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Amerikas Kriege

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Die USA verfügen nicht nur über die älteste demokratische Verfassung der Welt. Seit der Unabhängigkeit war das Land fast ununterbrochen in militärische Konflikte verwickelt. Wie geht das zusammen: Demokratie und Krieg? »To make the world safe for democracy«: mit diesem Ziel warb Präsident Wilson 1917 für Amerikas Eintritt in den Ersten Weltkrieg. Kriegeintritt und Kriegführung begleiten seither eine Propaganda, die das Bild bemüht, Amerika kämpfe gegen das Böse in der Welt. Doch kann es einen ›democratic way of war‹ geben? Dieses Buch gibt erstmals einen vollständigen und kritischen Überblick über Amerikas Kriege von den ersten Anfängen der kolonialen Gesellschaften bis in die Gegenwart. Es zeigt Gemeinsamkeiten und Muster in der amerikanischen Außenpolitik und befasst sich mit den historischen Parallelen der Kriegsgründe, der Rechtfertigungen und der Rhetorik US-amerikanischer Politiker.
Portrait
Prof. Dr. Philipp Gassert ist Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Mannheim. Er hat zuvor am DHI Washington sowie an der Universität Heidelberg, der LMU München, der University of Pennsylvania und der Universität Augsburg geforscht und gelehrt. 2014 Sir Peter Ustinov Gastprofessor der Stadt und Universität Wien, seit 2011 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 256 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.08.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783806230031
Verlag WBG Theiss
Dateigröße 4953 KB
eBook
19,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Sicherheitskult & Wirtschaftsinteressen eines manichäischen Weltbildes
von Ronald Funck aus Oberursel am 12.10.2014
Bewertet: gebundene Ausgabe

"The world must be made safe for democracy (Woodrow Wilson, 28. Präsident der USA) Seit die dreizehn Kolonien im Jahre 1776 ihr Unabhängigkeit vom Muttterland, dem angelsächsischen Großbritannien erklärt hatten, waren die USA beinahe ununterbrochen in militärische Konflikte verwickelt. Seit damals wird ihre Außenpolitik durch einen, mit massiven wirtschaftlichen Interessen verbundenen... "The world must be made safe for democracy (Woodrow Wilson, 28. Präsident der USA) Seit die dreizehn Kolonien im Jahre 1776 ihr Unabhängigkeit vom Muttterland, dem angelsächsischen Großbritannien erklärt hatten, waren die USA beinahe ununterbrochen in militärische Konflikte verwickelt. Seit damals wird ihre Außenpolitik durch einen, mit massiven wirtschaftlichen Interessen verbundenen Sicherheitskult bestimmt. Letztgenannter basiert auf ein ausgeprägtes mänichäisches Weltbild, welches man in der sogenannten Alten Welt bis zum ersten Weltkrieg überhaupt nicht kannte. Wie ein roter Faden zieht sich hingegen der 'Kampf von Gut gegen Böse' durch die Geschichte der us-amerikanischen Krieg bis in die Gegenwart. Seine wohl größte Ausprägung erlangte dieser Antagonismus zur Zeit des 'Kalten Krieges', in welcher von einer 'Domino-Theorie' die Rede war und Präsident Reagan die UdSSR als 'Reich des Bösen' bezeichnete. Später konstruierte Präsident Bush die sogenannte 'Achse des Bösen'.Hierbei entwickelten die US-Amerikaner nicht nur ein besonderes Verhältnis zur militärischen Gewalt, sondern sich selbst auch zum Hegemon, der erst den gesamten Doppelkontinent und später die ganze Welt, zumindest wirtschaftlich zu beherrschen trachtet. Hierbei entstand ein interventionistischer Automatismus und eine globale Vorwärtsverteidigung mit exorbitanten, ausufernden Sicherheitszielen, die nicht nur in jüngster Zeit jedes vernüftige Maß überschritten und Amerika in die moralische Bredouille brachten. Bei aller Kritik ist jedoch unstrittig, dass der Krieg gegen das nationalsozialistische Deutschland ein gerechtfertigter war. Der heute noch von den Amerikanern als 'Guter Krieg' bezeichnete Zweite Weltkrieg, ist sicherlich auch der einzige der diese Bezeichnung verdient hatte. Vielleicht kann noch das Bombardement Serbiens zur Verhinderung eines Völkermords an den Kosovaren hierunter subsumiert werden- obgleich es sich wegen einer fehlenden völkerrechtlichen Grundlage (Uneinigkeit im UNO-Sicherheitsrat) formell um einen Angriffskrieg handelte. Ebenso darf auch nicht vergessen werden, dass viele US-Amerikaner im Laufe der Geschichte gegen das außenpolitische Streben ihrer Politiker und Präsidenten opponiert haben. Seit jeher gab es sogenannte 'Falken' und 'Tauben', welche sich in 'inneren Kriegen' - nicht nur rhetorische – Auseinandersetzungen lieferten. Dr. Alexander Emmerich und Prof. Dr. Gassert geben in ihrem Buch einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Kriege und militärischen Interventionen Amerikas den Anfängen der kolonialen Gesellschaft bis in die Gegenwart. Dabei zeigen sie Gemeinsamkeiten, Muster und Schablonen in der amerikanischen Außenpolitik und Kriegsführung auf, befassen sich mit historischen Parallelen der Kriegsgründe und Rechtfertigungen sowie der Rhetorik us-amerikanischer Militärs, Politiker und Präsidenten. Die wichtigsten der genannten Persönlichkeiten werden jeweils in einem farblich in grau [sic!] abgesetzten Essay porträtiert. Bereits die ersten angelsächsischen, puritanischen Siedler begründeten ihre 'Landname' auf religiöse Gründe, vergleichbar dem Volk Israel im Alten Testament. Im Verständnis einer 'anglosaxon, white and protestant Nation' entstanden später Konzepte wie die 'Manifest Destiny' als vorherbestimmter göttlicher Auftrag sich den Kontinent untertan zu machen. Damit wurden die Annexion von Texas und der Krieg gegen Mexiko begründet. Hinzutrat die 'Monroe Doktrin', welche 'Amerika den Amerikanern' postulierte, um die alten Kolonialmächte zu verdrängen. Ergebnis war der amerikanisch-spanische Krieg, mit dem die USA nicht nur einen Fuß in die Karibik setzten konnten, sondern mit der Annexion von Hawaii und den Philippinen auch zu einer Pazifischen Macht werden konnten. Bereits die Besiedlung und Erschließung des 'Wilden Westen' war nicht nur ein Ergebnis von Kauf und Abtretung, sondern war häufig – wie auch spätere Vorgehensweisen - mit Rechtsbruch, Infiltration, Krieg, Mord und Völkermord (an den Native Americans) verbunden. Ungeachtet vom Anspruch Wilsons und aller ihm nachfolgenden Präsidenten [Eingangszitat] nennen die beiden Autoren auch die wahren Gründe, welche zu einer militärischen Intervention führten. Fälle anderer, vornehmlich diplomatischer Machenschaften werden mitunter erwähnt. Oftmals ist hierbei der Duktus festzustellen, dass die USA geradezu auf einen Grund gewartet haben, um einen militärischen Konflikt – auch ohne Kriegserklärung - vom Zaun brechen zu können. Gab es keinen, wurde ein solcher wie im Falle des Irakkrieges (Besitz von biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen) einfach erfunden.... In einem Fazit schließen die Autoren ihren in der Einleitung begonnenen Diskurs zum Thema 'Demokratie und Krieg'. Hierbei stellen sie auch fest, dass in der jüngsten Vergangenheit alle Versuche eines 'Military Nationbuilding' gescheitert sind. Neben zahlreichen schwarzweißen Abbildungen gibt es eine Synopse in der die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts zusammengefasst wurden, mit ihrer Dauer, gegnerischen Mächten sowie ihrer amerikanischen und europäischen Bezeichnung. Ein Literaturverzeichnis, Quellen zur US-amerikanischen Geschichte im Internet und ein Register bilden den Anhang und Abschluss des Bandes. Obgleich als zusätzliches Material eine Übersicht über alle Kriege und militärische Konflikte wünschenswert gewesen wäre, kann das leicht und mit Spannung zu lesende Buch mit 5 Thaliasternen bewertet werden. timediver®