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Schweinsgalopp & Fliegende Fetzen / Scheibenwelt Bd.20&21

Zwei Scheibenwelt-Romane in einem Band

Scheibenwelt 20-21

„Schweinsgalopp“: Als der Schneevater eines Winters verschollen bleibt, muss Gevatter TOD einspringen. Das fröhliche „Ho-ho-ho“ bringt er bald ganz gut heraus, doch eine endgültige Lösung ist das nicht. TOD hat schließlich auch noch etwas anderes zu tun …

„Fliegende Fetzen“: Ein neues Land taucht auf im Runden Meer der Scheibenwelt. Die Bewohner von Ankh-Morpork sind der Meinung, dass die Insel ihnen gehört, doch das glauben auch die Bewohner von Klatsch, und schon fliegen die Fetzen …

Portrait
Terry Pratchett, geboren 1948, war einer einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Seine mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Romane werden weltweit von Millionen Lesern geliebt, seine Werke sind in 38 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die Literatur wurde ihm die Ritterwürde verliehen. Terry Pratchett starb im März 2015.
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  • Alles beginnt irgendwo, obwohl viele Physiker anderer Meinung sind.
    Die Leute haben immer gewußt, daß die Anfänge der Dinge problematisch sind. So fragen sie sich zum Beispiel, wie der Fahrer des Schneepflugs zur Arbeit kommt oder wo die Autoren von Wörterbüchern die richtige Schreibweise von Wörtern nachschlagen. Dennoch ist der Wunsch allgegenwärtig, in den ausgefransten, verhedderten und verknoteten Netzen der Raum-Zeit einen Punkt zu finden, auf den man deuten und sagen kann, daß hier, genau hier alles begann...
    Etwas begann, als die Assassinengilde Herrn Kaffeetrinken aufnahm, der die Dinge anders sah als die meisten Leute: Er sah in den meisten Leuten Dinge. (Später meinte Lord Witwenmacher, Präsident der Gilde: »Wir hatten Mitleid mit ihm, weil er schon früh Vater und Mutter verloren hat. Im nachhinein betrachtet, wäre es vermutlich besser gewesen, genauer über diesen Punkt nachzudenken.«)
    Viel früher vergaßen die Leute, daß es in den ältesten aller Geschichten früher oder später um Blut geht. Später nahmen sie das Blut heraus, weil sie glaubten, dadurch wären die Geschichten besser für Kinder geeignet - beziehungsweise für die Leute, die sie Kindern vorlasen (Kinder haben nichts gegen Blut, wenn es von den Verdienstvollen* vergossen wird). Anschließend fragten sie sich, was aus den Geschichten wurde.
    Noch früher hockte etwas in der Finsternis tiefer Höhlen und dunkler Wälder und dachte: Was sind das für Geschöpfe? Ich werde sie beobachten...
    Und noch viel, viel früher formte sich die Scheibenwelt. Sie ruht auf dem Rücken von vier Elefanten, die ihrerseits auf dem Panzer der Sternenschildkröte Groß-A'Tuin stehen.
    Während sie sich dreht, ergeht es ihr vielleicht wie einem Blinden, der durch ein Haus voller Spinnweben irrt. Möglicherweise verfängt sie sich immer wieder in hochspezialisierten Raum-Zeit-Fäden, die versuchen, in jeder historischen Struktur, mit der sie in Kontakt geraten, Wurzeln zu schlagen - um die betreffende Geschichte zu dehnen und zu verzerren, ihr eine ganz neue Form zu geben.
    Aber vielleicht stimmt das alles nicht. Der bekannte Philosoph Didaktylos hat eine alternative Hypothese formuliert: »Dinge passieren einfach, und damit hat es sich.«

    Die ältesten und ranghöchsten Zauberer der Unsichtbaren Universität blickten zur Tür.
    Wer auch immer sie verriegelt hatte: Es konnte kein Zweifel daran bestehen, daß sie geschlossen bleiben sollte. Dutzende von Bolzen verbanden sie mit dem Türrahmen. Mehrere Bretter waren quer darauf genagelt. Und bis zu diesem Morgen hatte sie sich hinter einem Bücherschrank verborgen.
    »Und dann das Schild, Ridcully«, sagte der Dekan. »Du hast es doch gelesen, oder? Das Schild mit der Aufschrift: >Diese Tür darf auf keinen Fall geöffnet werden»Natürlich habe ich es gelesen«, erwiderte der Erzkanzler. »Warum möchte ich die Tür wohl öffnen?«
    »Äh... warum?« fragte der Dozent für neue Runen.
    »Um herauszufinden, warum sie geschlossen bleiben soll.«*
    Ridcully winkte Modo zu. Der Zwerg kümmerte sich um den Garten der Universität und erledigte auch andere Arbeiten, fungierte als »Mädchen für alles«. Diesmal hielt er eine Brechstange.
    »Also los, Junge.«
    Modo salutierte. »Zu Befehl, Herr.«
    Während Holz knirschte, fuhr Ridcully fort: »Auf den Bauplänen habe ich gesehen, daß dies hier einst ein Badezimmer gewesen ist. Vor Badezimmern braucht man sich nicht zu fürchten, um Himmels willen. Ich möchte ein Badezimmer. Ich hab's satt, mit euch anderen herumzuplanschen. Das ist unhygienisch. Da kann man sich was holen. Mein Vater hat mich darauf hingewiesen. Wenn viele Leute zusammen baden, macht der Warzengnom mit einem kleinen Beutel die Runde.«
    »Könnte man ihn mit der Zahnfee vergleichen?« fragte der Dekan voller Sarkasmus.
    »Ich bin hier der Boß und verlange ein eigenes Badezimmer«, sagte Ridcully mit Nachdruck. »Damit dürfte wohl alles geklärt sein. Ich will ein eigenes Bad, und zwar rechtzeitig bis Silvester, kapiert?«
    Das ist eine der Schwierigkeiten mit den Anfängen. Wenn man es mit okkulten Sphären zu tun hat, in denen die Zeit große Freiheit genießt, bekommt man die Wirkung manchmal vor der Ursache.
    Irgendwo am Rand des akustischen Horizonts erklang ein leises Klingelingelingelingeling, wie von kleinen Silberglocken.

    Etwa zur selben Zeit, als der Erzkanzler ein eigenes Bad forderte, saß Susanne Sto-Helit im Bett und las im Schein einer Kerze.
    Der Frost malte Eisblumen ans Fenster.
    Sie mochte den frühen Abend sehr. Wenn sie die Kinder zu Bett gebracht hatte, gab es praktisch nichts mehr zu tun. Frau Gamasche vermied es tunlichst, ihr Anweisungen zu erteilen, obgleich sie ihr Lohn zahlte.
    Was natürlich nicht bedeutete, daß der Lohn eine große Rolle spielte. Es kam Susanne in erster Linie darauf an, sie selbst zu sein und eine richtige Arbeit zu haben. Und die Pflichten einer Gouvernante waren richtige Arbeit. Ein wenig knifflig wurde es, als ihre Arbeitgeberin feststellte, daß sich eine Herzogin in ihren Diensten befand. In Frau Gamasches ganz privatem Buch der Regeln (eher eine Broschüre, der Text in ziemlich großer Handschrift) hieß es, daß die vornehmen Leute nicht arbeiteten, sondern auf sehr würdevolle Art faulenzten. Susanne hatte sie mehrmals aufgefordert, nicht vor ihr zu knicksen.
    Ein kurzes Flackern ließ sie ihren Kopf drehen.
    Die Kerzenflamme brannte jetzt horizontal, zitterte wie in starkem Wind.
    Susanne hob den Kopf. Die Gardinen wölbten sich fort vom Fenster, das.
    ... mit lautem Klappern aufsprang.
    Doch es wehte kein Wind.
    Zumindest nicht in dieser Welt.
    Bilder formten sich vor dem inneren Auge der jungen Frau. Ein roter Ball... Der typische Duft von frisch gefallenem Schnee... Beides löste sich auf, und statt dessen sah Susanne.
    »Zähne?« brachte sie hervor. »Schon wieder?«
    Sie blinzelte und schloß die Augen. Als sie die Lider einige
    Sekunden später wieder hob, war das Fenster geschlossen, und die Gardinen rührten sich nicht. Die Kerzenflamme brannte ganz normal.
    O nein, wiederholte es sich etwa? Nach so langer Zeit? Bisher war alles gutgegangen.
    »Fufanne?«
    Sie blickte sich um. Die Tür war geöffnet worden, und eine kleine Gestalt stand auf der Schwelle, gekleidet in ein Nachthemd.
    Susanne seufzte. »Ja, Twyla?«
    »Ich habe Angst vor dem Ungeheuer im Keller, Fufanne. Es will mich freffen.«
    Susanne schloß das Buch und hob einen mahnenden Zeigefinger.
    »Was habe ich dir über den Versuch gesagt, auf einschmeichelnde Weise süß zu sein, Twyla?« fragte sie.
    »Du hast gesagt, ich soll es lassen«, antwortete das Mädchen.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 856
Erscheinungsdatum 12.04.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-13468-7
Verlag Goldmann
Maße (L/B/H) 20,9/13,6/6 cm
Gewicht 865 g
Originaltitel Hogfather/Jingo
Übersetzer Andreas Brandhorst
Verkaufsrang 41507
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Ein Weihnachtsmärchen mit Hintergrund
von einer Kundin/einem Kunden aus Hannover am 13.10.2011

Sehr schöne Geschichte, in der Gevatter Tod und seine Enkelin (allein das ist schon recht lustig) dafür sorgen müssen, dass am Morgen nach der Silvesternacht die Sonne wieder aufgeht. Glauben die Menschen nämlich nicht mehr an den Schneevater (entspricht unserem Weihnachtsmann), dann geht am nächsten Morgen die Sonne nicht mehr ... Sehr schöne Geschichte, in der Gevatter Tod und seine Enkelin (allein das ist schon recht lustig) dafür sorgen müssen, dass am Morgen nach der Silvesternacht die Sonne wieder aufgeht. Glauben die Menschen nämlich nicht mehr an den Schneevater (entspricht unserem Weihnachtsmann), dann geht am nächsten Morgen die Sonne nicht mehr auf. Was stattdessen passiert, erfährt man in diesem Buch. Susanne Sto Helit ist meine Lieblingsfigur der Scheibenwelt. In diesem gelungen Roman ist sie auf der Suche nach dem Schneevater und sucht ihn im Schloss der Zahnfee, das sich im Reich der kindlichen Fantasie befindet. Hier kann Gevatter Tod nicht hin, denn Kinder denken nicht an den Tod. In diesem Buch gibt es viele solcher "Wenn man genau drüber nachdenkt, dann stimmt das!"-Momente. Immerhin sagt niemand einem kleinen Kind, dass der Tod Oma geholt hat. Oma ist im Himmel oder auf Kreuzfahrt oder was auch immer. Terry Pratchett macht sich über solche kleinen Details Gedanken und verarbeitet sie in seinen Geschichten. Absolut lesenswert!