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Die Verwandlung

Nachwort v. Egon Schwarz

Reclams Universal-Bibliothek Band 9900

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“ Schon der erste Satz aus Kafkas berühmter Erzählung vermittelt schlagartig die Irritation, die sich in das Verhältnis zur empirischen Wirklichkeit eingeschlichen hat, die die problematische Schnittstelle äußerer und innerer Realitäten bestimmt.

Text in neuer Rechtschreibung
Portrait
Franz Kafka, 3. 7. 1883 Prag - 3. 6. 1924 Kierling bei Klosterneuburg. Der aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie stammende K. studierte nach dem Abitur 1901 Jura an der Deutschen Universität Prag (Staatsprüfung 1903, Promotion 1906). Danach arbeitete er als Versicherungsjurist zunächst bei den Assicurazioni Generali, dann seit 1908 bei der Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt in Prag, wo er bis zum Obersekretär aufstieg. 1922 wurde er wegen seiner fortschreitenden, 1917 zuerst offen ausgebrochenen Krankheit (Tuberkulose) pensioniert. Von September 1923 bis März 1924 lebte er in Berlin bei Dora Diamant, der letzten seiner komplizierten Frauenbeziehungen mit Verlobungen und Entlobungen (Felice Bauer, Julie Wohryzek, Milena Jesenská). Seit der Aufnahme seiner (ungeliebten) Berufstätigkeit schrieb K., meist nachts. Seine erste große Erzählung Das Urteil entstand in der Nacht vom 22. zum 23. September 1912. Sie bedeutete den Durchbruch zu einem eigenen Erzählstil, für den sprachliche Präzision und realistische Detailschilderung ebenso charakteristisch sind wie das Ineinander¿ießen von Traum und Wirklichkeit. Dabei entspricht die für K.s Erzählungen typische unmerkliche Verschiebung vom Realen ins Phantastische (und Groteske) dem Eindringen des Unbewussten (einschließlich des unbewussten Schuldgefühls). Hinter der Ober¿äche liegt eine andere, vielfältigen Deutungen unterworfene Realität. Mit dieser neurotischen 'Familiengeschichte' gestaltete K. zum ersten Mal eines seiner zentralen Themen, das der bürgerlichen Familie mit ihren Widersprüchen und Zwängen, das in verschiedenen Variationen sein Werk durchzieht (Die Verwandlung, Ein Landarzt, Brief an den Vater, Das Schloß, Der Verschollene u. a.). Die Grunderfahrung der Fremdheit in einer als labyrinthisch bzw. 'kafkaesk' verstandenen Welt ¿ndet ihren Ausdruck im gesellschaftlichen Bereich u. a. in den Institutionen der Justiz, der Bürokratie und der modernen Technik (In der Strafkolonie, Der Prozeß, Das Schloß u. a.). Dieser Welt der Entfremdung und der Zwänge stellt K. in seinen Tiergestalten und Tiergeschichten eine (ebenso vieldeutige) naturhafte Gegenwelt entgegen. Damit verbindet sich das Thema der Kunst in der Gesellschaft (Ein Hungerkünstler). K.s drei Romane (Der Prozeß, Das Schloß, Der Verschollene bzw. Amerika) blieben unvollendet; K. hielt sie in seinem hohen Kunstanspruch für missglückt. Sie wurden - wie zahlreiche andere zu Lebzeiten ungedruckte Texte - von M. Brod aus dem Nachlass veröffentlicht, den er eigentlich hätte vernichten sollen. Als gleichnishafter Ausdruck der Fremdheit des Menschen in der modernen Welt, als Zusammenfassung der Tendenzen des Jahrhunderts fand K.s Werk v. a. nach dem Zweiten Weltkrieg weltweite Resonanz - und vielfältige Deutungen. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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  • Die Verwandlung des Gregor Samsa in ein Ungeziefer gehört zu den bekanntesten 'plots' der Weltliteratur.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 88
Erscheinungsdatum 01.01.1995
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-009900-1
Verlag Reclam, Philipp
Maße (L/B/H) 14,7/9,6/0,7 cm
Gewicht 49 g
Abbildungen mit Abbildung
Verkaufsrang 8799
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
3
8
5
3
1

von einer Kundin/einem Kunden am 04.03.2020
Bewertet: anderes Format

Ein Klassiker, der in jedes gut sortierte Bücherregal gehört. Voller Zweideutigkeiten, voll ungeklärter Fragen und Interpretationsspielraum. Kafka ist ohne Zweifel der König der verwirrenden Geschichten und der offenen Enden.

Zu viel Interpretation
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 19.12.2019
Bewertet: Medium: Hörbuch-Download

Mir gefällt weniger, wie dieses Hörbuch gelesen wird. Ich ziehe es vor, weniger interpetierende Stimmen zu hören und mir mehr meine eigenen Bilder zu machen. Kafka schreibt, dem damals neuen Medium Film geschuldet, schon Drehbuch-reif genug.

Ein toller Kafka!
von Pauline Krause aus Bonn am 26.03.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Allgemeines Titel: Die Verwandlung Autor: Franz Kafka Format: Taschenbuch Verlag: Klett Seitenzahl: 57 Inhalt Eines Morgends wacht Gregor Samsa als hässlicher, menschengroßer Käfer auf und bringt das gesamte Leben der Familie durcheinander. Auch er selbst muss erstmal mit der veränderten Situation umgehen, er verliert... Allgemeines Titel: Die Verwandlung Autor: Franz Kafka Format: Taschenbuch Verlag: Klett Seitenzahl: 57 Inhalt Eines Morgends wacht Gregor Samsa als hässlicher, menschengroßer Käfer auf und bringt das gesamte Leben der Familie durcheinander. Auch er selbst muss erstmal mit der veränderten Situation umgehen, er verliert seine Arbeit und seine Familie will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Meine Meinung Ich habe vor ungefähr einem Jahr "Der Prozess" von Kafka gelesen und war total begeistert. Die Geschichte war total abgefahren, der Schreibstil gewöhnungsbedürftig, aber faszinierend. Die Verwandlung fiel mir deutlich leichter, denn der Schreibstil war nicht ganz so anspruchsvoll, dafür war die Handlung wieder sehr verrückt. Auch fanden sich viele Parallelen zum Prozess, was mir besonders gut gefallen hat. Die meisten Menschen verfluchen Kafka, ich kann es verstehen, denn so einfach ist er nicht, aber wenn man bedenkt, dass er ein Meister der offenen Enden und Fragen ist, dann kann man ihn gar nicht hassen. Letztendlich hat er mich mit vielen Fragen zurückgelassen auf die ich, wie beim Prozess, nie eine Antwort bekommen werde. Fazit Es verdient 4/5 Sternen. Zwar es war es ein sehr guter Roman, aber er war mir irgendwie zu kurz und es blieb zu viel offen. Das was vorhanden war, war toll, man hätte aber mehr draus machen können.