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Über die Unsterblichkeit

Erzählungen und Essays

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»Würden die Menschen nicht besser werden, wenn sie nicht an die Unsterblichkeit glaubten?!« fragt Arno Schmidt in seinem Roman Das steinerne Herz. Er zielt mit dieser Frage auf ein Thema, das ihn ein Leben lang beschäftigte: Als unsterblich, also »als immerfort mitlebend«, galten ihm allein die Schriftsteller, deren Literatur dem liebend lesenden Auge mühelos Brücken in abgesunkene Zeiten schlägt.

Doch Schmidt wäre nicht Schmidt, hätte er das Thema nicht auch ironisch gewendet. Die Last unsterblichen Ruhmes malt er in Tina oder über die Unsterblichkeit lustvoll aus: Die Berühmten müssen sich nach ihrem Tod in einem höllischen Elysium für eine Ewigkeit langweilen, bis man sie endlich vergessen hat. In Caliban über Setebos sucht ein profaner Orpheus in einem unterweltlichen Bauerndorf voller Hades-Schatten nach der verlorenen Geliebten.

Jan Philipp Reemtsma hat für diesen Band aus dem umfangreichen Werk Arno Schmidts Texte ausgewählt, die erzählend oder essayistisch über den Nachruhm sinnieren und der Frage nach der Geschichtlichkeit allen Seins überraschende Pointen abgewinnen.
Portrait
Jan Philipp Reemtsma, geboren 1952, ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg und Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung. 1981 gründete er die Arno Schmidt Stiftung, deren Vorstand er bis heute ist. Er ist Mitherausgeber der »Bargfelder Ausgabe« des Gesamtwerkes von Arno Schmidt.

Jan Philipp Reemtsma, geboren 1952, ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg und Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung. 1981 gründete er die Arno Schmidt Stiftung, deren Vorstand er bis heute ist. Er ist Mitherausgeber der »Bargfelder Ausgabe« des Gesamtwerkes von Arno Schmidt.

Arno Schmidt wurde am 18. Januar 1914 in Hamburg geboren. Nachdem er kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, arbeitete er zunächst als Dolmetscher, von 1947 an als freier Schriftsteller. Nach Stationen in Cordingen, Kastel an der Saar und Darmstadt zog er 1958 mit seiner Frau Alice nach Bargfeld (Kreis Celle), wo er bis zu seinem Tod zurückgezogen lebte. Von 1949 an, als seine Erzählung Leviathan in Buchform erschien, entstanden Romane, Dialoge zur Literatur für den Rundfunk, Essays und biographische Arbeiten, darunter sein Hauptwerk Zettel‘s Traum, 1334 DIN-A3-Seiten stark und über zehn Kilo schwer. Aufgrund des komplexen Layouts konnte es 1970 nur als Faksimile des Typoskripts erscheinen; erst seit 2010 liegt es in gesetzter Form vor. Arno Schmidt starb am 3. Juni 1979 in Celle. Zwei Jahre nach seinem Tod gründeten seine Frau Alice und Jan Philipp Reemtsma die Arno Schmidt Stiftung.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Herausgeber Jan Philipp Reemtsma
Seitenzahl 278
Erscheinungsdatum 21.09.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-42123-9
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 21,7/13,7/2 cm
Gewicht 397 g
Auflage 1
Buch (Paperback)
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Kundenbewertungen

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Das ist eine schöne, amüsante und kluge Textauswahl!
von Odilie Pressberger aus Regensburg (Donau EKZ) am 27.01.2014

Jan Philipp Reemtsma hat 2009 diesen Band mit Erzählungen und Essays von Arno Schmidt zum Thema "Unsterblichkeit" herausgebracht. Und ein kenntnisreiches Nachwort dazu geschrieben. Es ist schon ein Genuß, dieses Paperback in die Hand zu nehmen, den Umschlag mit Fotos von Arno und Alice Schmidt zu bestaunen und sich... Jan Philipp Reemtsma hat 2009 diesen Band mit Erzählungen und Essays von Arno Schmidt zum Thema "Unsterblichkeit" herausgebracht. Und ein kenntnisreiches Nachwort dazu geschrieben. Es ist schon ein Genuß, dieses Paperback in die Hand zu nehmen, den Umschlag mit Fotos von Arno und Alice Schmidt zu bestaunen und sich dann froh, erstaunt, manchmal loslachend, ab und zu kopfschüttelnd durch diese Auswahl von Schmidt-Texten zum Thema "Unsterblichkeit" durchzulesen. Im Nachwort werden mir alle Fragen beantwortet. Für Alle, die nicht gleich Romane von Arno Schmidt lesen möchten, sondern den "leichten Einstieg" suchen, ist dieser Band perfekt geeignet!

Mit Goethe auf der Rolltreppe
von Daniel Buess aus Basel am 04.09.2010

In dieser von Jan Philipp Reemtsma herausgegebenen Textsammlung erhält man Einblick in Arno Schmidts denkerische und sprachliche Hochseilakrobatik und kann sich mit dem literarischen Kosmos vertraut machen, den Schmidt lesend erforscht hat. Versteht sich von selbst, dass es bei Schmidt nicht trocken germanistisch zur Sache geht. So inszeniert er... In dieser von Jan Philipp Reemtsma herausgegebenen Textsammlung erhält man Einblick in Arno Schmidts denkerische und sprachliche Hochseilakrobatik und kann sich mit dem literarischen Kosmos vertraut machen, den Schmidt lesend erforscht hat. Versteht sich von selbst, dass es bei Schmidt nicht trocken germanistisch zur Sache geht. So inszeniert er zum Beispiel ein Date mit Goethe im Einkaufszentrum: Goethe bestaunt die Rolltreppen und plaudert an der Stehbar über den Weltenlauf, ein alter Mann, aber immer noch ganz rüstig. Das ist die Art von Deutschstunde, die wir in der Schule immer vermisst haben. Das Spiel mit Was-wäre-wenn, die Demontage hehrer Bildungsautoritäten im freien und respektlosen Dialog. Schmidt stellt die toten (ja eigentlich nur scheintoten) Klassiker wieder auf die Beine und führt sie auf sein ureigenes Assoziationsfeld.