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Schachnovelle

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Mirko Czentovic ist ein einfacher Junge aus dem slawischen Raum, der nach dem Tod seines Vaters von einem Pfarrer großgezogen wird. Stoisch, doch ohne Fleiß erledigt er alle ihm aufgetragenen Aufgaben. Besonders renitent zeigt er sich gegenüber jeglichem Versuch etwas sinnvolles oder manierliches zu erlernen. Durch einen Zufall wird seine Begabung fürs Schachspiel entdeckt und somit beginnt sein unaufhaltsamer Siegeszug bis zur Schachweltmeisterschaft.
Sein Schachspiel ist so stoisch und bäuerlich wie sein Leben, weshalb der Erfolg ihm von allen Kollegen missgönnt wird. Er zeigt nicht die Feinheiten und Raffinessen, welche die Welt von einem Schachmeister erwartet. Ganz im Gegenteil, er legt eine enorme Habgier an den Tag und sein Spiel scheint schon fast autistische Züge anzunehmen. So kommt es, dass er auf einer Schiffsreise nach Buenos Aires durch wirre Zufälle Schach gegen Dr. B. spielt, der das genaue Gegenteil verkörpert.
Als ehemaliger Gefangener der Gestapo, war Schach das einzige Mittel, welches ihn vorm Wahnsinn bewahrte und doch an dessen Grenzen brachte. Als schon fast vergeistigtes Wesen betreibt er Schach auf einer völlig mentalen Ebene, losgelöst von den materiellen Figuren. Er lebt in der Komplexität des Spiels und wäre fast daran zerbrochen. Gezwungen mangels Gegner gegen sich selbst zu spielen und dabei eine gespaltene Persönlichkeit zu entwickeln, erlernte er die Finessen des Schachs in der Isolationshaft.
Portrait
In Wien wurde Stefan Zweig als zweiter Sohn eines reichen Fabrikanten am 28. November 1881 geboren. Schon während seiner Gymnasialzeit verfasste er Gedichte, nahm dann in Wien das Studium der Literaturgeschichte auf und begann zu reisen -durch Europa ebenso wie nach Tunesien oder Mexiko. Als Übersetzer des Franzosen Romain Rolland oder des Belgiers Emile Verhaeren machte er sich ebenso einen Namen wie durch seine eigenen Werke. Der Zweite Weltkrieg, Bücherverbrennung und Verfolgung ließen Zweig schließlich nach Brasilien emigrieren. Unter dem Eindruck deutscher Kriegserfolge und erschöpft von unfreiwilliger Migration sowie dem Verlust seiner - vor allem auch geistigen Heimat Europa nahm sich der Sechzigjährige zusammen mit seiner Frau Lotte am 23. Februar 1942 das Leben.
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 67 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 02.01.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783734748172
Verlag Books on Demand
Dateigröße 338 KB
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
27 Bewertungen
Übersicht
18
6
1
1
1

Man fängt zu lesen an und kann nicht mehr aufhören!
von einer Kundin/einem Kunden aus Graz am 03.03.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Mich hat dieses Buch begeistert und ich kann es nur weiter empfehlen.

Schlechter Ton
von einer Kundin/einem Kunden am 12.01.2019
Bewertet: Medium: H?rbuch-Download

Die Sprechstimme klingt wie eine Computergesprochene Stimme. Keinerlei Stimmlagen, Höhen und Tiefen. das Buch wird einfach heruntergeleiert und ist unangenehm zum zuhören

Erschreckend aktuell!
von Miri am 22.09.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Was passiert mit einem Menschen, der gezwungen ist, sein Da-Sein auf ständiges WARTEN und MONOTONIE zu reduzieren? Wie lange dauert es bis er in den Wahnsinn getrieben wird. Stefan Zweig zeigt mit seiner Novelle die andere Art des grausamen Folterns des Nationalsozialismus und zwar den psychische Folter! Wie entsteht eine Stumpf... Was passiert mit einem Menschen, der gezwungen ist, sein Da-Sein auf ständiges WARTEN und MONOTONIE zu reduzieren? Wie lange dauert es bis er in den Wahnsinn getrieben wird. Stefan Zweig zeigt mit seiner Novelle die andere Art des grausamen Folterns des Nationalsozialismus und zwar den psychische Folter! Wie entsteht eine Stumpfheit gegenüber der Normalität/gegenüber dem Leben? Und vor allem wie leicht ist es den alten Mustern wieder zu verfallen? Die Macht des menschlichen Verstands ist immer noch ein wissenschaftliches Rätsel. Die Geschichte zeigt zwei Gegenpole, die sich an einem Schiff begegnen und diese Gegenpole treten während eines Schachspieles ans Licht. An der einen Seite des Brettes sitzt der amtierende Weltmeister (arrogant, selbstsicher, eher sozialer Super-Gau im negativen Sinne), ein Bauerjunge, der das Blindspiel nie beherrschte, weil er eher eingeschränkt ist. An der anderen DR.D., der die Kunst des Spieles in einer Isolation gezwungenermaßen durch Spiel gegen sich selbst erlernt hatte, allerdings dazu neigt in den Wahnsinn zu verfallen. Letztes Spiel in seinem Leben soll ihm zeigen, ob er seine Kenntnisse auch im physischen Spiel anwenden kann und wie nah am Abgrund er sich immer noch befindet, weil dieses eine Spiel ihm zeigt, dass er nur ein Schritt von Wahnsinn entfernt sei. Es kam mir vor, dass diese Novelle eine Art "Erklärung" von Stefan Zweig ist, warum er "freiwillig" aus dem Leben schied. Wer kann nämlich eine Selbstverlorenheit und emotionale "Stumpfheit" so nahe beschreiben, wenn er/sie selbe/r nicht mitten drin ist. Verdient gehört dieses Werk zur Pflichtlektüre und für mich nicht nur in der Schule.