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Die Zigarette und andere Stories

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'Alles, was wir haben, ist geliehen.' Paula Fox

Ein Mann kann bei der Beerdigung seines Sohnes nicht weinen. Erst im Kino, wo er sich danach einen Mickey-Mouse-Film ansieht, bricht im Dunklen die Trauer aus ihm heraus. Einem jungen Mann stirbt der Hund, er erinnert sich an eine Frau, die er kurz zuvor abgewiesen hat, und ruft sie an. Eine Frau ist unsterblich in den Mann verliebt, dessen Haushalt sie in Ordnung hält, entscheidet sich aber am Ende für ihre Familie. Paula Fox erzählt in ihrer klaren, eleganten Sprache von Verlust und Liebe, von Verlorenheit und gnädiger Rettung. Sie versteht es, Brücken über den Abgrund zu schlagen, der uns Menschen von der Welt trennt.

Portrait
Paula Fox wurde 1923 in New York City geboren, wo sie noch heute lebt. Sie schrieb sechs Romane und zahlreiche Kinderbücher. Für das Gesamtwerk ihrer Kinderbücher wurde sie 1978 mit dem Hans-Christian-Andersen-Preis ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 01.09.2014
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-14340-0
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12,1/1,7 cm
Gewicht 214 g
Originaltitel News from the World
Übersetzer Hans-Ulrich Möhring, Karen Nölle
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Die Brüchigkeit des inneren Lebens
von Michael Lehmann-Pape am 11.06.2011
Bewertet: Buch (gebunden)

Paula Fox versammelt in diesem Erzählband eine Reihe alter und neuer Geschichten, die allesamt eines der Grundthemen der Autorin aufblitzen lassen. Die innere Gefährdung in Verlust und Einsamkeit des Menschen. Dass die Welt nicht sicher ist in den Beziehungen, dass es schnell „vorbei“ sein kann, dass alle Gedanken einer... Paula Fox versammelt in diesem Erzählband eine Reihe alter und neuer Geschichten, die allesamt eines der Grundthemen der Autorin aufblitzen lassen. Die innere Gefährdung in Verlust und Einsamkeit des Menschen. Dass die Welt nicht sicher ist in den Beziehungen, dass es schnell „vorbei“ sein kann, dass alle Gedanken einer Kontrolle oder einer Sicherheit letztlich trügerisch sind. Und was das heißt für den einzelnen. Immer auch spürt man den Geschichten, dem, was Fox zu sagen hat, ab, dass hier Selbsterfahrenes einfließt, das die Autorin sehr wohl und wahrscheinlich besser, als ihr lieb ist, um die Brüchigkeit des Lebens weiß. Da, wo eine Frau fast erschossen wird, weil Jugendliche mit einer Pistole spielen, da wird dieses Brüchigkeit ganz deutlich und physisch von Fox in den Blick gerückt. Oder da, wo in der titelgebenden Erzählung die Ich-Erzählerin ernüchternd beschreibt, wie genau sie bereits als Kind wusste, dass alle Erwachsenen 8mit einer Ausnahme) sie anlogen. Oder sprechen verschraubt, eher um zu verbergen, was sie sagen wollen als um es auszudrücken. Zumindest der Vater hielt das so. Ein erschreckendes bild auch da, wo der Vater zum initmen Gespräch ansetzt mit der Tochter, ihr eine Zigarette unvermittelt in den Mund schiebt und das Gespräch damit beginnt, dass sie ihn unterhalten soll. Sie, die, welch zutreffende Metapher, zugleich die Übelkeit bekämpft, welche die Zigarette umgehend auslöst. Du doch raucht sie weiter. Fängt wieder an, nachdem sie es aufgegeben hatte, Jahre später. Komm nicht los. Nicht nur von der Zigarette, auch von der Beziehung zum Vater. Und schafft dann doch die Ablösung, aber nicht aus eigener Kraft, sondern unter dramatischen Umständen. Eine Geschichte, die als Eröffnung des Reigens der Erzählungen bereits alles beinhaltet, um was es im weiteren Verlauf des Buches geht. Autobiographisch geprägt, das Innere Erleben in den Blick nehmend, in klarer und doch bilderreicher und einprägsamer Sprache, versteht es Paula Fox, emotional mitnehmend von der Brüchigkeit des menschlichen Innenlebens zu erzählen. Eine Brüchigkeit und Unsicherheit des Lebens, die Paula Fox als Adoptivkind, eine Frau, die selber später ihr erstes Kind zur Adoption freigab. Erfahurngen, die ihr Leben und, ganz erkennbar in der Vielfalt der Themen der Geschichten dieses Buches, ihre schriftstellerische Arbeit prägen. In den Geschichten nimmt sie allerdings auch die andere Seite mit hinein. Nicht nur Opfer sind die Protagonisten, auch „Täter der Entfremdung“, wie jene Frau, die mit einem Sommergast fremdgeht und danach in ihrem eigenen Leben die Fremd erlebt, sich in große Distanz zu ihrer eigenen Familie gesetzt hat. Auf Dauer ist dieses Grundthema in solch geballter Form der 17 im Buch versammelten Geschichten einfach auch ein wenig zuviel, hier und da, trotz der lebendigen und wechselnden Sujets der Geschichten. Durchaus deprimierend kann es sein, Seite für Seite vom Verlust des Vertrauens und der Entfremdung in der Welt zu lesen. Berührend, aufrüttelnd und sprachlich hervorragend aber ist das Buch in Gänze dennoch.