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Die verlorene Ehre der Katharina Blum

oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann. Erzählung

(15)
Heinrich Bölls Erzählung Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann sorgte bei ihrem Erscheinen im Jahr 1974, das von einem Vorabdruck im Spiegel flankiert wurde, für eine heftige Auseinandersetzung um die Methoden des Boulevardjournalismus.
Die Hauswirtschafterin Katharina Blum, die nebenbei bei Empfängen und Festlichkeiten die kalten Buffets besorgt und sich davon eine Appartementwohnung und einen Volkswagen leisten kann, gerät zufällig in den Mittelpunkt der Sensationsmache und Polithetze einer großen Boulevardzeitung. Bei einer Karnevalsparty verliebt sie sich in einen jungen Mann, der von der Polizei als radikaler Rechtsbrecher gesucht und allgemein 'Bandit' genannt wird. Von da an ist ihr ein Sensationsjournalist auf den Fersen, der ihr Privatleben durchleuchtet und öffentlich macht. Die Folge der Hetze und der Verletzung der Intimität durch die Presse steht am Anfang der Erzählung: Katharina Blum hat den Journalisten erschossen, und ein ebenfalls beteiligter Pressefotograf ist von einer unerkannten Frau erschossen worden. Damit ist der schockierende Akzent gesetzt, der nach Interpretation und Aufklärung verlangt.
Das Muster der Moritat von der verlorenen Frauenehre ist hier emanzipatorisch und aggressiv gewendet: Die in der öffentlichen Meinung gefallene Frau weiß sich nach anfänglicher Erschütterung zu wehren, notfalls mit Gewalt.
Informieren Sie sich auch über das größte editorische Unternehmen in der Geschichte des Verlags Kiepenheuer & Witsch: Heinrich Böll, Werke 1 - 27 Kölner Ausgabe
Portrait

Heinrich Böll, geboren am 21. Dezember 1917 in Köln, gestorben am 16. Juli 1985 in Langenbroich. Heinrich Böll* *war Sohn eines Tischlers und Holzbildhauers, in dessen Hause in Köln ab 1933 Zusammenkünfte verbotener katholischer Jugendverbände stattfanden. Nach einem gerade begonnenen Studium der Germanistik und klassischen Philosophie wurde Böll 1939 zur Wehrmacht eingezogen. Er desertierte 1944 und kehrte 1945 aus der Kriegsgefangenschaft nach Köln zurück, wo er sein Studium wieder aufnahm und in der Schreinerei seines Bruders arbeitete. Ab 1947 publizierte er in Zeitschriften und wurde 1951 für die Satire Die schwarzen Schafe mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. Fortan war er als freier Schriftsteller tätig. Außerdem übersetzte er, gemeinsam mit seiner Frau Annemarie, englische und amerikanische Literatur (u. a. George Bernard Shaw und Jerome D. Salinger). Als Publizist und Autor führte Heinrich Böll Klage gegen das Grauen des Krieges und seiner Folgen, polemisierte er gegen die Restauration der Nachkriegszeit und wandte er sich gegen den Klerikalismus der katholischen Kirche, aus der er 1976 austrat. In den 60er und 70er Jahren unterstützte er die Außerparlamentarische Opposition. 1983 protestierte er gegen die atomare »Nachrüstung«. Insbesondere engagierte sich Böll für verfolgte Schriftsteller im Ostblock (Reisen in die UdSSR und CSSR). Der 1974 aus der UdSSR deportierte Alexander Solschenizyn war zunächst Bölls Gast. Ab 1976 gab er, gemeinsam mit Günter Grass und Carola Stern, die Zeitschrift L 76. Demokratie und Sozialismus heraus. Der Verband deutscher Schriftsteller wurde 1969 von ihm mitbegründet, und er war Präsident des Internationalen PEN-Clubs (1971-74). Böll erhielt zahlreiche Auszeichnungen, so den Georg-Büchner-Preis (1967), den Literatur-Nobelpreis (1972) und die Carl-von-Ossietzky-Medaille (1974).
Werke von Heinrich Böll:
Romane:Wo warst du, Adam? (1951)Und sagte kein einziges Wort (1953)Haus ohne Hüter (1954)Billard um halbzehn (1959)Ansichten eines Clowns (1963) Gruppenbild mit Dame (1971) Fürsorgliche Belagerung (1979) Frauen vor Flußlandschaft (posthum 1985)
Erzählbände:Wanderer, kommst du nach Spa... (1950)Doktor Murkes gesammeltes Schweigen (Satiren, 1958)Du fährst zu oft nach Heidelberg (1979)
*Erzählungen:*_Nicht nur zur Weihnachtszeit_ (Satire, 1952)Das Brot der frühen Jahre (1955)Entfernung von der Truppe (1964)Ende einer Dienstfahrt (1966)Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1974)Berichte zur Gesinnungslage der Nation (Satire, 1975)
Dramen:Ein Schluck Erde (1962)Aussatz (1970)
*Essaybände: *Frankfurter Vorlesungen (1966)Querschnitte (1977)
Außerdem die Reisebeschreibung Irisches Tagebuch (1957); ferner zahlreiche Hörspiele, u. a. Hausfriedensbruch (1969), und die Sammlung Erzählungen, Hörspiele, Aufsätze (1961).
Im Rahmen der bislang größten editorischen Unternehmung des Verlages Kiepenheuer & Witsch werden sämtliche Werke Heinrichs Bölls in der sogenannten Kölner Ausgabe herausgegeben.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 145
Erscheinungsdatum 01.01.1974
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-03145-4
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 19,5/12,3/1,7 cm
Gewicht 219 g
Auflage 3. Auflage
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
15 Bewertungen
Übersicht
9
3
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1
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von einer Kundin/einem Kunden am 03.08.2018
Bewertet: anderes Format

Und immer noch aktuell, der Böll! Das Buch bleibt lebenslang im Gedächtnis, wie viele von Böll. Ich empfehle es auch heute noch, weil Literatur selten so psychologisch genau ist!

von einer Kundin/einem Kunden am 27.06.2018
Bewertet: anderes Format

In dieser Erzählung wird der manipulative Einfluss einer gewissen "ZEITUNG" geschildert, die ein junges Mädchen in den Abgrund treibt. Sie ist zeit- und gnadenlos; einfach gut.

höhere,spannende,sozialkritische Literatur
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 29.01.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

die Lektüre des Buches Die verlorene Ehre der Katharina Blum erweist sich von Seite zu Seite als ein Genuss in der Sprache,Form und Thematik.Ich stelle mir Heinrich Böll vor, wie er schreibt und aus der politischen Realität heraus seine Figuren machen lässt.Das Thema ist immer noch höchst aktuell,die "ZEITUNG"... die Lektüre des Buches Die verlorene Ehre der Katharina Blum erweist sich von Seite zu Seite als ein Genuss in der Sprache,Form und Thematik.Ich stelle mir Heinrich Böll vor, wie er schreibt und aus der politischen Realität heraus seine Figuren machen lässt.Das Thema ist immer noch höchst aktuell,die "ZEITUNG" manipuliert die öffentliche Meinung soweit,dass es fast zur Normalität in diesem Land geworden ist,Prominente fallen zu lassen zur Freude vieler Leser