
von Daniela P. am 31.07.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die Erzählung beginnt in Berlin in den 1930er Jahren. Charlotte ist eine junge Frau, deren Kindheit leider nicht sehr glücklich war. Ihre Mutter hat sich genau wie viele andere Verwandten mütterlicherseits das Leben genommen. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Arzt und hat mittlerweile wieder geheiratet - eine gefeierte Sängerin.... Die Erzählung beginnt in Berlin in den 1930er Jahren. Charlotte ist eine junge Frau, deren Kindheit leider nicht sehr glücklich war. Ihre Mutter hat sich genau wie viele andere Verwandten mütterlicherseits das Leben genommen. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Arzt und hat mittlerweile wieder geheiratet - eine gefeierte Sängerin. Charlotte kommt mit vielen Künstlern, Schriftstellern, Wissenschaftlern usw. in Kontakt. Ihr eigener Traum ist es Malerin zu werden und tatsächlich wird sie trotz des aufsteigenden Nazi-Regimes an der Berliner Kunstakademie aufgenommen. Dort feiert sie frühe Erfolge und lernt in dieser Zeit ihre erste große Liebe Albert kennen, den Gesangslehrer ihrer Stiefmutter. Doch als Charlottes Vater kurzzeitig in einem Lager inhaftiert wird, woraus er zum Glück wieder entlassen wird, entschließt sich die Familie Charlotte zu ihren Großeltern in das vermeintlich sichere Südfrankreich vorzuschicken. Sie selbst wollen ebenfalls schnellstmöglich fliehen. Charlotte verlebt noch einige sowohl glückliche als auch traurige Jahre in Frankreich, wobei einzig die Malerei ihr die Kraft zum Weiterleben gibt. Ihre Familie und Albert schaffen es leider nicht ihr nach Frankreich zu folgen, dafür findet sie andere Freunde und Vertraute in ihrer neuen Umgebung bis sie wenige Monate vor Kriegsende doch noch den Nazis in die Hände fällt... Was ein toller und ergreifender Roman! Die Malerin Charlotte Salomon inklusive ihrer Werke ist mir zwar ein Begriff, doch ihre genauen Lebensumstände waren mir bisher unbekannt. Das für mich beeindruckende an David Foenkinos' Roman ist seine Erzählweise. Er schafft es in kurzen, prägnanten Sätzen alles Wichtige zu sagen und gleichzeitig eine emotionale Ebene zu schaffen. Wenn man das Buch aufschlägt, meint man im ersten Moment Gedichte zu erkennen. Eine kurzweilige Geschichte, die jedoch ein tiefes Gefühl hinterlässt. Sehr beeindruckend und lesenswert!