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Julius Cäsar

Zweisprachige Ausgabe


Deutsch von Frank Günther

Mit einem Essay von Kurt Tetzeli von Rosador


Um 1599 entstanden, ist "Julius Cäsar" Shakespeares erstes Römerdrama und führt die Reihe der großen Tragödien an. Die Krise der römischen Republik, von der Ermordung Cäsars bis zur Schlacht bei Philippi ein heroischer Stoff. Bei Shakespeare wird der Imperator zum Menschen mit Schwächen, der Böses ahnt und, wie sich später zeigt zu Recht, allen mißtraut. Der Titelheld stirbt, der Verräter Brutus avanciert zur zunehmend tragischen Hauptfigur im Konflikt zwischen persönlicher Bindung und politischer Verantwortung. Das Stück gipfelt in der berühmten Leichenrede des Antonius. Diese Neuübersetzung zeigt meisterhaft, daß die Faszination der Shakespeareschen Sprachgewalt auch im Deutschen erhalten bleiben kann.

Portrait
»William Shakespeare, getauft 23.4.1564 in Stratford-upon-Avon, gest. 23.4.1616 ebenda. Dramatiker Lyriker. Erziehung an der Lateinschule Stratford, seit Ende der 80er Jahre Schauspieler, um 1585 Übersiedlung nach London, wo er als Regisseur, Dramaturg und Bühnenschriftsteller blieb. 1592 erste Erwähnung als erfolgreicher Dramatiker und Schauspieler, Anschluss an Lord Chamberlain´s Company, von 1597 an Mitinhaber des Globe-Theaters. Um 1610 Rückkehr nach Stratford als angesehener, begüterter Mann. Die erste maßgebliche Gesamtausgabe von Shakespeares Werken ist die Folio-Ausgabe von 1623.« Zitiert aus dem Theaterlexikon
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Frank Günther
Seitenzahl 318
Erscheinungsdatum 01.09.1998
Sprache Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-423-12490-4
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19/12/2,7 cm
Gewicht 271 g
Übersetzer Frank Günther
Buch (Taschenbuch)
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15,40
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Auf dem Karussell
von Polar aus Aachen am 14.09.2007

Am Ende schlachten sie den Despoten ab. Den Eroberer, der von sich selbst behauptet: Er käme, sehe, siege. Das Ende seiner Tage bricht förmlich über ihn herein. Shakespeare zeigt, wie einsam es einen machen kann, den Gipfel zu erreichen. Wie man auf der Hut sein muß, seine Vertrauten nicht zu verlieren. Wie jemand, der um seine ... Am Ende schlachten sie den Despoten ab. Den Eroberer, der von sich selbst behauptet: Er käme, sehe, siege. Das Ende seiner Tage bricht förmlich über ihn herein. Shakespeare zeigt, wie einsam es einen machen kann, den Gipfel zu erreichen. Wie man auf der Hut sein muß, seine Vertrauten nicht zu verlieren. Wie jemand, der um seine Schwächen weiß, sich ins Mißtrauen flüchtet, nicht länger seiner Intuition vertraut, sich zum Diktator ausrufen läßt. Indem er die Senatoren gegen sich aufbringt, verliert er die Basis seiner Macht. Er verkennt die Situation, glaubt sich unangreifbar, und doch ist die Rede auf seinen Tod längst in den meisten Köpfen verfaßt. Antonius hält sie aus einem kalten Herzen heraus. Der einst Angehimmelte liegt den Mördern zu Füßen, nachdem sie seiner nicht benötigen. So geht das Erringen und Verlieren von Macht im ewigen Kreislauf weiter, auf den die einen aufspringen, von dem die anderen von der Sonne verbrannt abfallen. Mag es an der konkreten historischen Gestalt Julius Cäsars liegen, in Richard III, in Macbeth erscheint das Ränkespiel der Macht, das Shakespeare entwirft, grausamer, unausweichlicher, in der Zeichnung der Mitwirkenden poetischer zu sein als in diesem Stück. Trotzdem besticht es durch die Gewalt seiner Sprache und reizt das Theater immer wieder aus Neue, seine Geschichte zu bebildern.