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Ungeduld des Herzens

Roman

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Der Biograph, der Erzähler, der Menschenschilderer Stefan Zweig hat nur einen einzigen Roman geschrieben. Er greift darin die Thematik des Mitleids auf, deren falsche Form den jungen Leutnant Anton Hofmiller in einen Konflikt bringt. Edith von Kekesfalva, ein siebzehnjähriges gelähmtes Mädchen verliebt sich in ihn, ohne daß er ihr Gefühl erwidern kann. Doch ihre Zuneigung schmeichelt ihm. Der Arzt des Mädchens, dem deutlich wird, daß nur »das schwachmütige und sentimentale Mitleid, das eigentlich nur Ungeduld des Herzens ist«, den Leutnant bewegt, fordert seinerseits nun von ihm das »andere, das einzig zählt – das schöpferische Mitleid, das weiß, was es will und entschlossen ist, alles durchzustehen bis zum Letzten«. Anton Hofmiller glaubt formal und äußerlich der Verlobung zu genügen, ist aber unfähig, Edith auch nur einen einzigen Schritt wirklich entgegenzugehen, ja er streitet seinen Kameraden gegenüber sogar diese Verbindung ab. Sein Schuldbewußtsein erwacht sofort, aber erst allmählich wird er bereit, Verantwortung zu tragen. Doch unglückliche Umstände lassen Edith erfahren, daß er sie verleugnet hat – da stürzt sie sich vom Turm. Anton Hofmiller lebt von nun an in dem Bewußtsein, daß »keine Schuld vergessen ist, solange noch das Gewissen um sie weiß«.
Portrait
Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren. Noch während des Studiums veröffentlichte er 1901 seinen ersten Gedichtband. Nach der Promotion unternahm er Reisen durch nahezu die ganze Welt. Zum Militärdienst untauglich, arbeitete er im Kriegsarchiv, bis er als Kriegsgegner 1917 nach Zürich gehen konnte. Von 1919 bis 1934 lebte er zumeist in Salzburg. Seit 1935 zog er sich gelegentlich nach London zurück, wohin er 1938 emigrierte. Zunehmend ruheloser, ging er 1940 für einige Monate nach New York und übersiedelte im August 1941 nach Brasilien. Seine Autobiographie ›Die Welt von Gestern‹ und die ›Schachnovelle‹ vollendete er noch, die Biographie Balzacs blieb Fragment, als er am 23. Februar 1942 zusammen mit seiner Frau »aus freiem Willen und mit klaren Sinnen« aus dem Leben schied.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 464
Erscheinungsdatum 20.09.1988
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-21679-6
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,2/12/2,8 cm
Gewicht 328 g
Auflage 35
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Ein literarischer Hochgenuss
von Susanne Zimmer aus St. Pölten am 20.08.2009

Den großen Stefan Zweig zu rezensieren ist, wie Eulen nach Athen zu tragen: Worte zu finden über den Meister aller Worte, eine Schwierigkeit. Die sprachliche Besonderheit in den Werken des Schriftstellers ist unvergleichlich, der Status als Klassiker in der deutschen Literatur unbestreitbar. Der einzige abgeschlossene Roman Zweigs behandelt die großen... Den großen Stefan Zweig zu rezensieren ist, wie Eulen nach Athen zu tragen: Worte zu finden über den Meister aller Worte, eine Schwierigkeit. Die sprachliche Besonderheit in den Werken des Schriftstellers ist unvergleichlich, der Status als Klassiker in der deutschen Literatur unbestreitbar. Der einzige abgeschlossene Roman Zweigs behandelt die großen Themen Liebe, Mitleid und Hoffnung. Schmerzlich fürs Herz, genüsslich für das literarische Empfinden!