Meerjungfrauen

Geschichten einer unmöglichen Liebe

Andreas Krass

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Beschreibung

Die Literaturgeschichte der Meerjungfrauen reicht von den Sirenen der Antike über die Melusinen des Mittelalters bis zu den Undinen der Romantik und darüber hinaus. Sie schließt auch die Nymphen der Donau, des Rheins und der Saale mit ein. Im Laufe der Zeit wechseln die Meerjungfrauen Gestalt und Bedeutung: als Vogelfrauen sind sie Verderberinnen, als Schlangenfrauen Gebärerinnen, als Nymphen mit oder ohne Fischschwanz Verführerinnen. Ihre Geschichten erzählen von der Unmöglichkeit der Liebe, aber immer auch von den Möglichkeiten der Dichtung. Ein poetischer Streifzug in sieben Kapiteln zu Texten von Homer und Heine, Fouqué und Fontane, Goethe und Grillparzer, Brentano und Bachmann, Thüring und Tieck, Vulpius und Wilde, Hans Christian Andersen und vielen anderen.

Andreas Kraß, geb. 1963, lehrt nach einer Professur für Ältere Deutsche Literatur an der Goethe-Universität Frankfurt am Main seit 2012 Ältere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Literatur des hohen Mittelalters an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im S. Fischer Verlag ist zuletzt von ihm erschienen >Meerjungfrauen. Geschichten einer unmöglichen Liebe< (2010) sowie im Fischer Taschenbuch Verlag der gemeinsam mit Thomas Frank herausgegebene Band >Tinte und Blut. Politik, Erotik und Poetik des Martyriums< (2008).

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 480 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 17.08.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783104007076
Verlag Fischer E-Books
Dateigröße 3221 KB

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Schaumgeflüster
von Michael Lehmann-Pape am 21.06.2010
Bewertet: Buch (gebundene Ausgabe)

Odysseus wollte Ihren Gesang hören. Um die Gefahren wissend, die einem Mann begegnen beim betörenden Gesang der Meerjungfrauen, ließ er sich an den Mast seines Bootes fesseln. Seine Männer hieß er, sich die Ohren mit Wachs zu verstopfen. So gerüstet erlebte er die unstillbare Leidenschaft und Sehnsucht, die der Gesang der Sirene... Odysseus wollte Ihren Gesang hören. Um die Gefahren wissend, die einem Mann begegnen beim betörenden Gesang der Meerjungfrauen, ließ er sich an den Mast seines Bootes fesseln. Seine Männer hieß er, sich die Ohren mit Wachs zu verstopfen. So gerüstet erlebte er die unstillbare Leidenschaft und Sehnsucht, die der Gesang der Sirenen in ihm (und in jedem Mann, der den Gesang zu hören bekommen hätte) auslöste. Meerjungfrauen, halb Frau, halb Fisch, auf dem Schaum der Wellen reitend, das Meer verlassend, um auf dem Land die Liebe zu suchen oder der Liebe zu folgen, Geschichten über diese Geschöpfe finden sich, seitdem Menschen Geschichten erzählen bis hin zur jüngsten Gegenwart der Hollywood Blockbuster. Andreas Kraß wendet sich mit wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit und Tiefe einer Vielzahl bekannter und eher unbekannter Geschichten von und über Meerjungfrauen zu. Seine literarische Untersuchung zeigt bereits auf den ersten Blick die verblüffende Breite und Tiefe der Erzählungen von und über Meerjungfrauen in der Literatur. Ein Thema, dass von den Sirenen Homers über die Melusinen des Mittelalters hin zu den Nymphen der mitteleuropäischen Flusssagen reicht. In Form von Vogelfrauen, Schlangenfrauen und anderen Verführerinnen wird das Thema immer wieder neu und anders interpretiert in der Literatur aufgenommen und weiter verfolgt. Akribisch folgt und betrachtet Andreas Kraß, thematisch geordnet, diese Vielzahl literarischer Texte und ihr dahinter liegendes Anliegen. Ideale werden literarisch nahe gebracht, Ideale der hehren und der verführenden, der tugendhaften und der täuschenden Liebe, letztlich aber steht im Mittelpunkt der Geschichten von Meerjungfrauen und ihrer Variationen immer das Thema einer unmöglichen Liebe. Tragisch verlaufende Geschichten sind es, die dennoch Leidenschaft, Sehnsüchte, Wünsche der Liebe transportieren und ebenso die Täuschungen, Intrigen und Verführungen thematisieren.. Trotz des hohen wissenschaftlichen Anspruches und der fundierten Betrachtung des Thema versteht es Andreas Kraß, sprachlich zu fesseln und den Leser mit auf seine Reise durch die Jahrhunderte und die Gattungen der Legenden, Romane und Opern mit zu nehmen. Andreas Kraß legt eine gelungene und höchst informative Literaturuntersuchung vor, die einen umfassenden und gut lesbaren Blick auf „das Weibliche“ und die Veränderungen und Entwicklungen der Betrachtung der Frau durch die Fantasie der Männer in den geschichtlichen Entwicklungen offenlegt. Empfehlenswert!


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