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Geburtsaristokratie in Frankfurt am Main

Geschichte des reichsstädtischen Patriziats

Andreas Hansert

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Beschreibung


Frankfurt wurde von der Stauferzeit bis 1806 für mehr als 500 Jahre politisch, gesellschaftlich, kulturell und wirtschaftlich von patrizischen Familienverbänden dominiert – dies in wechselnder Intensität. Vom hohen Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert hinein entwickelte sich ihre Herrschaft vor allem in Gestalt einer patrizischen Geburtsaristokratie. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts machten sich jedoch bereits gegenläufige Tendenzen bemerkbar. Wirtschaftlich wurde das Patriziat von den Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden überholt; politisch brachte der Fettmilchaufstand 1612/14 erste Einschränkungen. Noch effektiver reduzierten die Verfassungsreformen von 1705 bis 1732 den Einfluss der alten Patrizierverbände; Napoleon bereitete ihren tradierten Vorrechten definitiv ein Ende.

Dr. Andreas Hansert, geb. 1958, ist Historiker und Soziologe. Er lebt und arbeite in Frankfurt a. M. Schwerpunkte seiner Forschungen und Publikationen sind Stadt- und Kulturgeschichte, Bürgertum in der NS-Zeit, altes Stadtpatriziat und Adel u. a.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 684
Erscheinungsdatum 31.03.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-205-79486-8
Verlag Böhlau Wien
Maße (L/B/H) 24,6/18/5,5 cm
Gewicht 1442 g
Abbildungen zahlreiche Tab und Grafiken, 18 schwarzweisse - und farbige Abbildungen

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    Einleitung
    1. Die grundlegende Bedeutung von Genealogie und Verwandtschaft für das Patriziat
    2. Zwischen bürgerlich und adlig: zum Begriff des Patriziats
    3. Unterscheidung eines "ersten", "zweiten" und "dritten" Patriziats
    4. Quellen und Literatur
    Teil 1: Geschichte des Patriziats
    Kapitel 1
    Stadtwerdung und Gründungsgeschichte des Patriziats
    1. Anfänge der städtischen Selbstverwaltung unter den Staufern
    2. Das Entstehen des Bürgerverbandes zu Beginn des 14. Jahrhunderts
    3. Kirchenstiftung und Ratsherrschaft - Fallstudie zu den Familien Wanebach, Frosch und Knoblauch
    4. Zünfte oder Patriziat? Der Kampf um die Vorherrschaft in Frankfurt
    5. Die Gesellschaften Alten-Limpurg und Frauenstein
    Kapitel 2
    Die Formierung der städtischen Führungsschicht im 15. Jahrhundert
    1. Die Präsenz der Patriziergesellschaften im Rat
    2. Alten-Limpurg konstituiert sich als Geburtsstand
    a. Monogamie und Duldung des Konkubinats
    b. Die Ebenbürtigkeit der Ehe
    c. Weitere Systematisierungen des Heiratsverhaltens
    d. Größere Exklusivität und Anciennität bei Alten-Limpurg
    3. Die Gesellschaften Frauenstein und Laderam im 15. Jahrhundert
    4. Alten-Limpurg um 1495 - eine Zäsur
    5. Exemplarische Studien zu einer Epoche des Übergangs: Aufstieg und Niedergang bei den Familien Blum, Bromm, Stalburg, Heller und vom Rhein
    6. Sublimierung durch Frömmigkeit - Jacob Heller im Kontext
    Kapitel 3
    Mentalitätswandel in Renaissance und Reformation
    1. Die Rezeption des Römischen Rechts in Frankfurt um und der Zustrom von Juristen
    a. Modernisierung des Rechts
    b. Der Adel des Doktors als neues Element bei Alten-Limpurg
    c. Ambivalenzen zwischen Doktoren und Geburtsadel
    d. Weiterer Zustrom von Juristen bei Alten-Limpurg im 16. Jahrhundert
    2. Frankfurt am Scheideweg: das Patriziat im Zeitalter der Reformation
    a. Patrizier initiieren die reformatorische Bewegung in Frankfurt
    b. Zwischen kaiserlicher Ordnungsmacht und Radikalisierung der Bürgerschaft: Das Patriziat im staatspolitischen Dilemma
    c. Oppositionelle Tendenzen bei den Frauensteinern
    d. Institutionelle und familiäre Loyalitäten gegenüber Altgläubigen im Patriziat
    e. Alten-Limpurg widerspricht einem Verbot des altgläubigen Gottesdienstes 1533
    f. Anhaltende konfessionelle Disparitäten im Patriziat im 16. Jahrhundert
    Kapitel 4
    Die Aristokratisierung der Lebensführung im 16. Jahrhundert
    1. Rückzug aus dem Handel
    2. In der Tradition der Ritterschaft
    a. Turniere
    b. Standeserhebungen
    c. Junker und Ganerben
    d. Adlige Traditionsbildung durch Chroniken und Geschlechterbücher
    e. Festlegung von Zugehörigkeit und Rangfolge: das Alten-Limpurger Wappenbuch von 1558
    f. Ahnengalerien
    g. Ringen um Zucht und Kultivierung
    3. Weitere geburtsständische Profilierung durch Heiratskontrolle
    Kapitel 5
    Die Etablierung der Frauensteiner mit dem Fettmilchaufstand (1612-1616)
    1. Die Gesellschaft Frauenstein am Vorabend des Fettmilchaufstands
    2. Die Ratskonstellation vor dem Aufstand
    3. Konstellationen in der Frühphase des Aufstands
    4. Die Einschränkung der hergebrachten Alten-Limpurger Ratsmacht durch den Bürgervertrag 1612/13
    5. Die Formierung der Gesellschaft Frauenstein als Ratsmacht mit der Wahl der Achtzehner
    6. Weiterungen: die Neuner, das Graduiertenkollegium und der Interimsrat
    7. Die widersprüchliche Positionierung der Frauensteiner im Patriziat
    Kapitel 6
    Höhepunkt und Übergang: das Patriziat im 17. Jahrhundert
    1. Die Verteilung der Ratsmacht nach dem Fettmilchaufstand
    2. Die "Adelsmacher des 17. Jahrhunderts": Johann Friedrich Faust von Aschaffenburg und Johann Maximilian zum Jungen
    3. Die Gesellschaft Alten-Limpurg als entwickelte Geburtsaristokratie
    4. Adelstendenzen auch bei den Frauensteinern des 17. Jahrhunderts
    5. Exklusivität und Autonomie - Alten-Limpurgs Bemühen um Abwehr des zweiten und des dritten Patriziats
    a. Die Familie Müller/v. Mühlen
    b. Der Fall Ruland
    c. Der Fall Fleischbein/Fleischbein von Kleeberg
    d. Der Fall Lersner
    6. Sittenstrenge und Delinquenz - Verfallserscheinungen im Patriziat
    7. Die allmähliche Formierung des dritten Patriziats
    8. Die Akzentverschiebung vom Geburtsadel zur Funktionselite in den Kleider- und Ständeordnungen
    Abbildungen
    Kapitel 7
    Der Verfassungskonflikt 1705 bis 1732
    1. Die Graduierten als eine treibende Kraft des Verfassungskonflikts
    2. Lersner und Ochs: zwei Außenseiter als Verteidiger der Ratsposition
    3. Die Verfassungsreformen 1716, 1725 und 1732
    Kapitel 8
    Zwischen Niedergang und Selbstbehauptung.
    Das Patriziat in der Endphase des Ancien Regime (1732 bis 1806)
    1. Die innere Entwicklung der Patriziergesellschaften nach dem Verfassungskonflikt
    a. Lockerungen des geburtsständischen Prinzips bei den Alten-Limpurgern
    b. Unscharfe Abgrenzungen der Frauensteiner gegenüber den Graduierten und den Bürgerausschüssen
    2. Die Hinwendung zu Hof und Militär
    a. Frankfurter Patriziersöhne in auswärtigen Offiziersdiensten
    b. Alten-Limpurger im Hof- und Diplomatendienst
    3. Patrizische Fideikommisse und familiäre Erbwege
    a. Das Fideikommiss der Familie v. Holzhausen
    b. Die Fideikommisse der Familien v. Günderrode und Kellner
    c. Die Fideikommisse der Familien v. Lersner, v. Syvertes und
    v. Barckhaus-Wiesenhütten
    4. Die nachreformatorischen Stiftungen des Patriziats
    a. Die Dr. Beyer´sche Stiftung von 1624
    b. Die v. Schad´sche Stiftung von 1732
    c. Die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung von 1753
    d. Die Stiftungen der Frauensteiner und der Alten-Limpurger im Vergleich
    5. Rückgang und Selbstbehauptung der patrizischen Ratsherrschaft zwischen 1727 und 1806
    a. Funktionsweise und Ergebnisse von Wahl und Kugelung
    b. Der ideelle und politische Kampf um die Dreierkandidaturen für die Kugelung
    c. Die Konzentration des alten Patriziats auf der Schöffenbank
    6. Exkurs: Goethe und der Adel des dritten Patriziats
    Kapitel 9
    Aufbruch und Historisierung.
    Das Patriziat an der Schwelle zur modernen Gesellschaft
    1. Gärungen im Patriziat des späten 18. Jahrhunderts
    2. 1806 bis 1813: unter Dalberg
    3. Der Kampf um die Konstitutionsergänzungsakte als Geburtsstunde der modernen Frankfurter Stadtgeschichtsforschung
    4. Die historiographische und museale Bearbeitung des Erbes
    a. Fichard und sein Kreis
    b. Die Genealogien des Frauensteiners Malapert
    5. Nach der historischen Entmachtung
    6. Die Frankfurter Patriziergesellschaften und ihre Stiftungen heute und in Zukunft
    Teil 2
    Verwandtentafeln
    Verwandtentafel 1: Familien Frosch und Wanebach als Stifter des Liebfrauenstifts und des Katharinenklosters (14. Jahrhundert)
    Verwandtentafel 2: das verwandtschaftliche Klientelsystem der Katharina Wanebach am Liebfrauenstift (1. Hälfte des 14. Jahrhunderts)
    Verwandtentafel 3: Erbweg des Stralenberger Hofs
    Verwandtentafel 4: Familie Blum und Allianzpartner (15. u. frühes 16. Jahrhundert)
    Verwandtentafel 5: Familien Bromm und Stalburg um 1500
    Verwandtentafel 6: Familien Heller und vom Rhein
    Verwandtentafel 7: Verflechtungen des Frankfurter Patriziats mit Katholiken und Vertretern der geistlichen Behörden in Mainz im 16. Jahrhundert
    Verwandtentafel 8: Ahnenschwund auf der zum Jungen’schen Wappenahnentafel von 1634
    Verwandtentafel 9: Familie Müller/v. Mühlen
    Verwandtentafel 10: Familie Ruland
    Verwandtentafel 11: Familie Fleischbein/Fleischbein von Kleeberg
    Verwandtentafel 12: Tendenzen des Niedergangs
    Verwandtentafel 13: Familie Ochs, ab 1731 Ochs von Ochsenstein
    Verwandtentafel 14: das Verwandtenumfeld des Generalfeldmarschalls Johann Hieronymus Frhr. v. u. zum Jungen (1660-1732)
    Verwandtentafel 15: das Fideikommiss der Familie v. Holzhausen
    Verwandtentafel 16: die Fideikommisse der Familien v. Günderrode und Kellner
    Verwandtentafel 17: Die Fideikommisse der Familien v. Lersner, v. Syvertes und v. Barckhaus-Wiesenhütten
    Verwandtentafel 18: Goethes Verwandtschaft
    Teil 3
    Materialanhänge
    Materialanhang 1
    Die Frankfurter Patriziergesellschaften sowie andere Vereinigungen und ihre Lokalitäten
    Materialanhang 2
    Die Familien der Gesellschaft Frauenstein
    a. Quellen
    b. Gesamtliste der Frauensteiner Familien bis 1846 in alphabetischer Reihenfolge
    c. Gesamtliste der Frauensteiner Familien bis kommentiert und in chronologischer Reihenfolge
    Materialanhang 3
    Die Mitglieder und Familien der Gesellschaft Laderam
    Materialanhang 4
    Die Familien der Ganerbschaft Alten-Limpurg
    Materialanhang 5
    Statistische Auswertungen
    a. 367 historische Familien in den Frankfurter Patriziergesellschaften
    b. Periodisierung der Betrachtung
    c. Zunehmende Exklusivität
    d. Nur etwa 75 % der Familien konnten bislang näher untersucht werden
    e. Rezeptionspraxis (Aufnahmepraxis) und Schließen der Heiratskreise
    f. Die Ratsmitgliedschaft der Familien
    g. Der Übergang der Familien von Frauenstein zu Alten-Limpurg
    Materialanhang 6
    Kurzer Abriss der Frankfurter Ratsverfassung (Ende des 12. Jahrhunderts bis 1806)
    Materialanhang 7
    Die Kugelung: Wahl und Los bei der Rekrutierung zu den Ratsämtern zwischen 1727 und 1806
    a. Die Wahlen zur zweiten Ratsbank
    b. Die Wahlen zu den Bürgermeisterämtern
    c. Die Stadtschultheißenwahlen
    Teil 4
    Wissenschaftlicher Anhang
    I. Mitgliederlisten, Ordnungen und Statuten der Frankfurter Patriziergesellschaften
    II. Quellen geordnet nach Instituten
    III. Gedruckte Quellen sowie Literatur vor 1800
    IV. Literatur seit ca. 1800 bis zur Gegenwart
    V. Abkürzungsverzeichnis:
    VI. Abbildungsnachweise
    VII. Personenregister