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Geheime Botschaften

Die Kunst der Verschlüsselung von der Antike bis in die Zeiten des Internet. Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Sachbuch 2001

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Taschenbuch

Die Kunst der Verschlüsselung

Ob im Krieg, in der Liebe oder im Wirtschaftsleben - seit Jahrtausenden arbeitet die Menschheit mit verschlüsselten Informationen und geheimen Codes. Die Methoden wurden immer raffinierter bis in die Gegenwart, wo im Zeitalter der Computernetze Billionen von Daten kursieren, die geschützt werden müssen.

Simon Singh erzählt von diesem zweitausendjährigen Kampf um die Verschlüsselung. Wo in der Antike noch einfache mechanische Vorrichtungen genügten, benutzte man in der Neuzeit raffinierte mathematische Operationen, bis schließlich komplizierte Computerprogramme zur Chiffrierung eingesetzt wurden. Das Buch weckt nicht nur die Lust, selbst mit verschlüsselten Botschaften zu experimentieren, sondern vermittelt auch das nötige Wissen, wie man sich vor unerwünschten Mitwissern schützen kann.

Portrait
Singh, Simon
Simon Singh ist Physiker, Wissenschaftsjournalist bei der BBC und Autor mehrerer Bestseller.

Fritz, Klaus
Klaus Fritz ist Diplomsoziologe und promovierter Philosoph. Seit 1991 ist er als freier Journalist tätig. Zusammen mit Dietmar Friedmann veröffentlichte er bei dtv 'Wer bin ich, wer bist du?' (1996) und 'Wie ändere ich meinen Mann?' (1997). 1998 ist von ihm 'Ein Sternenmantel voll Vertrauen', ein Märchen für Erwachsene und Kinder, erschienen, 2003 'So verstehen wir uns', ein Ratgeber, wie Kommunikation in der Familie gelingt.
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  • "Die Gänse, die nie schnatterten
    Dreizehn Jahre lang hatten die Briten und Franzosen geglaubt, die Enigma-Verschlüsselung sei nicht zu knacken, doch nun schöpften sie Hoffnung. Die polnischen Erfolge hatten bewiesen, dass die Enigma angreifbar war, und dies stärkte die Moral der alliierten Kryptoanalytiker. Die polnischen Bemühungen waren zwar seit der Einführung neuer Walzen und Steckerkabel festgefahren, doch es blieb dabei, dass die Enigma nicht mehr als perfekte Verschlüsselungsmaschine galt.
    Die polnischen Erfolge führten den Alliierten zudem vor Augen, dass man Mathematiker durchaus erfolgreich als Codebrecher einsetzen konnte. Bei den Engländern in Room 40 hatten die Linguisten und Altphilologen immer die erste Geige gespielt, doch nun bemühte man sich gemeinsam, auch Mathematiker und Naturwissenschaftler zu rekrutieren. Dabei spielten die "Old-boy-Seilschaften" eine wichtige Rolle: die Mitarbeiter von Room 40 nahmen Kontakt mit ihren ehemaligen Colleges in Oxford und Cambr idg e auf. Es gab auch eine Old-girl-Seilschaft, die Studentinnen rekrutierte, namentlich im Newnham und Girton College in Cambridge.
    Die Neuen fingen nicht im Room 40 in London an, sondern fuhren nach Bletchley Park in Buckinghamshire, dem Sitz der Government Code and Cypher School (GC&CS). Diese neugebildete Organisation war nun anstelle von Room 40 für die Dechiffrierung zuständig. Bletchley Park bot weit mehr Menschen Platz, ein wichtiger Punkt, denn für die Zeit nach Kriegsbeginn erwartete man eine wahre Flut abgehörter verschlüsselter Funksprüche. Im Ersten Weltkrieg hatten die Deutschen noch zwei Millionen Wörter im Monat gesendet, doch nun man rechnete damit, dass die größere Verbreitung von Funkgeräten im kommenden Krieg zur Übermittlung von zwei Millionen Wörtern am Tag führen konnte.
    In der Mitte von Bletchley Park stand ein altes viktorianisches Herrenhaus im Stil der Tudor-Gotik, erbaut im neunzehnten Jahrhundert von dem Finanzmagnat Sir Herbert Leon. Das Haus mit sei ner Bibl iothek, dem Speisesaal und dem prachtvollen Ballsaal war die Herzkammer der gesamten Operation Bletchley. Commander Alastair Denniston, der Direktor von Bletchley Park, konnte von seinem Büro im Erdgeschoss aus den weitläufigen Garten überblicken. Doch die Aussicht wurde ihm bald durch den Bau zahlreicher Baracken verdorben. Diese auf die Schnelle errichteten Holzgebäude beherbergten die verschiedenen Dechiffrier-Abteilungen. Zum Beispiel war Baracke 6 für den Angriff auf den Enigma-Funkverkehr des deutschen Heereszuständig. Baracke 6 übergab ihr entschlüsseltes Material an Baracke 3, wo Aufklärungsspezialisten die Meldungen übersetzten und die Informationen auswerteten. Baracke 8 war für die Marine-Enigma zuständig und gab die entschlüsselten Meldungen an Baracke 4 zur Übersetzung und Auswertung weiter. Anfangs arbeiteten nur zweihundert Menschen in Bletchley Park, doch fünf Jahre später beherbergten das Herrenhaus und die Baracken siebentausend Männer und Frauen.
    Im Her bst 1939 s tudierten die Wissenschaftler und Mathematiker in Bletchley die komplizierte Wirkungsweise der Enigma und machten sich polnischen Techniken rasch zueigen. Bletchley hatte mehr Personal und Mittel als das polnische Biuro Szyfr w und konnte daher auch mit der größeren Walzenzahl zurechtzukommen, die bedeutete, daß Enigma jetzt zehnmal schwerer zu knacken war. Alle vierundzwanzig Stunden arbeiteten die britischen Codebrecher dieselbe Routine ab. Um Mitternacht gingen die deutschen Enigma-Chiffreure zu einem neuen Tagesschlüsselüber, und damit war alles, was Bletchley am Tag zuvor erarbeitet hatte, für die Entschlüsselung wertlos geworden. Die Codebrecher mußten sich nun von neuem auf die Suche nach dem Tagesschlüssel machen. Das konnte mehrere Stunden dauern, doch sobald die Enigma-Einstellungen des jeweiligen Tages entdeckt waren, konnte man in Bletchley auch die deutschen Funkmeldungen entziffern, die sich bereits angesammelt hatten...
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 460
Erscheinungsdatum 01.12.2001
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-33071-8
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 20,8/13,4/3,8 cm
Gewicht 608 g
Originaltitel The Code Book. The Sience of Secrecy form Ancient Egypt to Quantum Cryptography
Abbildungen mit 76 Abbildungen 21 cm
Auflage 12. Auflage
Übersetzer Klaus Fritz
Verkaufsrang 6976
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
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oberflächlich spannend
von einer Kundin/einem Kunden am 14.11.2011

Dieses Buch erzählt die Geschichte der Kryptographie sehr spannend, wie man es von Singh erwartet. Man fiebert beim Lesen mit den intelligentesten Köpfen der Geschichte förmlich mit. Allerdings geht das Buch mathematisch nicht sehr in die Tiefe, sodass man bei Interesse an dem Thema weitere Bücher zu Rate ziehen muss.

einfach, leicht und doch umfassend
von Florian Brunner aus Laakirchen am 12.02.2007

Als mir das Buch empfohlen wurde, kaufte ich es mir natürlich sofort und lies es wie gewohnt eine Zeit im Regal liegen, doch das habe ich dann nach den ersten Seiten gleich bereut. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben, wenn man sich mit der Krypthographie und -analyse auseinandersetzen möchte. Besonders gefallen hat mir di... Als mir das Buch empfohlen wurde, kaufte ich es mir natürlich sofort und lies es wie gewohnt eine Zeit im Regal liegen, doch das habe ich dann nach den ersten Seiten gleich bereut. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben, wenn man sich mit der Krypthographie und -analyse auseinandersetzen möchte. Besonders gefallen hat mir die Möglichkeit, bei vielen Beispielen als Entschlüssler "mitzuspielen" und zu versuchen Texte zu knacken. Der Ausblick in die Zukunft und das einfache und kurze Erklären von Quantencomputern gelang ihm auch gut.

unglaublich
von einer Kundin/einem Kunden aus BB am 03.09.2005

Singh schafft es die Geschichte der Verschlüsselung für jeden der sich interessiert einfach und plausibel zu erklären, ohne irgendwelche höheren Mathematik- oder Informatikkenntnisse vorauszusetzen. Jeder der Lust am Denken hat, kann dieses Buch verstehen.