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Der Untergeher


Der Erzähler in dem zuerst 1983 publizierten Werk wohnt in Madrid und schreibt eine Arbeit über den kanadischen Pianisten Glenn Gould, »den wichtigsten Klaviervirtuosen des Jahrhunderts«, der, auf dem Gipfel seiner Kunst, aufhörte zu spielen. In Madrid erreicht den Erzähler ein Telegramm, das das Begräbnis seines Freundes Wertheimer anzeigt, der sich umgebracht hat. Die drei hatten sich in Salzburg bei einem Musikkurs von Horowitz kennengelernt. Bald stellte sich heraus: Glenn Gould war das größte Genie. Unter dem Eindruck der Übermacht dieses Genies wurde der Erzähler zu einem »Weltanschauungskünstler«, zum Kritiker seiner Zeit und besonders zum Kritiker Österreichs, Wertheimer dagegen stürzte in eine unumkehrbare Existenzdepression. Je mehr der Erzähler an seinen »Versuch über Glenn« dachte, um so deutlicher wurde ihm, daß es ihm eigentlich darum zu tun war, sich Klarheit über Wertheimer, den »Untergeher«, wie Glenn Gould schon früh zu ihm gesagt hatte, zu verschaffen.

Portrait
Bernhard, Thomas
Thomas Bernhard, 1931 in Heerlen (Niederlande) geboren, starb im Februar 1989 in Gmunden (Oberösterreich). Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern und wurde unter anderem 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1972 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Der Suhrkamp Verlag publiziert eine Werkausgabe in 22 Bänden.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 242
Erscheinungsdatum 22.02.1988
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-37997-4
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,7/11,8/1,6 cm
Gewicht 158 g
Auflage 17. Auflage
Verkaufsrang 14315
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Bernhards „Musikalisches Opfer“

Manuela Tesak, Thalia-Buchhandlung Wien

Es ist kein Buch über Glenn Gould, auch wenn es ein Buch über Glenn Gould ist. Es ist Bernhards „Musikalisches Opfer“, wo „Auslöschung“ seine „Kunst der Fuge“ ist. Bernhard seziert das Scheitern des Pianisten Wertheimer am Ausnahmegenie Glenn Gould – Gould und Bernhard: Sie hätten einander nichts zu sagen gewusst in ihrer jeweiligen Grandiosität, und so kommuniziert Bernhard über Wertheimer, der – naturgemäß – zugrunde geht in der unfreiwilligen Selbstaufgabe als Medium der beiden Egomanen.

Kundenbewertungen

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ein Übertreibungskünstler
von Patricia G. aus Prinzersdorf am 22.11.2009

Wir erleben Thomas Bernhard wieder mal gnadenlos, gegen sich und gegenüber anderen, aber auch ehrlich, manchmal übertrieben ehrlich. Wer Bernhard kennt, der weiss auch wie wichtig ihm die Übertreibung ist. Es gibt schon Gründe warum man Bernhard lesen sollte. Wenn man genau wissen will welche, sollte man "der Untergeher" lesen.

Warum untergegangen?
von Zitronenblau am 03.11.2009

Im 1982 erschienenen Roman "Der Untergeher" lässt Bernhard den Ich-Erzähler erinnern, berichten über den ominösen und plötzlichen Suizid seines langjährigen "Freundes" Wertheimer. Er, Wertheimer und der berühmte Klaviervirtuose Glenn Gould (weicht etwas vom realen Glenn Gould ab) haben zusammen bei Horowitz studiert, doch Glenn ... Im 1982 erschienenen Roman "Der Untergeher" lässt Bernhard den Ich-Erzähler erinnern, berichten über den ominösen und plötzlichen Suizid seines langjährigen "Freundes" Wertheimer. Er, Wertheimer und der berühmte Klaviervirtuose Glenn Gould (weicht etwas vom realen Glenn Gould ab) haben zusammen bei Horowitz studiert, doch Glenn war in der Perfektionierung der Goldbergvariationen und der Kunst der Fuge (Bach) das unangefochtene Genie ("glenngenial"), was die beiden anderen dazu bewog, aufzugeben. Nach dem Schlaganfall Goulds brachte sich Wertheimer um und der Ich-Erzähler webt ein Netz aus Gedanken und Erinnerungen, um disem Suizid auf die Spur zu kommen. Wertheimers Wesen wird als "Untergeher" beschrieben, also jemand, der untergeht bzw. dem Untergang entgegen geht. Dieser hat sich vor dem Haus seiner Schwester umgebracht, was darauf hindeuten kann, dass er diese womöglich mit-verantwortlich macht in Bezug auf sein Untergehen. Der Ich-Erzähler reflektiert aber auch Gould (und dessen Erfolg) sowie sich, um nicht nur Wertheimers Entwicklung, sondern auch die seinige und die des Virtuosen zu skizzieren. Erschreckend ist die eine Unterhaltung, an die er sich erinnert, in der herauskommt, dass Wertheimer kurz nach seinem Ableben verhasste Leute zu sich geladen, unentwegt Bach gespielt und die Gäste damit fast wahnsinnig gemacht hat. Der Mann ist sowas von an sich gescheitert, offenbar hat er den Verstand verloren und sich in den Tod gestürzt. Interessanter Roman, aber auch nicht das Beste von Bernhard - erinnert mich an "Korrektur".