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Dialektik der Aufklärung

Philosophische Fragmente

(1)

Die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfasste »Dialektik der Aufklärung« ist der wichtigste Text der Kritischen Theorie und zugleich eines der klassischen Werke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Philosophische Kritik, Auseinandersetzung mit dem Faschismus und die Resultate langjähriger empirischer Untersuchungen in den USA verschmelzen hier zu einer Theorie der modernen Massenkultur. »Aufklärung« als Herrschaft der Vernunft, als Unterwerfung der Natur und die menschlichen Zwecke wird über sich selbst aufgeklärt.

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk beider Autoren, exklusiv verfasst von der Zeitschrift für Literatur TEXT+KRITIK.

Portrait
Max Horkheimer, geboren 1895 in Zuffenhausen/Stuttgart, wurde 1930 Ordinarius der Sozialphilosophie und Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main. 1933 emigrierte er und errichtete Zweigstellen des Instituts zunächst in Genf, später in Paris, schließlich an der Columbia-Universität in New York. Nach Frankfurt zurückgekehrt, etablierte Horkheimer im Jahre 1950 das Institut für Sozialforschung neu. 1951 bis 1952 war er Rektor der Frankfurter Universität. Er starb 1973. Seine Gesammelten Werke sind im S. Fischer Verlag erschienen.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 288 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 30.06.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783104002149
Verlag Fischer E-Books
Dateigröße 866 KB
eBook
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Welch bitt'rer Kulturpessimismus!
von Zitronenblau am 17.05.2012
Bewertet: Taschenbuch

Horkheimers und Adornos "Dialektik der Aufklärung" ist eines der Hauptwerke der Kritischen Theorie von 1944. Sie ist gewissermaßen eklektizistisches Erbe Hegelscher, Marxscher wie Freudscher Implikationen. Und im Wesentlichen ist sie: Kritik an der Aufklärung als Bewegung hin zur Freiheit, denn liegt ihr je schon ihre eigene destruktive Kraft inne,... Horkheimers und Adornos "Dialektik der Aufklärung" ist eines der Hauptwerke der Kritischen Theorie von 1944. Sie ist gewissermaßen eklektizistisches Erbe Hegelscher, Marxscher wie Freudscher Implikationen. Und im Wesentlichen ist sie: Kritik an der Aufklärung als Bewegung hin zur Freiheit, denn liegt ihr je schon ihre eigene destruktive Kraft inne, "daß [nämlich] der Begriff dieses [aufklärenden] Denkens, nicht weniger als die konkreten historischen Formen, die Institutionen der Gesellschaft, in die es verflochten ist, schon den Keim zu jenem Rückschritt enthalten, der heute überall sich ereignet." (Mit Verlaub, die Syntax dieses Zitates ist auch im Buche so unverständlich in der Beugung des Verbes "enthalten".) Kernthesen der beiden Philosophen sind: dass schon der Mythos Aufklärung sei, und: Aufklärung in Mythologie zurückschlage. Wie ist das gemeint? Nun, die Autoren versuchen darzulegen, dass Aufklärung ursprünglich schon eine Befreiung vom mythischen (im Grunde eben auch mystischen) Denken darstelle, mit der Antike der Logos und damit Aufklärung begann, dass aber im Laufe der Geschichte nicht etwa die Logik per se obsiegt vermittels derer Erkenntnis infolge eines (neuzeitlich-positivistischen) "Tatsachensinns" ("die Zahl wurde zum Kanon der Aufklärung") gewonnen wird, sondern dass "Macht und Erkenntnis [...] synonym [sind]". Oder: "Die Aufklärung verhält sich zu den Dingen wie der Diktator zu den Menschen." Statt eines mythischen Mit in der Natur kam es zu einem Für-mich oder Für-uns aus dem Mythos zum Zwecke. Verfügung aber, d.h. Herrschaft über die Dinge führe - und damit würde die zweite These zu untermauern sein - zur Herrschaft durch Strukturen, spätestens im Kapitalismus, die den Menschen wieder dahinein zurückwirft, woraus er sich selbst durch Ratio zu erheben suchte: in ein mythisches Dasein, das niemals aufgeklärt war, sondern nur Aufklärung begrifflich sinnentfremdet NUTZTE, um die Interessen der bloß INSTRUMENTELLEN Rationalität zu erfüllen (man lese Habermas "Erkenntnis und Interesse"). Schließlich hat sich mit der Aufklärung als Betrug der Massen (besser: an die) zwar ein Wissen entfaltet, dass zumindest einen technischen Fortschritt im Einzelnen ermöglichte, zugleich aber den ureigentümlichen Anspruch auf "Freiheit" nicht gerecht wird. Die beiden Autoren reihen zur Zementierung ihrer Thesen eine Reihe von Aufsätzen ein: "Odysseus und der Mythos und Aufklärung", "Juliette oder Aufklärung und Moral", "Kulturindustrie, Aufklärung als Massenbetrug", "Elemente des Antisemitismus. Grenzen der Aufklärung." Natürlich wissen wir, dass die Kritik, die dem Abgesang auf die Aufklärung innewohnt im Wesentlichen nachvollziehbar ist. Für mich jedoch wirkt die Kritik zugleich aber auch engstirnig. Z.T. sind die Behauptungen und Urteile barsch und an den Haaren herbeigezogen, ich denke an die Stelle, bei der betriebswirtschaftlicher Wettbewerb als Schein deklariert wird - Blödsinn. Kritische Theorie ist Philosophie und vermag en detail zu spekulativen bis hin zu einfach vollkommen falschen Aussagen führen. Da sie entgegen der positivistischen Methode normativen Anspruch erheben will, solle sie versuchen, im Gegensatz zu den in praxi umgesetzten (wenn auch zweckrationalen) Erkenntnissen aus der Wissenschaft, ihre eigenen Erkenntnisse in praxi umzusetzen, um nicht eben nur Kritik, sondern Wirkung zu zeugen und zu zeigen - nämlich den Menschen einen "richtigen" Begriff von Aufklärung zu vermitteln, oder - sogar - einen Weg aus der instrumentellen Vernunft zu finden!