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Mirage

Roman

(17)

Jetzt im Taschenbuch
Das Attentat erschüttert die Vereinigten Arabischen Staaten bis ins Mark: Am 9.11.2001 fliegen zwei Flugzeuge in die Türme des Welthandelszentrums von Bagdad, ein drittes ins arabische Verteidigungsministerium in Riad, ein viertes stürzt in der Wüste ab. Die wirtschaftliche Supermacht sagt dem Terror den Kampf an und besetzt die Ostküste von Amerika - ein Entwicklungsland und die mutmaßliche Heimat der Terroristen. Doch acht Jahre später behauptet ein verhafteter Attentäter Unglaubliches: In Wahrheit seien nicht die Arabischen Staaten die Großmacht, sondern Amerika!

Portrait

Matt Ruff, 1965 geboren in Queens/New York, studierte Englische Literatur und Creative Writing. Er genießt längst Kultstatus und eine große und stetig wachsende internationale Fangemeinde. Mit seiner Frau Lisa Gold lebt er heute in Seattle.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 496
Erscheinungsdatum 19.06.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-21594-7
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12,1/3,5 cm
Gewicht 347 g
Originaltitel >The Mirage<
Übersetzer Ditte Bandini, Giovanni Bandini
Buch (Taschenbuch)
12,30
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Buchhändler-Empfehlungen

„9/11 vs. 11/9“

Gregor Schwarzenbrunner, Thalia-Buchhandlung Linz, Zentrale

Die vereinigten arabischen Staaten, kurz VAS, wurden in ihren Grundfesten erschüttert, als im Jahr 2001 christliche Fundamentalisten Flugzeuge kaperten und in die Tigris und Euphrat Zwillingstürme lenkten. Ein drittes Flugzeug stürzte in das arabische Verteidigungsministerium, das vierte wäre für Mekka bestimmt gewesen und stürzte dann doch, mithilfe von mutigen Passagieren, in der Wüste ab. Im Jahr 2009 ist der Terror, der vom amerikanischen Kontinent ausgeht noch immer nicht gebannt. Als Mustafa, Samir und Amal, allesamt Bundesagenten, einen christlichen Selbstmordattentäter dingfest machen, behauptet der schier Unglaubliches: Eigentlich sei Amerika die wahre Supermacht, während die VAS nicht existieren würde und aus dem arabischen Raum die eigentliche Terrorgefahr ausgehen würde. Außerdem würden es bestimmte Artefakte sogar beweisen.

Einen satirischen Roman über die terroristischen Anschläge auf das World Trade Center zu schreiben, ist bestimmt kein Honiglecken und für dieses literarisch sehr wohl anspruchsvolle Kleinod, brauchte Matt Ruff knapp viereinhalb Jahr bis zur Vollendung. Es ist aber auch nicht der einzige, der sich mit dem Thema Terrorismus literarisch und fantasievoll auseinandersetzt. Ich denke da zum Beispiel auch an Lavie Tidhar, der mit „Osama“ den World Fantasy Award 2012 gewonnen hat, der sich ähnlich liest und in Dick Tracy Manier einen Fall lösen muss, bei dem es um eine Buchreihe geht, in der Osama bin Laden als Hauptprotagonist fungiert. Aber zurück zu Matt Ruffs neuestem Geniestreich:

Mirage funktioniert bis ins kleinste Detail, und ich denke da auch an eine nebenbei erwähnte Bemerkung von Samir, dass ein bestimmtes Hotel in Wien durch den Angriff Israelis zerstört worden ist und das bedauert, wo er doch so gerne diesen einen bestimmten Schokoladenkuchen mit Aprikosenmarmeladenfüllung, den es nur in diesem Hotel gegeben hat, gerne mal gekostet hätte. Der israelische Staat mitten in Europa macht deswegen Sinn, weil nach dem errungenen Sieg über Hitler, Deutschland in einen jüdischen und in einen christlichen Staat geteilt wurde. Als sachertortenliebender Österreicher musste ich schon ein paar Mal schlucken, aber auch laut loslachen, dass Matt Ruff die Welt wirklich ganz arg auf den Kopf stellt und keinen Stein auf den anderen liegen lässt. Als sich der Fall, an dem die Bundesagenten angesetzt sind, nicht mehr auf den arabischen Teil der Welt begrenzen lässt, müssen die 3 Hauptprotagonisten, Achtung jetzt muss ich ein bisschen spoilern, in das gefährliche Amerika. Untergebracht sind sie, so wie die dort stationierte Marineinfanteriegarnison im Watergatehotel. Das sind aber nur ein paar kleine Anekdoten, aus dem so reichhaltigen literarischen Leckerbissenbuffet, mit dem uns der großartige Schriftsteller mit Mirage verwöhnt. Gerade hier merkt man diesem Roman an, dass er mit Freude geschrieben und erdacht wurde. Und auch wenn man „Mirage“ eindeutig ein anspruchsvolles literarisches Lesevergnügen ist, konnte ich dann doch immer wieder bei den Einträgen aus der „Bibliothek von Alexandria“, eine fiktive von Internetz-Benutzern erstellte Enzyklopädie, die zwischen den Kapiteln, die Handlung mit Wissen um bestimmte Themen dieser anderen Welt auffrischt, innehalten. Das Pendant zur „Bibliothek von Alexandria“ in der unsrigen Welt, wird der geneigte Leser meiner Rezensionen höchstwahrscheinlich kennen, ohne dass ich es an dieser Stelle namentlich erwähnen muss. Nur so viel sei verraten, es macht durchaus Sinn, den einen oder anderen Protagonisten in Mirage namentlich dort nachzuschlagen, nicht alle auch real vorkommende Personen waren mir geläufig, z.B. David Koresh, und es war dann doch recht amüsant, die „richtige“ Biographie zu lesen. Bis auf diesen Roman, habe ich von Matt Ruff noch nichts gelesen, was ich nun sehr bedauere und in nächster Zeit bestimmt ändern werde.
Die vereinigten arabischen Staaten, kurz VAS, wurden in ihren Grundfesten erschüttert, als im Jahr 2001 christliche Fundamentalisten Flugzeuge kaperten und in die Tigris und Euphrat Zwillingstürme lenkten. Ein drittes Flugzeug stürzte in das arabische Verteidigungsministerium, das vierte wäre für Mekka bestimmt gewesen und stürzte dann doch, mithilfe von mutigen Passagieren, in der Wüste ab. Im Jahr 2009 ist der Terror, der vom amerikanischen Kontinent ausgeht noch immer nicht gebannt. Als Mustafa, Samir und Amal, allesamt Bundesagenten, einen christlichen Selbstmordattentäter dingfest machen, behauptet der schier Unglaubliches: Eigentlich sei Amerika die wahre Supermacht, während die VAS nicht existieren würde und aus dem arabischen Raum die eigentliche Terrorgefahr ausgehen würde. Außerdem würden es bestimmte Artefakte sogar beweisen.

Einen satirischen Roman über die terroristischen Anschläge auf das World Trade Center zu schreiben, ist bestimmt kein Honiglecken und für dieses literarisch sehr wohl anspruchsvolle Kleinod, brauchte Matt Ruff knapp viereinhalb Jahr bis zur Vollendung. Es ist aber auch nicht der einzige, der sich mit dem Thema Terrorismus literarisch und fantasievoll auseinandersetzt. Ich denke da zum Beispiel auch an Lavie Tidhar, der mit „Osama“ den World Fantasy Award 2012 gewonnen hat, der sich ähnlich liest und in Dick Tracy Manier einen Fall lösen muss, bei dem es um eine Buchreihe geht, in der Osama bin Laden als Hauptprotagonist fungiert. Aber zurück zu Matt Ruffs neuestem Geniestreich:

Mirage funktioniert bis ins kleinste Detail, und ich denke da auch an eine nebenbei erwähnte Bemerkung von Samir, dass ein bestimmtes Hotel in Wien durch den Angriff Israelis zerstört worden ist und das bedauert, wo er doch so gerne diesen einen bestimmten Schokoladenkuchen mit Aprikosenmarmeladenfüllung, den es nur in diesem Hotel gegeben hat, gerne mal gekostet hätte. Der israelische Staat mitten in Europa macht deswegen Sinn, weil nach dem errungenen Sieg über Hitler, Deutschland in einen jüdischen und in einen christlichen Staat geteilt wurde. Als sachertortenliebender Österreicher musste ich schon ein paar Mal schlucken, aber auch laut loslachen, dass Matt Ruff die Welt wirklich ganz arg auf den Kopf stellt und keinen Stein auf den anderen liegen lässt. Als sich der Fall, an dem die Bundesagenten angesetzt sind, nicht mehr auf den arabischen Teil der Welt begrenzen lässt, müssen die 3 Hauptprotagonisten, Achtung jetzt muss ich ein bisschen spoilern, in das gefährliche Amerika. Untergebracht sind sie, so wie die dort stationierte Marineinfanteriegarnison im Watergatehotel. Das sind aber nur ein paar kleine Anekdoten, aus dem so reichhaltigen literarischen Leckerbissenbuffet, mit dem uns der großartige Schriftsteller mit Mirage verwöhnt. Gerade hier merkt man diesem Roman an, dass er mit Freude geschrieben und erdacht wurde. Und auch wenn man „Mirage“ eindeutig ein anspruchsvolles literarisches Lesevergnügen ist, konnte ich dann doch immer wieder bei den Einträgen aus der „Bibliothek von Alexandria“, eine fiktive von Internetz-Benutzern erstellte Enzyklopädie, die zwischen den Kapiteln, die Handlung mit Wissen um bestimmte Themen dieser anderen Welt auffrischt, innehalten. Das Pendant zur „Bibliothek von Alexandria“ in der unsrigen Welt, wird der geneigte Leser meiner Rezensionen höchstwahrscheinlich kennen, ohne dass ich es an dieser Stelle namentlich erwähnen muss. Nur so viel sei verraten, es macht durchaus Sinn, den einen oder anderen Protagonisten in Mirage namentlich dort nachzuschlagen, nicht alle auch real vorkommende Personen waren mir geläufig, z.B. David Koresh, und es war dann doch recht amüsant, die „richtige“ Biographie zu lesen. Bis auf diesen Roman, habe ich von Matt Ruff noch nichts gelesen, was ich nun sehr bedauere und in nächster Zeit bestimmt ändern werde.

„Unheimlich starker Anfang“

Marie-Therese Reisenauer, Thalia-Buchhandlung Wien

Wir schreiben den 9. September 2001, da war doch was? Ja, richtig, das war der Tag an dem christliche Fundamentalisten zwei Flugzeuge in das Welthandelszentrum von Bagdad steuerten, und die VAS (Vereinigten Staaten von Arabien) bis ins Mark erschütterten. Welcher dann ja gar nichts anderes über blieb, als die rückständige Ostküste von Amerika zu besetzen. Dass Berlin so nebenbei die Hauptstadt Israels ist, ist bei diesem Roman auch nicht verwunderlich, der wie gesagt unheimlich stark anfängt, und eher blässlich ausläuft. Dennoch, die investierte Lesezeit ist keine verlorene. Wir schreiben den 9. September 2001, da war doch was? Ja, richtig, das war der Tag an dem christliche Fundamentalisten zwei Flugzeuge in das Welthandelszentrum von Bagdad steuerten, und die VAS (Vereinigten Staaten von Arabien) bis ins Mark erschütterten. Welcher dann ja gar nichts anderes über blieb, als die rückständige Ostküste von Amerika zu besetzen. Dass Berlin so nebenbei die Hauptstadt Israels ist, ist bei diesem Roman auch nicht verwunderlich, der wie gesagt unheimlich stark anfängt, und eher blässlich ausläuft. Dennoch, die investierte Lesezeit ist keine verlorene.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
10
5
2
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 30.06.2017
Bewertet: anderes Format

Ein unglaublich spannender Thriller, der in einer Parallelwelt spielt. Die Welt die hier erschaffen wurde, klingt in verkehrter Weise logisch und ist doch irreal.

von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Eine geniale Idee, Super geschrieben. Leider wird es ab der Mitte etwas konfus. Dennoch super.

von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Nicht der 11. September, sondern der 9. November 2001 verändert die Welt. Packende Geschichte über unsere Zeit und vor allem des Kriegs gegen den Terror.