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Unterwerfung

Roman

Goncourt-Preisträger Michel Houellebecq erzählt in "Unterwerfung" die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker
forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen.
Wahllokale werden überfallen, Autos brennen auf den Straßen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.
"Unterwerfung" handelt vom Zusammenprall der Kulturen und stellt Fragen zum Verhältnis von Orient und Okzident, von Judentum, Islam und Christentum - Fragen, die heute so relevant sind wie nie. Michel Houellebecq präsentiert sich als furchtloser Gesellschaftsdenker, der die bestimmenden Spannungsverhältnisse unserer Epoche mit großer Ernsthaftigkeit - und zugleich mit virtuoser Ironie ausdeutet.
Portrait
Michel Houellebecq wurde 1958 geboren. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der Gegenwart, seine Bücher werden in über vierzig Ländern veröffentlicht. Auf Deutsch ist nahezu sein gesamtes Werk bei DuMont verlegt. Zuletzt erschienen der mit dem renommiertesten französischen Literaturpreis, dem Prix Goncourt, ausgezeichnete Roman »Karte und Gebiet« (2011), der Gedichtband »Gestalt des letzten Ufers« (2014) sowie sein Roman »Unterwerfung« (2015).
Norma Cassau, geboren 1975, studierte Komparatistik und Osteuropastudien in Berlin und Kasan. Seit 2009 übersetzt sie Literatur aus dem Russischen und Französischen.
Bernd Wilczek war nach dem Studium mehrere Jahre Universitätslektor in Frankreich. Er übersetzte u. a. Maurice Blanchot, André Glucksmann sowie gemeinsam mit Norma Cassau Michel Houellebecqs Roman >Unterwerfung<.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Erscheinungsdatum 16.01.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783832188375
Verlag DUMONT Buchverlag
Dateigröße 1515 KB
Übersetzer Norma Cassau, Bernd Wilczek
Verkaufsrang 2.470
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Buchhändler-Empfehlungen

„Lebt von den Schlagzeilen...“

Jasmin, Thalia-Buchhandlung Wien

Er erzählt in Unterwerfung die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.

Leider war dieser Roman eine Qual für mich. Ich konnte mich nur mit Mühe dazu durchringen, den Roman zu lesen. Hier und da gab es einige gute Dialoge, aber das war es auch schon. Meiner Meinung nach passierte nichts und ich verstehe nicht, warum das Buch so lange auf der Bestsellerliste war.
2 Sterne weil ich einen besseren Einblick in den Islam bekam und wegen den zwei bis drei tollen Dialogen.
Er erzählt in Unterwerfung die Geschichte des Literaturwissenschaftlers François. Der Akademiker forscht im Frankreich einer sehr nahen Zukunft zu dem dekadenten Schriftsteller Huysmans, der ihn sein Leben lang fasziniert. Zugleich verfolgt er die Ereignisse um die anstehende Präsidentschaftswahl: Während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen, kommt es in der Hauptstadt zu tumultartigen Ausschreitungen. Als schließlich ein Bürgerkrieg unabwendbar scheint, verlässt François Paris ohne ein bestimmtes Ziel. Es ist der Beginn einer Reise in sein Inneres.

Leider war dieser Roman eine Qual für mich. Ich konnte mich nur mit Mühe dazu durchringen, den Roman zu lesen. Hier und da gab es einige gute Dialoge, aber das war es auch schon. Meiner Meinung nach passierte nichts und ich verstehe nicht, warum das Buch so lange auf der Bestsellerliste war.
2 Sterne weil ich einen besseren Einblick in den Islam bekam und wegen den zwei bis drei tollen Dialogen.

„Überbewertet“

Sabrina Reiter, Thalia-Buchhandlung Wien, Donauzentrum

"Unterwerfung" ist der bis dato kontroverseste Roman des Franzosen Michel Houellebecq, in dem es um die politischen Entwicklungen in Frankreich in nicht allzu ferner Zukunft geht.

Im Jahr 2022 hat es die Muslimische Bruderschaft an die politische Spitze Frankreichs geschafft und das Land verändert sich zusehends im Sinne ihrer Religion. Der Protagonist des Buchs erzählt, wie ihn dieser Machtwechsel beruflich, er ist Literaturwissenschaftler, und privat beeinflusst und wie sich die Menschen in seiner Umgebung wandeln.

Ich habe mir von "Unterwerfung" so einiges erwartet und wurde bitter enttäuscht. In erster Linie philosophiert der Protagonist vor sich hin, erzählt von seinen weiblichen Eroberungen, von welchen er nicht viel zu halten scheint, und widmet zig Seiten dem Autor, über welchen er seine Dissertation verfasst hat. Die Handlung selbst ist so gut wie nicht existent, der Protagonist ist mir zutiefst unsympathisch und die frauenfeindliche Ausstrahlung dieses Romans finde ich empörend.

Ich kann verstehen, wieso dieser Roman umstritten ist und denke auch, dass er politisch und religiös Interessierten und frankophilen Lesern sehr wohl gefallen kann. In meinem Lieblingsbücher-Regal wird er seinen Platz aber bestimmt nicht mehr finden.
"Unterwerfung" ist der bis dato kontroverseste Roman des Franzosen Michel Houellebecq, in dem es um die politischen Entwicklungen in Frankreich in nicht allzu ferner Zukunft geht.

Im Jahr 2022 hat es die Muslimische Bruderschaft an die politische Spitze Frankreichs geschafft und das Land verändert sich zusehends im Sinne ihrer Religion. Der Protagonist des Buchs erzählt, wie ihn dieser Machtwechsel beruflich, er ist Literaturwissenschaftler, und privat beeinflusst und wie sich die Menschen in seiner Umgebung wandeln.

Ich habe mir von "Unterwerfung" so einiges erwartet und wurde bitter enttäuscht. In erster Linie philosophiert der Protagonist vor sich hin, erzählt von seinen weiblichen Eroberungen, von welchen er nicht viel zu halten scheint, und widmet zig Seiten dem Autor, über welchen er seine Dissertation verfasst hat. Die Handlung selbst ist so gut wie nicht existent, der Protagonist ist mir zutiefst unsympathisch und die frauenfeindliche Ausstrahlung dieses Romans finde ich empörend.

Ich kann verstehen, wieso dieser Roman umstritten ist und denke auch, dass er politisch und religiös Interessierten und frankophilen Lesern sehr wohl gefallen kann. In meinem Lieblingsbücher-Regal wird er seinen Platz aber bestimmt nicht mehr finden.

„pures Lesevergnügen“

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

"Über die Literatur ist vieles, vielleicht zu vieles geschrieben worden ( als Literaturwissenschaftler steht mir dieses Urteil mehr als jedem anderen zu), dabei ist die spezifische Besonderheit der Literatur, der hohen Kunst der westlichen, vor unseren Augen untergehenden Welt nicht schwierig zu bestimmen. Die Musik kann im selben Maße wie die Literatur erschüttern, eine gefühlsmäßige Umkehr, Traurigkeit oder absolute Ekstase bewirken; die Malerei kann im selben Maße wie die Literatur verzücken, einen neuen Blick auf die Welt eröffnen. Aber allein die Literatur vermittelt uns das Gefühl der Verbundenheit mit einem anderen menschlichen Geist, mit allem, was diesen Geist ausmacht, mit seinen Schwächen und seiner Größe, seinen Grenzen, seinen Engstirnigkeiten, seinen fixen Ideen, seinen Überzeugungen; mit allem was ihn berührt, interessiert, erregt oder abstößt"........
Es sind Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Die traditionellen Parteien haben keine Gesprächsbasis mehr. Auf den Pariser Straßen lösen sich Kundgebungen, Krawalle und Straßenschlachten ab. Immer mehr verdichten sich die Vorzeichen, dass der muslimische Kanditat Ben Abbes durchaus ernstzunehmende Chancen auf den höchsten Posten im Land hat. Zu zerstritten sind die alteingesessenen Parteien. Charismatisch, besonnen und beruhigend tritt der Führer der Bruderschaft der Muslime in der Öffentlichkeit auf. Das Bildungsministerium ist der letzte Stolperstein und Objekt der Begierde....
"Unterwerfung" von Michel Houellebecq ist pures Lesevergnügen
"Über die Literatur ist vieles, vielleicht zu vieles geschrieben worden ( als Literaturwissenschaftler steht mir dieses Urteil mehr als jedem anderen zu), dabei ist die spezifische Besonderheit der Literatur, der hohen Kunst der westlichen, vor unseren Augen untergehenden Welt nicht schwierig zu bestimmen. Die Musik kann im selben Maße wie die Literatur erschüttern, eine gefühlsmäßige Umkehr, Traurigkeit oder absolute Ekstase bewirken; die Malerei kann im selben Maße wie die Literatur verzücken, einen neuen Blick auf die Welt eröffnen. Aber allein die Literatur vermittelt uns das Gefühl der Verbundenheit mit einem anderen menschlichen Geist, mit allem, was diesen Geist ausmacht, mit seinen Schwächen und seiner Größe, seinen Grenzen, seinen Engstirnigkeiten, seinen fixen Ideen, seinen Überzeugungen; mit allem was ihn berührt, interessiert, erregt oder abstößt"........
Es sind Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Die traditionellen Parteien haben keine Gesprächsbasis mehr. Auf den Pariser Straßen lösen sich Kundgebungen, Krawalle und Straßenschlachten ab. Immer mehr verdichten sich die Vorzeichen, dass der muslimische Kanditat Ben Abbes durchaus ernstzunehmende Chancen auf den höchsten Posten im Land hat. Zu zerstritten sind die alteingesessenen Parteien. Charismatisch, besonnen und beruhigend tritt der Führer der Bruderschaft der Muslime in der Öffentlichkeit auf. Das Bildungsministerium ist der letzte Stolperstein und Objekt der Begierde....
"Unterwerfung" von Michel Houellebecq ist pures Lesevergnügen

„Unterwerfung“

Helmuth Fahrngruber, Thalia-Buchhandlung St. Pölten

Frankreich hat im Jahr 2022 einen gemäßigten islamischen Präsidenten gewählt, um eine rechtextreme Präsidentin des Front National zu verhindern. Nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen kehrt gespannte Ruhe im Land ein. Das Alltagsleben verändert sich sichtbar, Frauen ziehen sich aus Beruf und der Öffentlichkeit immer mehr zurück, Juden verlassen das Land für immer. Der französische Skandalautor Michel Houellebecq entwirft ein überzeichnetes Bild der sanften Islamisierung von Politik und Gesellschaft eines europäischen Landes.

Die Hauptfigur Francois, ein misanthroper, zynischer Literaturprofessor in seinen 40ern, ist der eigenen Existenz überdrüssig. Umnebelt von Alkohol, ambitionslos und narzisstisch verstört verkehrt er seit jeher im saturierten akademischen Milieu von Paris, dessen orientierungslose Unverbindlichkeit für ihn das Sinnbild einer dekadenten westlichen Gesellschaft darstellt. Die Unterwerfung zu den Bedingungen der neuen politischen Machthaber erfolgt ohne großes Aufsehen, an Geld mangelt es nicht. Auch der Hauptprotagonist kehrt, nachdem er von der neuen Universitätsführung in die vergoldete Frühpension geschickt wurde, doch wieder an die Universität zurück. Ein üppig dotierter Posten, verbunden mit vielen weitern Annehmlichkeiten, lässt ihn zum Islam überzutreten.

Das Buch ist eine gelungene soziale Satire, es tadelt weniger die Religion und die Kultur des Islam, als vielmehr die Gleichgültigkeit und Mutlosigkeit einer indifferenten, orientierungslosen westlichen Gesellschaft.
Frankreich hat im Jahr 2022 einen gemäßigten islamischen Präsidenten gewählt, um eine rechtextreme Präsidentin des Front National zu verhindern. Nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen kehrt gespannte Ruhe im Land ein. Das Alltagsleben verändert sich sichtbar, Frauen ziehen sich aus Beruf und der Öffentlichkeit immer mehr zurück, Juden verlassen das Land für immer. Der französische Skandalautor Michel Houellebecq entwirft ein überzeichnetes Bild der sanften Islamisierung von Politik und Gesellschaft eines europäischen Landes.

Die Hauptfigur Francois, ein misanthroper, zynischer Literaturprofessor in seinen 40ern, ist der eigenen Existenz überdrüssig. Umnebelt von Alkohol, ambitionslos und narzisstisch verstört verkehrt er seit jeher im saturierten akademischen Milieu von Paris, dessen orientierungslose Unverbindlichkeit für ihn das Sinnbild einer dekadenten westlichen Gesellschaft darstellt. Die Unterwerfung zu den Bedingungen der neuen politischen Machthaber erfolgt ohne großes Aufsehen, an Geld mangelt es nicht. Auch der Hauptprotagonist kehrt, nachdem er von der neuen Universitätsführung in die vergoldete Frühpension geschickt wurde, doch wieder an die Universität zurück. Ein üppig dotierter Posten, verbunden mit vielen weitern Annehmlichkeiten, lässt ihn zum Islam überzutreten.

Das Buch ist eine gelungene soziale Satire, es tadelt weniger die Religion und die Kultur des Islam, als vielmehr die Gleichgültigkeit und Mutlosigkeit einer indifferenten, orientierungslosen westlichen Gesellschaft.

„Je suis Houellebecq“

Gregor Schwarzenbrunner, Thalia-Buchhandlung Linz, Zentrale

François ist im Jahr 2022 Hochschullehrer für Literatur an der Sorbonne Nouevelle. Die Anstellung ist für den Literaturwissenschaftler wie geschaffen, denn hauptsächlich unterrichtet er nur mittwochs und seine restliche Zeit kann er seinen zwei größten Liebschaften widmen. Einerseits der Liebe zu Studentinnen, die er jährlich wechselt und andererseits der Liebe zur Literatur, insbesondere der Literatur von Joris-Karl Huysmans. Als die Präsidentschaftswahlen anstehen und einige Wahllokale überfallen werden, spitzt sich die Situation zu und François verlässt Paris.

Auf das neue Werk des umstrittenen Provokateurs Michel Houellebecq einzugehen, ohne auch auf die feigen Anschläge auf Charlie Hebdo hinzuweisen, wäre fatal und in keinster Weise richtig. Houellebecqs Roman ist in Frankreich am selben Tag erschienen als auch die Anschläge passiert sind und dabei hat er einen persönlichen Freund, Bernard Maris verloren. Der wohl bedeutendste französische Gegenwartsliterat hat, bei der einzigen Lesung im deutschsprachigen Raum, per Livestream hab ich sie mir angesehen, die Vorwürfe das sein Roman islamophob sei, von sich gewiesen, sich allerdings im selben Atemzug gewünscht und beinahe bereut es nicht gewesen zu sein, denn dann hätte sich seine Botschaft vielleicht deutlicher herauskristallisiert. Grundsätzlich muss man festhalten, dass Literatur alles erzählen darf und soll. Hier eine Grenze zu ziehen was man dürfe, oder nicht wäre verhängnisvoll und würde eigentlich auf einen diktatorischen Machtmissbrauch hinweisen.

Schlussendlich stellt sich für mich, als Leser dieses Romanes dann auch die Frage: „Wie hätte ich es gelesen, wenn es die Anschläge nicht gegeben hätte?“ Vielleicht wäre der Roman ganz anders interpretiert worden, vielleicht wären die zahlreichen Diskussionen anderes ausgefallen, und ich hätte Unterwerfung in ein fiktives Frankreich verbannt, aber so bekommt die Geschichte eine gehörige Portion Realismus, auf die einige Leser wahrscheinlich sehr verstörend und ängstlich reagieren werden.

Die eigentliche Provokation oder Satire, abgesehen von der schweren Identitätskrise des Hauptprotagonisten, liegt für mich ganz klar in der überzeichneten Hochschulllehrerschaft und in der politischen Landschaft, hier hätte allerdings die Figur des Mohammed Ben Abbes etwas mehr Substanz oder Gewicht vertragen. Vielleicht klingt zwischen den Zeilen auch ein wenig Gesellschaftskritik mit, aber das ist nun mal das Los einer guten dystopischen Erzählung. Sicher ist, dass man noch viel mehr in diesen Roman interpretieren wird, als uns allen lieb ist. So bleibt der abgehalfterte und deprimierte Hochschullehrer im Fokus des Lesers, der zwischen Angst, Einsamkeit von guten und schlechten Sex pendelt. Unterwerfung ist der erste Roman von Houellebecq den ich gelesen habe, und wird bestimmt nicht der Letzte gewesen sein.
François ist im Jahr 2022 Hochschullehrer für Literatur an der Sorbonne Nouevelle. Die Anstellung ist für den Literaturwissenschaftler wie geschaffen, denn hauptsächlich unterrichtet er nur mittwochs und seine restliche Zeit kann er seinen zwei größten Liebschaften widmen. Einerseits der Liebe zu Studentinnen, die er jährlich wechselt und andererseits der Liebe zur Literatur, insbesondere der Literatur von Joris-Karl Huysmans. Als die Präsidentschaftswahlen anstehen und einige Wahllokale überfallen werden, spitzt sich die Situation zu und François verlässt Paris.

Auf das neue Werk des umstrittenen Provokateurs Michel Houellebecq einzugehen, ohne auch auf die feigen Anschläge auf Charlie Hebdo hinzuweisen, wäre fatal und in keinster Weise richtig. Houellebecqs Roman ist in Frankreich am selben Tag erschienen als auch die Anschläge passiert sind und dabei hat er einen persönlichen Freund, Bernard Maris verloren. Der wohl bedeutendste französische Gegenwartsliterat hat, bei der einzigen Lesung im deutschsprachigen Raum, per Livestream hab ich sie mir angesehen, die Vorwürfe das sein Roman islamophob sei, von sich gewiesen, sich allerdings im selben Atemzug gewünscht und beinahe bereut es nicht gewesen zu sein, denn dann hätte sich seine Botschaft vielleicht deutlicher herauskristallisiert. Grundsätzlich muss man festhalten, dass Literatur alles erzählen darf und soll. Hier eine Grenze zu ziehen was man dürfe, oder nicht wäre verhängnisvoll und würde eigentlich auf einen diktatorischen Machtmissbrauch hinweisen.

Schlussendlich stellt sich für mich, als Leser dieses Romanes dann auch die Frage: „Wie hätte ich es gelesen, wenn es die Anschläge nicht gegeben hätte?“ Vielleicht wäre der Roman ganz anders interpretiert worden, vielleicht wären die zahlreichen Diskussionen anderes ausgefallen, und ich hätte Unterwerfung in ein fiktives Frankreich verbannt, aber so bekommt die Geschichte eine gehörige Portion Realismus, auf die einige Leser wahrscheinlich sehr verstörend und ängstlich reagieren werden.

Die eigentliche Provokation oder Satire, abgesehen von der schweren Identitätskrise des Hauptprotagonisten, liegt für mich ganz klar in der überzeichneten Hochschulllehrerschaft und in der politischen Landschaft, hier hätte allerdings die Figur des Mohammed Ben Abbes etwas mehr Substanz oder Gewicht vertragen. Vielleicht klingt zwischen den Zeilen auch ein wenig Gesellschaftskritik mit, aber das ist nun mal das Los einer guten dystopischen Erzählung. Sicher ist, dass man noch viel mehr in diesen Roman interpretieren wird, als uns allen lieb ist. So bleibt der abgehalfterte und deprimierte Hochschullehrer im Fokus des Lesers, der zwischen Angst, Einsamkeit von guten und schlechten Sex pendelt. Unterwerfung ist der erste Roman von Houellebecq den ich gelesen habe, und wird bestimmt nicht der Letzte gewesen sein.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
39 Bewertungen
Übersicht
16
11
8
3
1

von einer Kundin/einem Kunden am 20.08.2018
Bewertet: anderes Format

Literarisch anspruchsvoll und interessant. Ein Buch, das für Aufruhr gesorgt hat und das durchaus auch kritisch hinterfragt werden kann (und muss).

von einer Kundin/einem Kunden am 05.03.2018
Bewertet: anderes Format

Eine intelligente und ebenso beeindruckende wie bedrückende Satire über eine Gesellschaft zwischen Multikulti und Selbstaufgabe, zwischen Konservativismus und Rechtsextremismus.

von einer Kundin/einem Kunden am 08.08.2017
Bewertet: anderes Format

Ein vielschichtiger und auch spannender Roman über ein brisantes Thema. Lesenswert!