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Erzählungen

T.C. Boyle

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Beschreibung

Ein junger Mann befreit aus Liebe zu einer engagierten Tierschützerin in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Hunderte von Truthähnen. Allerdings geht das Mädchen danach mit einem anderen Tierschützer auf und davon, und die Geschichte nimmt speziell für die Truthähne ein schlimmes Ende. In einer anderen Geschichte wird ein Vater durch seine kleine Tochter mit der eigenen Hippie-Vergangenheit konfrontiert, zu der er sich nicht mehr bekennen kann. Ein reiches Sammlerpaar heuert eine Firma an, die gegen teures Geld ihr vollgestopftes Heim entrümpelt, und zwar so radikal, daß die beiden nicht einmal ihre Matratzen wiederfinden. Boyle ist nichts heilig, wie seine Leser wissen, und gerade das schätzen wir an ihm. Doch sollten sein Mangel an Respekt und an politischer Korrektheit nicht darüber hinwegtäuschen, daß er die Themen, mit denen er sich beschäftigt und die auch uns beschäftigen, ganz und gar ernst nimmt.Die neueste Sammlung T. C. Boyles, des Geschichtenerzählers, überrascht wieder einmal durch die phantastischen Motive, die Bandbreite der Themen, die bizarren Personen, die bei aller Verschrobenheit doch völlig wirklichkeitsnah sind.

T. Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, ist der Autor von zahlreichen Romanen und Erzählungen, die in vielen Sprachen übersetzt wurden. Bis 2012 lehrte er Creative Writing an der University of Southern California in Los Angeles. Bei Hanser erschienen zuletzt Das wilde Kind (Erzählung, 2010), Wenn das Schlachten vorbei ist (Roman, 2012), San Miguel (Roman, 2013), die Neuübersetzung von Wassermusik (Roman, 2014), Hart auf hart (Roman, 2015), die Neuübersetzung von Grün ist die Hoffnung (Roman, 2016), Die Terranauten (Roman, 2017), Good Home (Stories, 2018), Das Licht (Roman, 2019) sowie Sind wir nicht Menschen (Stories, 2020).
 

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 296
Erscheinungsdatum 02.08.1999
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-19772-5
Verlag Hanser, Carl
Maße (L/B/H) 21/13,4/3 cm
Gewicht 470 g
Originaltitel Without a Hero, and other stories
Auflage 4
Übersetzer Werner Richter

Kundenbewertungen

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viele gute - eine geniale Geschichte
von David aus der Karibik am 07.03.2008
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wir sind am "Ende der Nahrungskette", mittendrin in einer Katastrophe - dies sagt T.C.Boyle und dies lässt er in der gleichnamigen Geschichte einen Wissenschaftler den hohen Herren erklären. Die hohen herren verstehen nicht, suchen einen Ausweg, suchen diesen Ausweg zum wiederholten Male, ein ums andere Mal hat's schon nicht gek... Wir sind am "Ende der Nahrungskette", mittendrin in einer Katastrophe - dies sagt T.C.Boyle und dies lässt er in der gleichnamigen Geschichte einen Wissenschaftler den hohen Herren erklären. Die hohen herren verstehen nicht, suchen einen Ausweg, suchen diesen Ausweg zum wiederholten Male, ein ums andere Mal hat's schon nicht geklappt. "Zur Zeit erleben die Geckos gerade ein Comeback. Also, meine Herren, was ich sagen will: es könnte schlimmer sein, und zu jeder Wolke gehört ein Silberstreif am Horizont, meinen Sie nicht auch?" Vielleicht ist Herrn Boyle mit dieser kurzen Geschichte DIE Geschichte zum Klimawahnsinn gelungen. Das Lachen bleibt jedenfalls irgendwo stecken. Man verzeihe, dass man sich auf diese eine Story konzentriert hat, das gesamte Buch ist lesenswert, wenn auch - meiner bescheidenen Meinung nach - keine Geschichte an erwähnte heranreicht.

Skurril - böse - menschlich
von Mandurah aus Wunstorf am 22.01.2007
Bewertet: Einband: Taschenbuch

T.C. Boyle hat es in diesen 15 Kurzgeschichten einmal mehr geschafft, dem Leser den normalen alltäglichen Wahnsinn zu zeigen. Da gibt es den erfolgreichen Makler und Möchtegern-Großwildjäger, der auf einer künstlich angelegten Ranch mitten in den USA beim Abschuß eines altersschwachen Elefanten nicht nur sein Gesicht sondern... T.C. Boyle hat es in diesen 15 Kurzgeschichten einmal mehr geschafft, dem Leser den normalen alltäglichen Wahnsinn zu zeigen. Da gibt es den erfolgreichen Makler und Möchtegern-Großwildjäger, der auf einer künstlich angelegten Ranch mitten in den USA beim Abschuß eines altersschwachen Elefanten nicht nur sein Gesicht sondern auch sein Leben verliert… kopulierende Kröten, die ein Paar zur Nachahmung animieren…ein anders Paar, das seiner Sammelwut Herr zu werden versucht und dem zum Schluß bei der radikalen Aufräumaktion mal gerade das Hemd am Leibe bleibt… eine beinahe selbstzerstörerische und vor allem für den Geldbeutel verheerende Liaison mit einer allzu lebensfrohen Russin… zwei verfeindete Mafiosi, deren Krankheiten am Ende über ihren Willen einander zu töten siegen… einen Alten, der zwischen die Gewalten der Natur und seiner Frau gerät… einen Vater, dem bei einem Tag zur Drogenprävention in der Schule seiner Tochter nicht nur altes Schulwissen durch den Kopf geistert… einen vom Leben gelangweilten Werbetexter, der zum militanten Tierschützer wird… die Frage, was anderen und einem selbst im Angesichts des Todes durch den Kopf geht… eine absolut desolate Footballmannschaft mit unbedingtem Siegeswillen bis hin zur vermeintlich heroischen Selbstopferung… Katzen, die aufgrund einer unglücklichen Kettenreaktion an Fallschirmen vom Himmel fallen… den senilen Enkel eines großen Abenteurers und dessen unrühmliches Ende… durchgeknallte Beat-Typen … Fremdenfeindlichkeit sowie sexuelle Belästigung in luftiger Höhe – oder ist es doch Liebe? Sicherlich sind die Geschichten nicht jedermanns Sache, sie sind zum Teil sehr skurril, doch wie Boyle in zynischer Manier eine Figur nach der anderen am Leben scheitern läßt oder "nur" bloßstellt ist wirklich genial. Mal hat man Mitleid und möchte einschreiten, mal möchte man selbst noch einen draufsetzen.


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