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Im Gehirn des Bösen

Die spektakulärsten Fälle eines Gerichtsgutachters

(1)
Thomas’ Mörder kam, als die Eltern auf einem Bowlingabend waren. Er stieg in das Haus ein und erstach den ahnungslosen 10-Jährigen in seinem Bett. Ohne Anlass, der Junge war ein zufälliges Opfer. Kann so jemand, nach Verbüßung einer mehrjährigen Haft, wieder freigelassen werden, oder müssen wir damit rechnen, dass er wieder mordet? Das muss Professor Kury entscheiden,
der in diesem wie in vielen anderen dramatischen Fällen als Gutachter auftritt. Ob der Terrorist Christian Klar, ob Sexual- oder Gewaltverbrecher: Kury muss herauszufinden versuchen, was diese Menschen zu ihren Taten bewegt. Sind es Menschen, die durch eine einzelne Begebenheit aus der Bahn geworfen wurden, oder gingen sie gezielt und planvoll vor oder aber handelten sie ohne
jeden erkennbaren Anlass? Und was bedeutet das für die Wiederholungsgefahr? Kury schildert präzise und farbig die Fälle und wie er sie eingeschätzt hat. Und er stellt Fragen, die alle Bürger bewegen müssen: Sind Strafen sinnvoll? Welche Strafen? Und wer schützt Menschen, die in die Mühlen der Psychiatrie gerieten, davor, dass sie für immer weggesperrt werden? Aber auch: Wer bewahrt uns vor falschen Gutachten und deren – möglicherweise – tödlichen Folgen?
Rezension
»Dieses Sachbuch ist spannender als jeder Thriller, denn die hier vorgestellten Kriminalfälle sind real. (...) Schockierend und faszinierend.«, vonmainbergsbuechertipps.wordpress.com, 03.06.2014
Portrait
Helmut Kury, geboren 1941, ist ein deutscher Psychologe und Kriminologe. Kury wurde 1974 an der Universität Freiburg promoviert und habilitierte sich 1984 ebendort. Er war erster Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und anschließend Professor für forensische Psychologie in Freiburg sowie am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht tätig. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er als Gutachter im Zusammenhang mit der vorzeitigen Begnadigung von Christian Klar.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.05.2014
Sprache Deutsch
EAN 9783492966429
Verlag Piper ebooks
Dateigröße 791 KB
eBook
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Der Täter-Versteher
von Dr. M. am 30.08.2018

Gerichtsgutachter wie Helmut Kury besitzen in der deutschen Öffentlichkeit keinen guten Ruf. Solche Leute entscheiden mit, ob ein Straftäter nach seiner Mindesthaft oder später zurück in die Freiheit entlassen werden kann. Schwere Straftaten kurz nach der Entlassung oder noch während vorbereitender Freigänge setzen diese Gutachter in ein schlechtes Licht.... Gerichtsgutachter wie Helmut Kury besitzen in der deutschen Öffentlichkeit keinen guten Ruf. Solche Leute entscheiden mit, ob ein Straftäter nach seiner Mindesthaft oder später zurück in die Freiheit entlassen werden kann. Schwere Straftaten kurz nach der Entlassung oder noch während vorbereitender Freigänge setzen diese Gutachter in ein schlechtes Licht. Helmut Kury beschwert sich in seinem Buch darüber, dass die deutsche Öffentlichkeit eine absolute Sicherheit wünsche, die es aber nicht geben könne. Die Entlassung eines Schwerverbrechers nach einem positiven Prognosegutachten sei ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Und das müsse man eben hinnehmen. Wirklich? Merkwürdigerweise fällt Kury nicht auf, dass er in seinem Buch bei einer anderen Frage völlig entgegengesetzt argumentiert. Wenn es nämlich um die Todesstrafe geht, kommt er mit dem Argument, es könne schließlich auch Unschuldige treffen. Erst jüngste krasse Fehlurteile deutscher Gerichte würden schließlich zeigen, dass Irren menschlich wäre. Abgesehen davon, ob ein Todesurteil Ausdruck von Menschlichkeit ist oder nicht, kann man doch nicht auf der einen Seite absolute Sicherheit ausschließen und auf der anderen verlangen. Mich würde übrigens auch interessieren, ob der Autor immer noch so argumentieren würde, wenn Menschen aus seinem unmittelbaren Umkreis Opfer von schweren Straftaten geworden wären. Kurys Argumentationslinie ist für viele Opfer geradezu ein Hohn. Im Grunde lehnt er sogar Freiheitsstrafen ab. Allerdings weiß er sehr genau, dass dies die seiner Ansicht nach unaufgeklärte Öffentlichkeit nicht tolerieren würde. Freiheitsstrafen würden nichts bringen und nur Geld kosten. Im Mittelalter, so Kury, wären die Strafen viel drastischer gewesen, die Kriminalitätsrate hätten sie aber auch nicht gesenkt. Unabhängig davon, dass ein solcher Vergleich völlig unsinnig ist, verkennt der Autor offenbar ein im Menschen tief verankertes Bedürfnis nach Vergeltung, dem das Strafrecht wenigstens in gewissem Maße Rechnung trägt. Um Straftäter kümmert sich der Staat. Die Opfer oder ihre Angehörigen müssen sich selbst kümmern, auch wenn sie damit nicht fertig werden. Beschwerden über diese Schieflage nennt Kury ein gegeneinander Ausspielen von Opfern und Tätern. Auch das ist eine sehr seltsame Sichtweise. Kury argumentiert immer aus einer angeblich gesamtgesellschaftlichen Sicht. Und dabei spielen die Opfer eigentlich keine Rolle. Um den Konflikt auf den Punk zu bringen: Die Öffentlichkeit würde beispielsweise bei einem gefassten Kinderschänder immer verlangen, dass dieser lebenslang weggesperrt solle. Kury und mit ihm das deutsche Rechtssystem versuchen jedoch, solche Leute wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Und wenn es in einem solchen Fall danach zu einem Rückfall kommt, wäre das eben so etwas wie Wahrscheinlichkeitspech, auch wenn dabei ein junges Leben zerstört wird. Dass mir dieses Buch dennoch gefallen hat, liegt allein daran, dass Kury Fälle beschreibt, die einen schaudern lassen und dabei seine Arbeitsweise mehr oder weniger offenlegt. Immerhin kann man aus diesem Text lernen, wie einer der berühmtesten Gutachter Deutschlands denkt und arbeitet. Kury versucht immer die Entwicklung von Tätern bis hin zu ihren schrecklichen Verbrechen zu verstehen. Die Öffentlichkeit, so Kury, hätte meistens keine Ahnung, wenn sie aus seiner Sicht schlimme Dinge fordert. So etwas können eigentlich nur Experten wie er entscheiden. Dass aber gerade Experten ein eingeschränktes Sichtfeld besitzen, eben weil sie immer nur auf einer Seite arbeiten (und davon leben) und dabei zwangsläufig befangen sind, kommt ihm nicht in den Sinn. Der Text beschreibt sieben Fälle, doch in Wirklichkeit sind es einige mehr, die verkürzt zusätzlich in einigen Kapiteln dargestellt werden. Dazwischen trägt der Autor Grundsätzliches vor, beispielsweise zur Jugendkriminalität oder zur Therapie von Sexualstraftätern. Sicher sind das deutsche Strafrecht und die zum Teil unverständlich milden Strafen keine Angelegenheit, bei der es einfache Antworten gibt. Mit diesem Buch kann man eine Sichtweise kennenlernen, die zum Täter-Verständnis aufruft und behauptet das gesamtgesellschaftliche Interesse im Blick zu haben. Meine vom Betreiber dieser Plattform geforderte Sterne-Bewertung bedeutet keineswegs, dass ich die Argumente des Autors teile, sondern lediglich, dass ich die gut geschriebene und klare Gelegenheit hatte, sie im Detail kennenzulernen.