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Gesprochenes Deutsch

Eine Einführung

Grundlagen der Germanistik 33

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„Man sollte heimlich mitstenographieren, was die Leute so reden ... man sollte wortwörtlich mitstenographieren – einhundertundachtzig Silben in der Minute – was die Leute so schwabbeln ... Das oberste Gesetz ist: der Gesprächspartner ist schwerhörig und etwas schwachsinnig – daher ist es gut, alles sechsmal zu sagen.“ (Kurt Tucholsky)
Gesprochene Äußerungen des Alltags erscheinen in der Tat oft chaotisch, banal, tautologisch und hinsichtlich ihrer Präzision und Eleganz der geschriebenen Sprache weit unterlegen. Bei näherem Hinsehen oder vielmehr Hinhören kann man aber erkennen, dass die genannten Eigenschaften durchaus ihre Funktionen haben.
In dieser Einführung werden alle Aspekte des gesprochenen Deutsch beleuchtet. Das Anfangskapitel behandelt mediale Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Rede und Schrift. Immer mit dem Blick auf das Wesentliche und immer anhand von Beispielen werden dann alle Organisationsebenen der gesprochenen Sprache beschrieben: Laute und Silben, besonders eingehend die Prosodie und syntaktische Formen, der Wortschatz, die Wortsemantik und, am Beispiel von Erzählungen, die Textebene. Ein kurzer Blick auf die nonverbale Kommunikation rundet diese Einführung ab. Ein ausführliches Literaturverzeichnis, ein Sach- und Namenregister helfen bei der weiteren Beschäftigung mit den Besonderheiten des gesprochenen Deutsch.
Portrait

Von Johannes Schwitalla

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 260
Erscheinungsdatum 18.11.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-503-12296-7
Verlag Schmidt, Erich Verlag
Maße (L/B/H) 21/14,4/2,2 cm
Gewicht 350 g
Auflage 4. neu bearbeitete und erweiterte Auflage
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Eine hervorragende Einführung
von Brigitte Ecker BA aus Wien am 11.12.2011

Die Bedeutung der gesprochenen Alltagssprache wurde lange Zeit unterschätzt. Ihre Bedeutung nimmt neuerdings auch in Zeitungen und in der Literatur zu, die lange Zeit der Schriftsprache vorbehalten waren. Berücksichtigt wurde auch die nonverbale Kommunikation. Für die neue Auflage wurden wieder neue Forschungsergebnisse einbezogen. - Transkriptionszeichen (in Anlehnung an das Gesprächsanalytische... Die Bedeutung der gesprochenen Alltagssprache wurde lange Zeit unterschätzt. Ihre Bedeutung nimmt neuerdings auch in Zeitungen und in der Literatur zu, die lange Zeit der Schriftsprache vorbehalten waren. Berücksichtigt wurde auch die nonverbale Kommunikation. Für die neue Auflage wurden wieder neue Forschungsergebnisse einbezogen. - Transkriptionszeichen (in Anlehnung an das Gesprächsanalytische Transkriptionssystem 2/GAT 2) - Einführung - Definition der 'gesprochenen Sprache' - Grundsätzliche Unterschiede zwischen gesprochener und geschriebener Sprache - Laute und Silben - Prosodie - Äußerungseinheiten - Syntaktische Kategorien - Lexik, Wortsemantik, Modalität - Formulierungsverfahren - Textformen - Lachen, Weinen, Seufzen und andere nicht-sprachliche Geräusche - Einführung in die nonverbale Kommunikation - Textsammlungen (gedruckt oder im Internet) - Sehr ausführliches Literaturverzeichnis - Ausführliches Sachregister - Autorenregister Der Schriftgrad und 'typ ist sehr angenehm zu lesen. Wichtiges ist fett gedruckt, unterstrichen bzw. kursiv. Dadurch wirkt der Text allerdings überladen. Eine Reduktion der Schriftformen um 1 ' 2 Varianten wäre wünschenswert. Für die Zielgruppe ist der Text verständlich, Studierenden ist die Lektüre allerdings erst nach dem Grundstudium bzw. der Studieneingangs- und 'orientierungsphase zu empfehlen. Es werden alle Aspekte bei einfachen Strukturen beginnend bis hin zu komplexen behandelt. Hingewiesen wird auch darauf, dass es neben der gesprochenen und geschriebenen Sprache auch die Gebärdensprache gibt und dass es keine scharfe Trennung zwischen der gesprochenen und geschriebenen Sprache gibt. Im Deutschen haben die gesprochene und geschriebene Sprache viele grundlegende Strukturen und Regeln gemeinsam, in der gesprochenen Sprache gibt es allerdings weniger Zeit zur Planung des Textes, die Sprache ist einfacher, weniger normiert und die Variabilität ist höher. Neu für mich war der Hinweis auf die 'hyperkorrekte Sprache' unter sozialen AufsteigerInnen, die von den normgerecht Sprechenden verspottet und als Mittel für die Ausgrenzung des betroffenen Personenkreises dient. Anmerkung zum Konjunktiv In Österreich wird der Konjunktiv auch in der gesprochenen Sprache wesentlich häufiger verwendet (in Wien ca. 5 Formen für 'ich täte') als in Deutschland, wo er auch in der geschriebenen Sprache (etwa in der Korrespondenz) unerwünscht ist und Monika Hoffmann beschrieb in ihrem Buch 'Überqualifiziert' (Bw-Verlag 2003) einen Aussiedler aus Russland, der dadurch auffiel, dass er die Konjunktive richtig setzt. Zielgruppe sind in erster Linie Studierende der Germanistik, aber auch fertige GermanistInnen inkl. der Spezialisierung Deutsch als Fremdsprache, Studierende und AbsolventInnen der Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Psychologie, Soziologie, Ethnographie, Medienwissenschaften, Politologie und Geschichte (Oral History). Für Studierende ist der Band allerdings erst ab dem Hauptstudium des Bachelor-, Diplom- und Magisterstudiums geeignet, da der Stoff der Einführungsveranstaltungen der Germanistik, vor allem der germanistischen Sprachwissenschaft, erforderlich ist. Für Studierende des Grundstudiums bzw. der Studieneingangs- und 'orientierungsphase ist er wegen mangelnder Vorkenntnisse zu schwierig. Positiv hervorzuheben sind die Zusammenfassungen im Text. Der Band erfüllt daher seinen Zweck voll und ganz. Die Qualität des Bandes sieht man schon daran, dass er innerhalb von 14 Jahren zum 4. Mal neu aufgelegt wurde. Der Band bietet auch Anregungen für Studierende und AbsolventInnen anderer philologischer Fächern. Der Band ist daher für den am Themenkreis interessierten Personenkreis mit Grundkenntnissen der germanistischen Sprachwissenschaft unbedingt zu empfehlen. ( Mögliche Einführung Karl Dieter Bünting, Einführung in die Linguistik)