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Konflikt und Kooperation im Industriebetrieb

Probleme der betrieblichen Sozialforschung in internationaler Sicht

Menschliche Erfindungsgabe auf dem Gebiet der Technik und Wissenschaft scheint unbegrenzt. Innerhalb eines knappen Jahrhunderts haben immer neue Pro­ duktionsmethoden das Gesellschaftsbild so umwälzend verändert - und verändern es in immer schnellerem Tempo laufend weiter -, daß allgemein von "industrieller Gesellschaft" gesprochen wird, wenn immer moderne Lebensformen und Ver­ haltensweisen gekennzeichnet werden sollen. Die Ansichten über mögliche Folgen und Ergebnisse dieser Entwicklung gehen dabei sehr weit auseinander und reichen von der Voraussage des Weltunterganges durch Atomenergien bis zu der des elektronisch vollautomatisierten Schlaraffen­ landes. Der Industriebetrieb als Umschlagplatz von Ideen und Erfindungen in die Praxis steht naturgemäß im Mittelpunkt vieler dieser Diskussionen. Dabei wird oft deutlich, daß wir sehr viel mehr über den technischen und wirtschaftlichen Be­ reich industrieller Güterproduktionen wissen als über den sozialen, d. h. über die zwischenmenschlichen Beziehungen im Betrieb. Und doch stellen gerade sie den wesentlichen Faktor im Rahmen des Betriebsgeschehens dar, sie beeinflussen, be­ grenzen, ja bedingen seinen Ablauf, sein Ausmaß und seine Weiterentwicklung. Trotzdem stehen wir in bezug auf die soziale Struktur und die soziale Dynamik des Betriebsgeschehens erst am Anfang des Erkennens. Förderung der Erkenntnis dieser Beziehungen ist Ziel und Aufgabe der vor­ liegenden Arbeit. Es wird damit ein Gebiet behandelt, das in Anlehnung an das angelsächsische Schrifttum oft mit ,Human Relations' bezeichnet wird. ,Human Relations' wurden zum Schlagwort, und auch die ,zwischenmenschlichen Beziehungen' haben vielerlei Bedeutung angenommen. Allein in fachlicher Hinsicht können wir drei Strömun­ gen verzeichnen.
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  • Erster Teil. Einführung in die Probleme betriebssoziologischer Forschung und ein Bezugsrahmen zur Erfassung des betrieblichen Sozialsystems.- Erstes Kapitel. Produktionsfaktor Mensch.- I. Die Grundzüge von Taylors wissenschaftlicher Betriebsführung.- 1. Taylors Beweggründe.- 2. Taylors Untersuchungsmethoden.- 3. Taylors ‚Philosophie der menschlichen Zusammenarbeit‘ im Betriebe.- II. Kritik der Taylorschen Methoden.- III. Das ‚Human Engineering‘.- IV. Der soziologische Ausgangspunkt.- Zweites Kapitel. Die Interaktionstheorie als Bezugsrahmen für praktische Sozialforschung im Industriebetrieb.- I. Betriebszweck und soziale Organisation.- 1. Die formale Sozialorganisation.- 2. Die informale Sozialorganisation.- 3. Die Ist-Organisation.- II. Die Interaktionsmethode.- Zweiter Teil. Forschungsberichte.- Erstes Kapitel. Arbeitsvorschriften und Arbeitsverhalten.- I. Interaktionen als Ausdruck der sozialen Organisation einer Arbeitsgruppe (Hans Wolfgang Stieber).- 1. Die formale Organisation.- 2. Die informale Organisation.- 3. Interaktion als Ausdruck der sozialen Wirklichkeit.- II. Sozialer Strukturwandel in einer Planungsabteilung (Friedrich Fürstenberg).- 1. Die Sozialstruktur der Planungsabteilung.- 2. Die Veränderungen in der Sozialstruktur der Planungsabteilung.- 3. Die Beziehungen zwischen der Planungsabteilung und anderen Abteilungen.- 4. Analyse des Untersuchungsmaterials.- III. Die soziale Wirkungsweise gesamtbetrieblicher Anreiz-Pläne (Friedrich Fürstenberg).- 1. Untersuchungsverlauf und angewandte Methoden.- 2. Die betriebliche Sozialstruktur des A-Betriebs.- 3. Die Einführung des Plans.- 4. Die Hauptmerkmale des Anreiz-Plans.- 5. Reaktionen auf die Einführungen des Plans.- 6. Die betriebliche Sozialstruktur des B-Betriebes.- 7. Die Einführung des Plans.- 8. Reaktionen auf die Einführung des Plans.- 9. Vergleichende Analyse des Untersuchungsmaterials.- 10. Allgemeine Schlußfolgerungen.- IV. Technische Änderungen und ihre sozialen Folgen (Harriet O. Ronken und Paul R. Lawrence).- 1. Aufgabenstellung der Untersuchung.- 2. Ort und Zeit der Untersuchung.- 3. Entwiddungsarbeiten und Experimentiergruppe.- 4. Die Produktionsgruppe.- 5. Der Werkmeister zwischen Betriebsleitung und Arbeitern.- 6. Zusammenfassung.- Zweites Kapitel. Probleme der Aufsicht.- I. Männer in der Mitte.- 1. Der Wandel der Aufsichtsfunktion und ihrer Träger.- 2. Die Erforschung der Aufsichtsfunktion in Arbeitsgruppen durch das Interaktiogramm.- 3. Ideologie und soziale Wirklichkeit in der Meisterei.- 4. Drei gleichzeitig wirkende Systeme der Kontrolle.- II. Formen der Beaufsichtigung: Soziale Faktoren bei der Abweichung von Produktionsvorschriften (Heiner Treinen).- 1. Allgemeines.- 2. Formen der Beaufsichtigung.- Drittes Kapitel. Vom Konflikt zur Kooperation — Innerbetriebliche Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Beziehungen.- I. Die soziale Relativität der Unzufriedenheit.- II. Die Sozialstruktur einer Betriebsgewerkschaft.- III. Typische Interaktionsmuster von Beziehungen zwischen Betriebsleitung und Betriebsgewerkschaft — Verhältnisse in den USA (William Foote Whyte).- 1. Interaktionen zwischen Betriebsleitung und nicht organisierter Belegschaft.- 2. Unorganisierter Kampf.- 3. Die Interaktionen der Betriebsleitung gegenüber der Gewerkschaft als ‚Politik der Schwäche‘.- 4. Die Betriebsleitung treibt ‚Politik der Stärke‘.- 5. Organisierter Kampf.- 6. Organisierte Zusammenarbeit.- 7. Die Interaktionen zwischen Meistern und Betriebsleitern.- 8. Die Entfremdung zwischen Gewerkschaftsführern und Arbeiterschaft.- 9. Integrierende und desintegrierende Auswirkungen von Arbeitskonflikten.- IV. Der Betriebsrat im Spannungsfeld der industriellen Arbeitsbeziehungen — Verhältnisse in Deutschland (Friedrich Fürstenberg).- 1. Allgemeines.- 2. Beziehungen zur Betriebsführung.- 3. Beziehungen zur Arbeitnehmerschaft.- 4. Beziehungen zur Gewerkschaft.- 5. Die Grenzstellung des Betriebsrats und ihre Folgen.- V. Die Arbeiterkommission als Institution des Arbeiterfriedens — Verhältnisse in der Schweiz (Hans Biäsch).- 1. Allgemeines.- 2. Ein Beispiel für mißverstandene Kompetenzen der Arbeiterkommission.- VI. Betriebsklima.- VII. Statistische Auswertung von Beschwerdeprotokollen — Französisches Beispiel (Guy Lajoinie).- 1. Allgemeines.- 2. Auswertungsschema.- 3. Praktische Beispiele.- Dritter Teil. Kritisch-didaktischer Anhang.- Erstes Kapitel. Standort der Betriebssoziologie.- I. Betriebssoziologie als angewandte Sozialwissenschaft.- 1. Wirtschaftssoziologie.- 2. Soziologie der Technik.- 3. Soziologie der Berufe.- 4. Familiensoziologie.- 5. Gruppensoziologie.- 6. Gemeindesoziologie.- 7. Meinungsforschung.- 8. Industriesoziologie.- II. Diskussion über Gegenstand und Aufgaben der Betriebssoziologie in Deutschland.- 1. Betriebssoziologie und Betriebswissenschaft.- 2. Betriebssoziologie und Industriesoziologie.- 3. Betriebssoziologie und betriebliche Sozialpolitik.- III. Diskussion über die ‚Human Relations‘ in den Vereinigten Staaten.- 1. ‚Human Relations‘ als Sammelbegriff.- 2. Beispiele von eingeschränkter Verwendung des Begriffs ‚Human Relations‘.- 3. Die klinische Betrachtungsweise.- IV. Hinweis auf den Entwicklungsstand der Betriebssoziologie.- Zweites Kapitel. Forschungsstrategie und Ausbildung von Feldforschern.- I. Forschungsstrategie.- 1. Theoretische Voraussetzung.- 2. Praktische Bedingungen.- II. Zur Didaktik der Ausbildung von betriebssoziologischen Feldforschern.- 1. Auswahl der Forscher.- 2. Laborübungen.- 3. Übungen im Betrieb.- Dankworte.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 343
Erscheinungsdatum 01.01.1959
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-663-00717-3
Verlag VS Verlag für Sozialwissenschaften
Maße (L/B/H) 24,4/17,2/2,2 cm
Gewicht 587 g
Abbildungen 35 schwarzweisse Abbildungen
Auflage Softcover reprint of the original 1st ed. 1959
Buch (Taschenbuch)
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