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Zuckmayer, C: Teufels General

Theaterstücke 1947-1949. (Des Teufels General; Barbara Blomberg)

Mit ›Des Teufels General‹ hat Carl Zuckmayer kein Dokumentarstück geschrieben - wie hätte er dies 1942 im amerikanischen Exil in den USA auch tun können -, sondern er hat die Tragik des deutschen Widerstandcs symbolisch auf die Bühne gestellt. Er hat sich nach eigener Bemerkung mit der Handlungsweise seines Generals Harras und des Ingenieurs Oderbruch nie abfinden können - er konnte die Verhaltensweise, Gegner der Nazis zu sein und ihnen dennoch zu dienen, nicht gutheißen - er konnte den Sabotageakt des idealistischen Widerstandskämpfers Oderbruch, der letztlich den Tod seines Vorgesetzten Harras zu verantworten hat, nur als Verzweiflungstat sehen. Zu spät weiht der Ingenieur den General in seine Verschwörung ein; Harras bleibt konsequent: »Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat - der muß ihm auch Quartier in der Hölle machen.« Oderbruch bleibt »- wie der Rächer Agamemnon - fluchbeladen und schuldverstrickt«.

So intensiv die Wirkung dieses Dramas um Soldaten Nazi-Deutschlands ist, so effektvoll ist Zuckmayers nächstes Stück, das seine historische Vorlage »frei behandelt«. Mit ›Des Teufels General‹ hat ›Barbara Blomberg‹ das Grundsätzliche der Thematik gemeinsam - das Verhalten eines Menschen, die individuelle Entscheidung in schwieriger Zeit. Die schöne Patriziertochter Barbara Blomberg ist die Mutter von Don Juan d'Austria - der Vater ist Kaiser Karl V. Nach der Geburt und der Trennung von ihrem Sohn wird sie mit einem Major in spanischen Diensten verheiratet. Da sie auch nach dem Tod des Kaisers ihr Geheimnis nicht preisgibt, wird sie von einein Mitwisser erpreßt; dieser ermordet ihren Mann; sie weist ihn zurück und beginnt, ganz Tochter ihrer Zeit, ein neues, ein skrupelloses, diplomatisch geschicktes, leidenschaftliches Leben: man anerkennt sie als indirektes Mitglied der Herrscherfamilie und bietet ihr ein Leben im Schloß bei Brüssel. Doch ihrem Sohn zuliebe und um ihren Geliebten, einen englischen Abenteurer, zu retten, verzichtet sie auf ihren politischen Einfluß und zieht sich in die Einsamkeit zurück.
Portrait
Zuckmayer, Carl
Carl Zuckmayer wurde am 27. Dezember 1896 in Nackenheim am Rhein geboren. 'Der fröhliche Weinberg' brachte ihm 1925 den Durchbruch und den renommierten Kleist-Preis. 1933 verhängten die Nationalsozialisten ein Aufführungsverbot über ihn. Zuckmayer zog sich daraufhin nach Henndorf bei Salzburg zurück. 1938 floh er weiter in die Schweiz, ein Jahr später in die USA. 1958 kehrte er in die Schweiz zurück. Am 18. Januar 1977 ist er bei Visp (Wallis) gestorben.
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  • Des Teufels General; Barbara Blomberg
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 01.04.1996
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-12707-8
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,1/12,1/2 cm
Gewicht 230 g
Auflage 5
Buch (Taschenbuch)
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9,20
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
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Keine Erklärungen
von einer Kundin/einem Kunden aus Chermignon-d'en-Bas am 20.07.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Bei dieser Verfassung fehlen jegliche Erklärungen und Erläuterung! Diese wären doch so wichtig, die Andeutungen des Schriftstellers besser zu verstehen.

Geschichtsbewältigung ohne erhobenen Zeigefinger
von Mag aus Berlin am 18.03.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Für mich ist und bleibt die Geschichte des General Harry Harras, der aus Liebe zur Fliegerei zum Handlanger der Nationalsozialisten wird, ein wertvoller Beitrag zum Verständnis des Dritten Reiches und der Menschen, die sich in diesem Reich aktiv engagierten. Im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen, wo mit erhobenem Zeigefin... Für mich ist und bleibt die Geschichte des General Harry Harras, der aus Liebe zur Fliegerei zum Handlanger der Nationalsozialisten wird, ein wertvoller Beitrag zum Verständnis des Dritten Reiches und der Menschen, die sich in diesem Reich aktiv engagierten. Im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen, wo mit erhobenem Zeigefinger auf alle Beteiligten gezeigt wird, zeigt Zuckmayer in diesem Drama den Konflikt eines Beteiligten an hoher Stelle: selbst kein Parteimitglied, auch nie von der Partei unterstützt und mit kritischen, abwertenden Bemerkungen über Hitler nicht zurückhaltend, entschließt sich Harras doch für ihn in leitender Stellung tätig zu sein. Seine Gründe dazu sind seine Liebe zur Fliegerei, die Freude seiner Mutter über seine Stellung und die Annahme, nach aktivem Kampf für Deutschland im ersten Weltkrieg nun nicht die Seiten wechseln zu können, auch wenn er sich zunehmend unwohl in seiner Rolle fühlt. Können anfängliche Zweifel noch mit Alkohol und gewagten, karikierenden Sprüchen übertönt werden, zwingen Harras die weiteren Ereignisse im Drama schließlich nicht nur verbal, sondern aktiv Stellung zu nehmen und sich zu entscheiden, ob er weiter als "General des Teufels" agieren kann. Zuckmayer gelingt mit der Gestaltung des Harry Harras ein äußerst lebendiges Bild eines Protagonisten, der an sich äußerst sympathisch, mit großer "Schnauze" kein Blatt vor den Mund nimmt und in unvergleichlicher Weise bei der Beschreibung eines Deutschen vom Rhein Hitlers Rassenlehre einprägsam und geschickt ad absurdum führt. Ebenso anschaulich und unverblümt sind auch seine Ansichten zu Krieg und Heldentod auf dem Schlachtfeld. Konsequent bleibt dann zum Schluss nach Erkenntnis der Stellung als Teufels General der einzig ehrenvolle Abgang. Sehenswert, wenn auch noch in schwarz-weiß, ist dazu auch heute noch die filmische Verarbeitung aus den 50er Jahren mit einem brillanten Curd Jürgens in der Titelrolle, auch wenn der Film an mehreren Stellen von der Vorlage abweicht.