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Donnerstags bei Kanakis

Roman

(13)

Das Exil beginnt mit der Rückkehr
Wien in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg: Jeden Donnerstag treffen sich bei Theophil Kanakis Künstler, Schauspielerinnen, Journalisten. Von den Kriegsjahren spricht hier keiner. Die Zeichen stehen auf Neubeginn. Da ist Kuno Adler, ein hoch qualifizierter jüdischer Wissenschaftler, aus dem Exil zurückgekehrt, der hofft, in der alten neuen Heimat wieder Fuß zu fassen. Aber er trifft auf Ausfl üchte, Geringschätzung. Da ist eine katholische Prinzessin, die sich als Laborassistentin durchschlägt, für die sein Herz schlägt. Und da ist Marie-Theres, Tochter einer österreichischen Aristokratin und eines dänischen Chemikers, die an ihrer Arglosigkeit zugrunde zu gehen droht. De Waals lebendiges Figuren-Tableau ist vieles zugleich: scharfsichtiges Sitten- und Zeitporträt, Milieuschilderung und elegischer Abgesang.

Portrait

Elisabeth de Waal (1899 – 1991) ist die älteste Tochter von Viktor von Ephrussi und der Baronesse Emmy Schey von Koromla. Sie wurde zu Hause und im Schottengymnasium erzogen, studierte Philosophie, Jus und Ökonomie und lebte in Paris, der Schweiz und schließlich in England. Elisabeth de Waal gehört zu den Schlüsselfiguren in dem Bestseller ›Der Hase mit den Bernsteinaugen‹ (_ 14212 und _ 14365) von Edmund de Waal, ihrem Enkel. Sie stand unter anderem in regem Briefkontakt mit Rainer Maria Rilke und verfasste insgesamt fünf Romane, drei auf Englisch, zwei auf Deutsch.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 23.10.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14450-6
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12,1/2,7 cm
Gewicht 320 g
Übersetzer Brigitte Hilzensauer
Buch (Taschenbuch)
11,30
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„Zuckerkandl reloaded“

Marie-Therese Reisenauer, Thalia-Buchhandlung Wien

Theophil Kanakis mit seinen Donnerstagstreffen ist im Wien der 50er Jahre so etwas wie die Berta Zuckerkandl der 20er und 30er. Auch Kuno Adler, jüdischer Wissenschaftler, aus dem Exil zurückkehrend geht dorthin. Von den Verfolgungen der Kriegszeit wird geflissentlich nicht gesprochen, Adler trifft seine Arbeit betreffend auf Ausflüchte, Er trifft auch Marie-Theres das Mädchen aus Amerika , die wiederum mit dem sie umgebenden Milieu moralischer Zweideutigkeit nicht zurecht kommt, an ihrer Arglosigkeit zu Grunde geht. Ein düsteres Porträt vom Wien der Nachkriegszeit. Theophil Kanakis mit seinen Donnerstagstreffen ist im Wien der 50er Jahre so etwas wie die Berta Zuckerkandl der 20er und 30er. Auch Kuno Adler, jüdischer Wissenschaftler, aus dem Exil zurückkehrend geht dorthin. Von den Verfolgungen der Kriegszeit wird geflissentlich nicht gesprochen, Adler trifft seine Arbeit betreffend auf Ausflüchte, Er trifft auch Marie-Theres das Mädchen aus Amerika , die wiederum mit dem sie umgebenden Milieu moralischer Zweideutigkeit nicht zurecht kommt, an ihrer Arglosigkeit zu Grunde geht. Ein düsteres Porträt vom Wien der Nachkriegszeit.

„ Faszinierendes Zeitporträt von Wien um 1950“

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

Edmund de Waal,Autor von "Der Hase mit den Bernsteinaugen" ist der Enkel von Elisabeth de Waal. Als ihm sein Vater Mappen mit Manuskripten,Dokumenten, Schriftstücken übergibt, bezeichnet er ihn scherzhaft als Hüter des Archivs.Seine Großmutter,Elisabeth de Waal ist die älteste Tochter von Viktor von Ephrussi und der Baronesse Emmy Schey von Koromla. Sie wächst in einer außerordentlich, privilegierten Umgebung auf. Ihrem Vater, Baron Ephrussi gehört das angesehendste Bankhaus Wiens und ihre Mutter, eine Dame der Wiener Gesellschaft, streiten sich über Elisabeths Erziehung. Elisabeth selbst setzt sich durch und erhält die Erlaubnis, sich bei Lehrern aus dem gegenüberliegenden Schottengymnasium, eine reine Bubenschule, Unterricht zu nehmen. Das Schreiben ist Elisabeth de Waals Leidenschaft. Keines ihrer Manuskripte wird jedoch angenommen und veröffentlicht. Bis heute. Eines dieser Manuskripte liegt nun mit dem Titel " Donnerstags bei Kanakis" versehen, als Buch vor. Ein Zeitporträt von Wien um 1950......Es erlaubt einen sehr genauen Blick auf die Gesellschaft, das Geschehen, das Milieu dieser Zeit. Ein Lesevergnügen.
Edmund de Waal,Autor von "Der Hase mit den Bernsteinaugen" ist der Enkel von Elisabeth de Waal. Als ihm sein Vater Mappen mit Manuskripten,Dokumenten, Schriftstücken übergibt, bezeichnet er ihn scherzhaft als Hüter des Archivs.Seine Großmutter,Elisabeth de Waal ist die älteste Tochter von Viktor von Ephrussi und der Baronesse Emmy Schey von Koromla. Sie wächst in einer außerordentlich, privilegierten Umgebung auf. Ihrem Vater, Baron Ephrussi gehört das angesehendste Bankhaus Wiens und ihre Mutter, eine Dame der Wiener Gesellschaft, streiten sich über Elisabeths Erziehung. Elisabeth selbst setzt sich durch und erhält die Erlaubnis, sich bei Lehrern aus dem gegenüberliegenden Schottengymnasium, eine reine Bubenschule, Unterricht zu nehmen. Das Schreiben ist Elisabeth de Waals Leidenschaft. Keines ihrer Manuskripte wird jedoch angenommen und veröffentlicht. Bis heute. Eines dieser Manuskripte liegt nun mit dem Titel " Donnerstags bei Kanakis" versehen, als Buch vor. Ein Zeitporträt von Wien um 1950......Es erlaubt einen sehr genauen Blick auf die Gesellschaft, das Geschehen, das Milieu dieser Zeit. Ein Lesevergnügen.

Kundenbewertungen

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Eine wiener Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 31.07.2018

Jeden Donnerstag trifft sich eine illustre und reiche Gesellschaft bei Kanakis und feiert alsob es den Zweiten Weltkrieg nie gegeben hätte und alles so weiter gehen würde wie bisher. Die Dekadenz ist förmlich zu spüren. auch mit den Moral ist es nicht weit her. Großartige Familiengeschichte aus dem Wien der... Jeden Donnerstag trifft sich eine illustre und reiche Gesellschaft bei Kanakis und feiert alsob es den Zweiten Weltkrieg nie gegeben hätte und alles so weiter gehen würde wie bisher. Die Dekadenz ist förmlich zu spüren. auch mit den Moral ist es nicht weit her. Großartige Familiengeschichte aus dem Wien der Nachkriegszeit. Die Sitten und Ansichten sind immer noch wie während der Nazizeit. Es ist der Abgesang auf die glorreiche Zeit Wiens, als die Stadt eins der Kunst- und Kulturzentren Europas war. Elisabeth de Waal ist die Großmutter von Edmund de Waal der das Buch " Der Hase mit den Bernsteinaugen schrieb". Dieses Manuskript wurde wiederentdeckt. Toll in der Sprache, mit besonderer Stimmung.

ein Roman über Heimat, Exil und Rückkehr...
von einer Kundin/einem Kunden am 14.03.2014
Bewertet: eBook (ePUB)

Elisabeth de Waal scheint die Welt genau zu kennen, die sie beschreibt ! Jahrelang lebte sie selbst im Exil ,Wien war ihre Heimat und steht auch im Mittelpunkt des Geschehens des Romans, der zu ihren Lebzeiten keinen Verleger fand und den erst ihr Enkel, Edmund de Waal - selbst... Elisabeth de Waal scheint die Welt genau zu kennen, die sie beschreibt ! Jahrelang lebte sie selbst im Exil ,Wien war ihre Heimat und steht auch im Mittelpunkt des Geschehens des Romans, der zu ihren Lebzeiten keinen Verleger fand und den erst ihr Enkel, Edmund de Waal - selbst Bestsellerautor - herausbrachte.Es sind die 50iger Jahre, Wissenschaftler Kuno Adler kehrt aus New York nach Wien zurück und möchte dort anknüpfen, wo er vor fünfzehn Jahren aufgehört hat. Natürlich müssen sie ihm eine Stelle geben, doch er wird degradiert und gedemütigt. Gleichgültigkeit und unverhohlene Feindschaft schlägt ihm entgegen. Einzig die Beziehung zu Nina verspricht einen Neubeginn. Anders Theophil Kanakis, der reiche alternde Mann, der einen Kreis von Künstlern jeglicher Art um sich scharrt, hier gilt nur : Vergessen, verdrängen und sich amüsieren ! Mit Geld scheint das möglich... Marie-Therese, die junge Frau gerät in einen Abgrund und Strudel an Konventionen, stößt auf Regeln , die nicht mehr gelten können und besiegelt durch ihr Unvermögen, dem Ausdruck zu verleihen ,ihren eigenen Untergang. Gut eingefangene Atmosphäre einer Zeit, die noch tief von Kriegswirren geprägt ist und der traumatischen Identitätskrise von Exilanten nachspürt.

Großartiges Vermächtnis
von einer Kundin/einem Kunden am 17.02.2014
Bewertet: eBook (ePUB)

Sie erinnern sich vielleicht an das Buch „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ von Edmund de Waal? Die Namensgleichheit beim Nachnamen dieser beiden Autoren ist kein Zufall! Elisabeth de Waal ist die Großmutter von Edmund de Waal. Edmund de Waal erhielt das Typoskript seiner Großmutter zusammen mit einigen anderen Dokumenten... Sie erinnern sich vielleicht an das Buch „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ von Edmund de Waal? Die Namensgleichheit beim Nachnamen dieser beiden Autoren ist kein Zufall! Elisabeth de Waal ist die Großmutter von Edmund de Waal. Edmund de Waal erhielt das Typoskript seiner Großmutter zusammen mit einigen anderen Dokumenten von ihr durch seinen Vater. Er hat es mehrere Mal gelesen bevor er sich endlich entschlossen hat, es nun posthum erstmalig zu veröffentlichen. Er hat auch selbst eine wunderbare Einleitung in diesen Roman geschrieben, der uns sowohl seine Großmutter als auch den Roman näherbringt, und uns hilft, diesen auch in persönlichem Zusammenhang zu verstehen. Elisabeth de Waal erzählt die Geschichte von drei Menschen, die Mitte der 50er Jahre nach Wien kommen. Zwei kommen aus dem Exil zurück, die dritte besucht das Heimatland ihrer Mutter. Es ist aber auch die Geschichte von zwei Familien, die während des Anschlusses an Deutschland in Österreich geblieben sind und sich jetzt mit den neuen Gegebenheiten zurechtfinden müssen. Professor Adler kehrt aus den USA nach Wien zurück, wo er anders als seine Ehefrau und seine erwachsenen Töchter nie wirklich angekommen ist. Er hat die Ankündigung der Österreicher wörtlich genommen, dass das Reparationsgesetz jedem Rückkehrwilligen in dieselbe oder eine vergleichbare Stellung einsetzen würde, falls er nachweisen könne, dass er aufgrund seiner politischen Ansichten oder aus rassischen oder religiösen Gründen entlassen oder zum Rücktritt gezwungen worden war. Doch in Wirklichkeit gestaltet es sich anders. Er fühlt sich nicht willkommen und wird an einen eher unwichtigen Arbeitsplatz im Labor abgeschoben. Trotzdem bleibt er und versucht das Beste aus seiner Situation zu machen. Theophil Kanakis gehörte der großen griechischen Gemeinde in Wien an. Inzwischen hat er in den USA als Bauunternehmer ein Vermögen gemacht. Jetzt möchte er seiner Heimatstadt beim Wiederaufbau helfen, aber er möchte sich dort auch amüsieren. Dafür kauft er sich einen kleine „Palast“ und lädt sich regelmäßig eine illustre Gesellschaft ein. Und ein fester Bestandteil dieser Gesellschaft ist der junge Fürst Lorenzo Grein-Lauterbach, ein sehr attraktiver, charismatischer junger Mann, der allerdings außer seinem Adelstitel nichts von seiner Herkunft retten konnte. Die zweite Familie ist die Familie Lensveldt. Gräfin Lensveldt lebt mit ihrem Mann noch immer einigermaßen wohlhabend in ihrem Schloss in Oberösterreich. Sie ist die Tante der jungen Marie-Theres, die von ihrer Mutter nach Österreich geschickt wird. Denn Marie-Theres treibt durch ihr Leben und findet nicht wirklich ihren Anker. Während die Handlung um den Professor Adler das restliche Geschehen immer nur am Rande streift, laufen die anderen Erzählfäden alle bei Theophil Kanakis zusammen. Es geht um Liebe, echte, vorgetäuschte und enttäuschte. Und es geht um die Gesellschaft Wiens, wie sie sich mit der neuen Situation nach dem verlorenen Krieg arrangiert. Wo sind die alten Nazis geblieben? Am Ende kommt es zu einem großen, dramatischen Showdown. Elisabeth de Waal hat einen sprachlich brillanten und sehr scharfsinnigen Roman über die wienerische Gesellschaft der 50er Jahre geschrieben. Sicherlich sind ganz viele eigene Erfahrungen und Verletzungen in dieses Buch eingeflossen.