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Poetik

Griechisch/Deutsch

Reclam Universal-Bibliothek 7828

(2)
Die Tragödie besteht nach Aristoteles aus den sechs qualitativen ElementenHandlung (Mythos), Charakter (Ethe), Sprache (Lexis), Schau (Opsis), Gedanke/ Absicht (Di noia) und Gesang (Melopoiia). Die Handlung besteht aus einerVerknüpfung von Begebenheiten zu einem einheitlichen Ganzen. Innerhalbdes Handlungsverlaufs des Dramas muss ein Wendepunkt, die Peripetie, eintreten.Dieser Umschlag vom Glück ins Unglück wird durch das Handeln des Protagonistenerzeugt, der ein tüchtiger, aber fehlbarer Charakter sein sollte und durchseinen Fehler, sei es Unwissenheit oder Hybris, dem Zuschauer ähnelt. Diefehlerhafte Handlungsweise des tragischen Helden zwingt diesen, schweresLeid zu ertragen und führt, oft verbunden mit einem Umschlag von Unkenntnisin Kenntnis, zur Katastrophe. Die Wirkung der Tragödie auf den Zuschauergründet sich auf die Erregung der physischen Affekte Jammer (eleos) undSchauder (phobos) mit dem Ziel der Katharsis, die als Erleichterung undBefreiung erlebt werden soll.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Manfred Fuhrmann
Seitenzahl 180
Erscheinungsdatum 1994
Sprache Deutsch, Griechisch
ISBN 978-3-15-007828-0
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 14,7/9,5/1,2 cm
Gewicht 97 g
Übersetzer Manfred Fuhrmann
Verkaufsrang 8.379
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Erste poetiktheoretische Abhandlung
von Zitronenblau am 23.05.2009

Mit diesem akroamatischen Fragment versucht Aristoteles eine Erschließung der Dichtkunst (wohlbemerkt: seiner Zeit). Strukturell durchleuchtet er den Begriff Poetik im Allgemeinen, führt fort mit der Tragödie und dem Epos/der Epik; Komödie (wohl auch Jambendichtung) ist uns nicht erhalten. Fragment ist "Poetik" (hat nichts mit Poesie zu tun) ergo erst... Mit diesem akroamatischen Fragment versucht Aristoteles eine Erschließung der Dichtkunst (wohlbemerkt: seiner Zeit). Strukturell durchleuchtet er den Begriff Poetik im Allgemeinen, führt fort mit der Tragödie und dem Epos/der Epik; Komödie (wohl auch Jambendichtung) ist uns nicht erhalten. Fragment ist "Poetik" (hat nichts mit Poesie zu tun) ergo erst geworden. Abgesehen von den Grundlagen der Dramatik (beispielsweise Einheit von Ort, Zeit u. Handlung), die bis heute richtungsweisend sind, transportiert A. die Kunst als (naive) Nachahmung - obgleich er die Möglichkeit einer "Liberalisierung" vorwegnimmt, indem er Nachahmung nicht eben nur notwendig, sondern auch als wahrscheinlich-möglich (Bruch mit dem platonischen Wahrheitsdogma) betrachtet. Genial aber einfach: Die Dichtkunst des Menschen ergibt sich aus dessen Natur, der ihm immanenten Musikalität (Rhythmus, Melodie, Sprache). Dennoch heute veraltet: Begriff der Ästhetik heute viel umfassender, Dramatik steht neben Lyrik und Epik und nicht darüber, Poetik ist nicht mehr vor allem Darstellungs- und Inszenierungskunst (in der Antike gab es ja auch keine "massentauglichen" Bücher), freie gitterlose Verse wurden erfunden (z.B. Hölderlin) etc. Standardliteratur, die jeder gelesen haben sollte, der sich mit Kunst, vor allem mit der Poetik als Sprach- und Spielkunst auseinandersetzen will.

Pflichtlektüre
von einer Kundin/einem Kunden am 04.05.2009

Dieses Buch ist Pflichtlektüre für alle Germanistikstudenten. Aristoteles ist verantwortlich für die Dramentheorie und andere Theorien, die im literaturgeschichtlichen Unterricht gelehrt werden.