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Blumenberg

Roman

Sibylle Lewitscharoff

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Beschreibung

Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint den Löwen zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle – für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht?
»Blumenberg« ist nur nebenbei eine Hommage an einen großen Philosophen, vor allem ist es ein Roman voll mitreißendem Sprachwitz, ein Roman über einen hochsympathischen Weltbenenner, dem das Unbenennbare in Gestalt eines umgänglichen Löwen begegnet.

Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart als Tochter eines bulgarischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren, studierte Religionswissenschaften in Berlin, wo sie, nach längeren Aufenthalten in Buenos Aires und Paris, heute lebt. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Buchhalterin in einer Werbeagentur. Sie veröffentlichte Radiofeatures, Hörspiele und Essays. Für Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Es folgten die Romane Der Höfliche Harald (1999), Montgomery (2003) und Consummatus (2006). Der Roman Apostoloff wurde 2009 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2013 wurde sie mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.

Sibylle Lewitscharoff ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Berliner Akademie der Künste. 2013/14 verbrachte sie ein Jahr als Stipendiatin in der Villa Massimo in Rom, danach war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 220
Erscheinungsdatum 10.12.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46399-4
Verlag Suhrkamp
Maße (L/B/H) 18/10,8/1,5 cm
Gewicht 139 g
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 41735

Buchhändler-Empfehlungen

Löwen mag man eben

Marie-Therese Reisenauer, Thalia-Buchhandlung Wien

So ein Löwe im Arbeitszimmer wirkt natürlich noch viel größer als in der freien Natur. Groß und Gelb halt, gott sei Dank auch gelassen, denkt sich zumindest Blumenberg, der höchst angesehene Philosoph Blumenberg. Der Leu lässt nicht locker, bei der Vorlesung am nächsten Tag, trottet dieser doch glatt die Stufen des Mittelgangs herunter. Erstaunlicherweise sieht ihn niemand. Lewitscharoffs Sprache besticht, Büchner-Preisträger wird man ja nicht umsonst...

wunderschöne Sprache

Edith Berger, Thalia-Buchhandlung Graz

Wie jede Nacht, arbeitet der Philosoph Blumenberg in seinem Arbeitszimmer. Als er aufblickt, bemerkt er einen Löwen, der sich auf dem Teppich vor seinem Schreibtisch ausgestreckt hat und ihn gelassen anschaut...."Der Löwe ist zu mir gekommen, weil ich der letzte Philosoph bin, der ihn zu würdigen versteht, dachte Blumenberg"..... Der Löwe, übrigens ein alter Löwe, uralt um genau zu sein, wird Blumenberg fortan begleiten. Auch auf Gerhard Optatus Baur, seinen Freund Richard und seine Freundin Isa Kurz,alle 3 sind Studenten und glühende Verehrer Blumenbergs, hat das Auftauchen des Löwen ungeahnte Auswirkungen....

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Von Löwen und Lämmern
von einer Kundin/einem Kunden am 14.12.2011
Bewertet: Buch (gebunden)

Plötzlich ist er da. Mitten im Arbeitszimmer des Philosophen Blumenberg: Ein Löwe – „Habhaft, fellhaft, gelb“. So beginnt der nach seinem Protagonisten betitelte Roman Sibylle Lewitscharoffs. Der Löwe wird zum ständigen Begleiter Blumenbergs, erscheint ihm bei der allabendlichen Arbeit im heimischen Arbeitszimmer ebenso wie währ... Plötzlich ist er da. Mitten im Arbeitszimmer des Philosophen Blumenberg: Ein Löwe – „Habhaft, fellhaft, gelb“. So beginnt der nach seinem Protagonisten betitelte Roman Sibylle Lewitscharoffs. Der Löwe wird zum ständigen Begleiter Blumenbergs, erscheint ihm bei der allabendlichen Arbeit im heimischen Arbeitszimmer ebenso wie während seiner Vorlesungen an der Universität. Es versteht sich von selbst, dass der Löwe von den Mitmenschen Blumenbergs unbeachtet, weil ungesehen, bleibt; nur ihm steht er als Quelle der Kraft und Zuversicht zur Seite. Diese außergewöhnliche (oder absonderliche?) Beziehung kontrastiert Lewitscharoff mit den Schilderungen der Schicksale mehrerer Studenten Blumenbergs, denen – so unterschiedlich ihre Geschichten und Erlebnisse auch sind – eines gemein ist: Ihnen allen fehlt ein Blumenberg’scher Löwe, eine stützende, schützende Kraft, die es braucht, um den Problemen und Ängsten zu begegnen, die dem Leben so eigentümlich sind. So fügt sich der Text, so episodisch, ja gar fragmentarisch er zum Teil anmutet, am Ende doch zu einem großen Ganzen zusammen. „Blumenberg“ ist ein ungemein facettenreiches Buch, phantastisch wie philosophisch, metaphorisch-verwinkelt und dabei eines ganz bestimmt nicht: langweilig. Sibylle Lewitscharoff gehört zweifelsohne zu den ganz großen Erzählerinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Brilliant komponiert und ebenso virtuos wie stilsicher erzählt (man erfreue sich bitte an den unzähligen Wortneuschöpfungen Lewitscharoffs!), setzt sich „Blumenberg“ wohltuend vom faden Einerlei der jährlichen Neuerscheinungen ab. Ein mutiges, ein lesenswertes Buch. Und am Ende bleibt vor allem der Wunsch, dass einem selbst doch bitte auch einmal ein Löwe erscheine…


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