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So zärtlich war Suleyken

Masurische Geschichten

(2)
Es war einmal ein zärtliches Dörfchen, Suleyken genannt, gelegen irgendwo und nirgendwo in Masuren, zu erreichen - wie allerorten bekannt und in diesen Geschichten nachzulesen - mit einer Kleinbahn namens Popp, bequemer jedoch mit der Phantasie. Erstere überdies, einst befeuert von einem hochmütigen Menschen namens Dziobek, fährt mancher Widrigkeiten wegen längst nicht mehr die Strecke von Suleyken über Schissomir, Sybba, Borsch, Sunowken nach Strie-geldorf und zurück. Letztere aber floriert - wie jedermann weiß und hier neuerlich erfahren kann - fröhlich allen Zeitläuften zum Trotz. So erleben wir denn nicht nur große Ereignisse und den Titus Anatol Plock, Besitzer einer neuen Hose und achter Sohn der verwitweten Jadwiga Plock, sondern auch das Duell in kurzem Schafspelz und den Adolf Abromeit. Und wir begegnen nicht nur dem Hamilkar Schaß, weiland Held der Kulkaker Füsiliere, dem Tantchen Arafa, der fest-lichen Einweihung besagter Kleinbahn und dem Briefträger Hugo Zappka, sondern auch dem souveränen Humor eines geistvollen Erzählers, dessen Geschichten eine »aufgeräumte Huldigung« an seine Heimat Masuren sind.
Portrait
Siegfried Lenz ist 1926 in Lyck geboren und wuchs in Masuren auf, dem Schauplatz der Erzählungen des Bandes ›So zärtlich war Suleyken‹. Nach dem Studium der Philosophie, Literaturgeschichte und Anglistik wurde er Feuilletonredakteur einer großen Tageszeitung. Seit 1951 lebte Siegried Lenz als freier Schriftsteller in Hamburg, wo er 2014 im Alter von 88 Jahren starb. Für sein Schaffen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (1998), dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main (1999), dem Jean-Paul-Literaturpreis, Bayern, und der Goethe-Medaille in Gold (2002).
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 128
Erscheinungsdatum 01.08.1983
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-596-20312-3
Verlag Fischer Taschenbuch Verlag
Maße (L/B/H) 19,3/12,1/1,2 cm
Gewicht 143 g
Auflage 60
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von einer Kundin/einem Kunden am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

"So zärtlich..." liest sich wie eine Mischung aus Biographie und literarischem Reisebericht. Warmherzig, romantisch fast und von hoher literarischer Qualität.

Hommage an Eigenarten der Ostpreußen
von Katharina Kalus aus Lünen am 04.10.2004

Obwohl, oder vielleicht gerade weil es Suleyken nicht gibt, treffen die Begebenheiten auf viele Orte in Masuren zu. Unheimlich lustig und liebevoll geschrieben, mit dem Quentchen von ostpreußischem Humor, der ja bekanntlich nicht ganz einfach ist. Für "Nichteingeweihte" etwas schwierig zu lesen, da Lenz auch typische Wörter verwendet, aber... Obwohl, oder vielleicht gerade weil es Suleyken nicht gibt, treffen die Begebenheiten auf viele Orte in Masuren zu. Unheimlich lustig und liebevoll geschrieben, mit dem Quentchen von ostpreußischem Humor, der ja bekanntlich nicht ganz einfach ist. Für "Nichteingeweihte" etwas schwierig zu lesen, da Lenz auch typische Wörter verwendet, aber trotzdem gut verständlich. Grüße an alle Marijellchen und Lorbasse!