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Angbar Mortis

Ein Roman in der Welt von Das Schwarze Auge. Originalausgabe

Das Schwarze Auge: Romane 139

(1)

Ein grausamer Mord erschüttert das beschauliche Städtchen Angbar!
Gemeinsam mit der Zwergin Gergrimm versucht der Zauberer Madajin die Fährte des Mörders aufzunehmen. Dabei wird er mit den dunklen Geheimnissen und der Fremdenfeindlichkeit der bigotten Angbarer Gesellschaft konfrontiert, deren saubere Fassade im Zuge der Ermittlungen zusehends Risse erhält. Die Spur führt ihn ausgerechnet in jene verhängnisvolle Nacht im Jahr des Feuers zurück, als ein Dämon die Stadt mit seinen Flammenschwingen verheerte.

Angbar Mortis ist der zweite, in sich geschlossene Band der Mortis-Trilogie rund um den maraskanischen Zauberer Madajin.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 01.03.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86889-207-9
Verlag Ulisses Spiele
Maße (L/B/H) 18,6/11,6/2,5 cm
Gewicht 245 g
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Viel Licht, viel Schatten
von Ein Schelm aus Aventurien am 19.04.2012

Als im friedlichen Angbar ein Mord geschieht, werden der maraskanische Magier Madajin und die bärbeißige Zwergin Gergrimm mit der Klärung des Falls beauftragt... 'Angbar Mortis' ist der zweite Teil der Mortis-Trilogie. Kenntnisse der Vorgängers 'Riva Mortis' sind hilfreich, aber nicht notwendig. Mike Krzywik-Groß macht in seinem zweiten Roman vieles richtig, aber... Als im friedlichen Angbar ein Mord geschieht, werden der maraskanische Magier Madajin und die bärbeißige Zwergin Gergrimm mit der Klärung des Falls beauftragt... 'Angbar Mortis' ist der zweite Teil der Mortis-Trilogie. Kenntnisse der Vorgängers 'Riva Mortis' sind hilfreich, aber nicht notwendig. Mike Krzywik-Groß macht in seinem zweiten Roman vieles richtig, aber auch vieles falsch. Die Geschichte selbst ist ein geradeaus erzählter Krimi-Plot ohne Überraschungen – nicht besonders originell, aber solide. Der Mangel an Einfallsreichtum wird aber durch den Schreibstil kompensiert. Der Autor schreibt ohne Holperer, so dass sich das Geschichte ungemein flüssig lesen lässt und man regelrecht über die Seiten fliegt. Auch die Hauptfigur ist ausgesprochen gut gelungen. In Madajin vereinen sich Gelehrsamkeit, die typisch maraskanische 'Weltfremdheit', Emotionalität und auch eine gewisse Härte, so dass die Figur sehr vielschichtig ist. Bei den anderen Charakteren sieht es dagegen finster aus. Besonders die zweite Protagonistin Gergrimm überzeugt nicht. Ihre Klischeehaftigkeit passt zwar perfekt zu einer Ambosszwergin, aber sie ist dermaßen eindimensional und überzogen (vor allem ihre Kampf- bzw. Metzelfähigkeiten), dass sie wie eine Comicfigur wirkt. Daran ändern auch die Gefühle nichts, die sie gelegentlich zeigt – wenn man eine Comicfigur mit einem Pseudoproblem ausstattet, wird sie dadurch nicht menschlicher bzw. zwergischer, sondern zu einer Comicfigur mit einer Alibi-Schwäche. Auch den Antagonisten hätte etwas mehr Charaktertiefe gut getan. Mit Ausnahme des Bösewichts bleiben diese alle so blass, dass sie beliebig austauschbar sind. Dafür sind aber alle Figuren mit einer glaubhaften Motivation versehen. Die Atmosphäre ist ebenfalls gut einfangen. Der Autor hält sich hier dicht an die Spielhilfe 'Patrizier und Diebesbanden' und schafft es gekonnt, die Stimmung in Angbar mit ihrer Spießigkeit, Bigotterie und Doppelmoral darzustellen, wobei er sich an den Grundsatz 'show, don't tell' hält: Die Nachbarschaft wird nicht kurzerhand als bigott beschrieben, sondern entlarvt sich durch ihr Verhalten selbst. Auch sonst bleibt der Autor dicht an PuD und haut dem Leser vor allem im ersten Viertel des Buchs zahlreiche Informationen über Angbar um die Ohren. Leider hat man hier den Eindruck, dass er das nicht tut, weil es der Geschichte dient, sondern um die Seitenzahl zu erhöhen und zu zeigen, wie toll er recherchiert hat. Unter diesen Umständen ist es mehr als peinlich, wenn Stadtviertel falsch benamst werden, aus der 'ehernen' Stadt die völlig sinnlose 'ehrende' wird oder man für die 12-Heller-Regel 15 Heller braucht. Mit ein bisschen mehr Rechercheaufwand hätte der Autor außerdem bemerkt, dass man sich in Aventurien nicht siezt und dass das, was seine Zwerge täglich tun, nur einmal in zehn Jahren vorkommt. Davon abgesehen setzt die Bettszene selbst für DSA-Verhältnisse neue Maßstäbe in Sachen Peinlichkeit. Das Korrektorat ist genauso schlecht wie das Fachlektorat; im Buch sind zahlreiche Fehler zu finden. Das Buch ist weit davon entfernt, ein Höhepunkt der DSA-Reihe zu sein, besitzt aber trotz aller Schwächen durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Zum Genusslesen kann man es nicht empfehlen, als Bahnlektüre ist es aber durchaus geeignet.