Psalm 1

Die Wege Gottes und der Menschen

Eckehard Bamberger

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Wer Wanderungen in den Bergen unternimmt, weiß um die Wichtigkeit von Wegmarkierungen. Ihnen zu folgen bringt die Gewissheit, nicht in die Irre zu gehen, sondern das gewünschte Ziel sicher zu erreichen. Würde jemand absichtlich Markierungen und Wegweiser beseitigen oder so ausrichten, dass diese in falsche Richtungen zeigen, könnte dieser Bosheitsakt für Wanderer lebensgefährlich werden.

Heute fühlen sich viele dazu berufen, die unterschiedlichsten Wege anzubieten, die allesamt den Menschen Glück und Wohlstand versprechen, so dass niemand mehr auf ein „neues Leben nach dem Tod in einer jenseitigen Welt“ angewiesen ist. Aufgabe der Kirche wird es sein müssen, als Repräsentantin Christi, seines Wortes und seiner Gnade, „die an der Weisung des Herrn Freude hat und über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht“, wie es im Psalm 1 heißt, den Weg des Glaubens neu auszuschildern.

Um Christ zu werden bedarf es sicher keines Studiums der Theologie, eher eines Grundverständnisses für die von der christlichen Religion aufgeworfenen Fragen und Antworten, wie diese in zahlreichen Büchern – vor allem im Katechismus – behandelt werden. Christlicher Glaube ohne eine persönliche Gottesbeziehung ist nicht vorstellbar. Wie die Liebe der Menschen weder „gelehrt“ noch „erlernt“ werden kann – denken wir nur an die Beziehung zwischen Eltern und Kindern und auch daran, was für ein Unfug es wäre, diese Liebe jemandem begründen zu müssen! –, so wenig kann die Liebe zu Gott einem Menschen beigebracht oder aufgezwungen werden. Je mehr wir es aber zulassen, dem Evangelium wachsende Bedeutung in unserem Leben einzuräumen, um so tiefer und freier wird sich unsere Beziehung zu Gott gestalten.

Jesus kannte die immensen Schwierigkeiten der Menschen nur zu gut, welcher Anstrengung und wie viel guten Willen es bedarf, mit Gott in eine persönliche Beziehung einzutreten. In vielen seiner Gleichnisse versuchte Jesus deshalb das Geheimnis der Mensch-Gottesbeziehung zu erklären: „Glaubt ihr an Gott, so glaubt ihr zugleich an mich. Seid euch eurer göttlichen Herkunft gewiss, denn wir sind Brüder und Schwestern ein und desselben Gottes.“ Dieses große Geheimnis in seiner Verknotung Gott-Jesus-Mensch der Welt zu offenbaren, war das Ziel der Menschwerdung Gottes in der Person Jesu Christi. Daraus erklärt sich letztlich die Würde und die einzigartige Stellung des Menschen als Individuum und als Person in der Schöpfung.
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Beschreibung

Vielerorts zerbröckelt der christliche Glaube in Europa, dem einstmaligen Zentrum der globalen Christianisierung. Heute geraten selbst tiefgläubige Menschen in schwere Glaubenskrisen, sodass sich viele von Jesus Christus abwenden und nur mehr den bequemen, der Welt zugewandten Weg gehen wollen. Diese zu ermutigen dem Leben seinen religiösen Sinn wieder zurückzugeben, ist das Anliegen dieses Buches.

Die Zukunft der Christen in Europa wird davon abhängen, den Atheismus unserer Zeit nicht als ein unabwendbares Schicksal hinzunehmen. Der Autor geht den Ursachen eines in dieser Größe noch nie dagewesenen Glaubensverlustes nach und fragt nach der Verantwortlichkeit für die Entchristlichung unserer Gesellschaft.

Buchbesprechung O.Ö. Heimatblätter, 2013 Heft 1/2

Eckehard Bamberger: Psalm 1. Die Wege Gottes und der Menschen.
Olona Edition, Wien 2013, 261 Seiten, EUR 18,50.
ISBN 978-3-9503499-1-7

Er studierte in Innsbruck Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie, hörte an der theologischen Fakultät Vorlesungen bei Karl & Hugo Rahner, um die christliche Botschaft auch von der wissenschaftlichen Seite her tiefer verstehen zu lernen. So wurde die Erörterung religiöser Thematik mehr und mehr zum Ausgangspunkt vieler seiner eigenen Vorträge.

In diesem Buch setzt sich Eckehard Bamberger (verheiratet, Vater dreier Kinder, Gründer der Österreichischen Phonothek für Ton- und Bilddokumentation) nüchtern, ohne erhobenen Zeigefinger, aber auch ohne falsche Berührungsängste, auf die Spur jenes Zeitphänomens, das als Sinn- und Werteverlust längst globale Ausmaße anzunehmen begonnen hat. Wenngleich die Ursachenforschung substanziell nichts wirklich Neues bietet, bieten kann, gewinnt Bambergers Bestandsaufnahme zwischen Stichworten wie "Materialismus und Relativismus", "Die Ethikfalle", "Der homo sapiens als Konstrukteur und Konsument seiner selbst" oder "Der säkulare Wahrheitsbegriff" im Licht begleitend verarbeiteter Bibeltexte eindrückliche Klarheit und Dichte. In angenehm leichtem, gut lesbarem Deutsch verfasst, werden die Befunde zum beredten Zeugnis einer Grundhaltung, die den Menschen aus der Würdelosigkeit eines laut Evolutionstheorie "blinden Zufallsprodukts" zur Ehrfurcht vor Schöpfer und Schöpfung und damit auch zur Nächstenliebe ohne Ablaufdatum zurückführt.

Dass die Tiraden und Klagelieder zum "verkrusteten, lebensfremden" Allgemeinzustand der [katholischen] Kirche bei durchaus kritischem Blick auf bestehende Schwächen und Defizite hier keinen Widerklang finden, überrascht wenig. Im Gegenteil, den dringendsten Erneuerungsbedarf attestiert Bamberger der Kirche für den hypothetischen Fall, dass sie eines Tages aufhören sollte, gewissermaßen Stachel im Fleisch des Zeitgeistes zu sein.

Als Denkanstoß, zur Horizonterweiterung und/oder inneren Positionsüberprüfung bestens zu empfehlen!

Camillo Gamnitzer
Chefredakteur der O.Ö. Heimatblätter, 2013 Heft 1/2
Herausgegeben vom
Amt der OÖ. Landesregierung/Direktion Kultur

Eckehard Bamberger, geboren 1931, verheiratet, drei Kinder, studierte in Innsbruck Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie. 1960 gründete er die Österreichische Phonothek als nationales Medienarchiv für Ton- und Bilddokumentation.

Schon von Jugend an war der Autor in verschiedenen katholischen Organisationen tätig. Um sein persönliches Gottesbild weiterzuentwickeln, besuchte er an der theologischen Fakultät der Universität Innsbruck Vorlesungen der Brüder Karl (Konzilstheologe) und Hugo (Kirchenhistoriker) Rahner, um den christlichen Glauben von seiner theologisch-wissenschaftlichen Seite tiefer zu verstehen. Die intensive Auseinandersetzung mit religiösen Fragestellungen wurde zum Ausgangspunkt für viele seiner Vorträge.

... Dieses Buch erfüllt eine wichtige Funktion: Es bestärkt die Seelsorger einerseits in der nüchternen realistischen Bilanz schwindender kirchlicher Präsenz im europäischen Raum, andererseits aber auch in dem Bestreben, dieser Tendenz entgegenzuwirken ... Kardinal Joachim Meisner, Erzbischof von Köln ... danke für Ihr Buch "PSALM 1", in dem ich, wenn der Tag ausläuft, gern blättere und lese. Sie schreiben, gesättigt von Erfahrungen und Wissen, eindringlich und einfach ... Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Hamburg ... Mit PSALM 1 ist dem Autor ein Werk gelungen, das dem - oftmals entmutigten - Christen nicht nur Trostbuch, sondern eine fundierte Auseinandersetzung mit den gängigen Weltanschauungen, Philosophien und Erscheinungsbildern des Atheismus unserer Tage in die Hände legt ... Pfarrer Mag. Martin Leitner, Spiritual im Überdiözesanen Priesterseminar Leopoldinum- Heiligenkreuz, Wimpassing ... Hoffen wir, dass dieses Buch viele nachdenklich macht und der "massiven Religionslosigkeit" entgegenwirkt ... Bischof von Aachen,Dr. Heinrich Mussinghof

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 261
Erscheinungsdatum 13.02.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-9503499-1-7
Verlag Olona Edition
Maße (L/B/H) 22,4/15,1/2,8 cm
Gewicht 500 g
Auflage 1. Auflage
Illustrator Brigitte Humpelstetter

Kundenbewertungen

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Ist die Abkehr vom christlichen Glauben abwendbar?
von peedee am 29.06.2015

Der Autor zeigt auf, dass sehr viele Christen in Europa sich vom Glauben abwenden. Er will diese ermutigen, dem Leben seinen religiösen Sinn wieder zurückzugeben. Gelingt ihm das? Ist die Institution Kirche heutzutage einfach nicht mehr „in“? Gibt es DIE eine, richtige Religion? Erster Eindruck: Ein sehr hochwertiger Einband;... Der Autor zeigt auf, dass sehr viele Christen in Europa sich vom Glauben abwenden. Er will diese ermutigen, dem Leben seinen religiösen Sinn wieder zurückzugeben. Gelingt ihm das? Ist die Institution Kirche heutzutage einfach nicht mehr „in“? Gibt es DIE eine, richtige Religion? Erster Eindruck: Ein sehr hochwertiger Einband; Titel in Silberprägung; Schutzumschlag. Schöner Spruch auf der Rückseite: „Um Gott zu lieben, brauchen wir nicht mehr Verstand als den, der uns gegeben ist. Für uns alle ein tröstlicher Gedanke.“ Ich bin sehr an Religions- und Glaubensthemen interessiert, bin aber nicht bibelfest und auch nicht jeden Sonntag in der Kirche anzutreffen. Für mich ist dies ein anspruchsvolles und nicht ganz so einfach zu lesendes Buch. Mir haben jedoch viele Passagen sehr gut gefallen, wie z.B.: „Die Herabkunft des Heiligen Geistes öffnete die Herzen der Jünger, schenkte ihnen die Kraft und die Einsicht in den Plan Gottes, auf dass sie ihre Bestimmung, Sendboten im Dienst des Evangelismus zu sein, erkennen mögen.“ Das Buch hat mir (wieder einmal) gezeigt, dass der Glaube zerbrechlich ist, wenn Menschen aus Angst oder Verzweiflung sich von Gott verlassen oder enttäuscht fühlen. „Wenn unser Glaube dahinsiecht und langsam zerbröckelt, wird auch unser Herz für Gott leer.“ Es ist für mich sehr gut nachvollziehbar, wenn Menschen, die schwere Schicksale zu ertragen haben, Gott in Frage stellen. Aber oft ist es so, dass gerade diese Menschen, die Grund genug zu klagen hätten, eben genau dies nicht tun und sich von Gott getragen fühlen. Das beeindruckt mich immer wieder. Sehr gut gefallen hat mir das Kapitel 6.3 „Mosaik der Religionen“, wo die grossen Weltreligionen kurz vorgestellt werden. Fazit: Ich bin gegen extreme Ausprägungen aller Art und gegen das Aufoktroyieren von der vermeintlich „richtigen“ Religion. Jede/r muss für sich entscheiden, woran er/sie glauben will (oder eben auch nicht glauben will). Das Buch hat mir die Gelegenheit gegeben, mich mit meinem eigenen Glauben auseinanderzusetzen und dafür bedanke ich mich beim Autor.


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